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Dahme-Spreewald Bürgermeister Lutz Franzke verabschiedet sich
Lokales Dahme-Spreewald Bürgermeister Lutz Franzke verabschiedet sich
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00:19 14.10.2017
Der Fraktionschef von SPD/Wir für KW, Ludwig Scheetz (r.) würdigte den scheidenden Bürgermeister Lutz Franzke (SPD, 2.v.l.) in der SVV am Montagabend. Weitere Stadtverordnete bedankten sich bei ihm. Quelle: Frank Pawlowski
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Königs Wusterhausen

Die Bürgermeisterwahl in Königs Wusterhauen hat die erste Stadtratssitzung nach der Entscheidung vom Sonntag mit geprägt. Es gab Beifall, Dankesreden – und einen tränenreichen, beispiellosen Auftritt einer Top-Beamtin des Rathauses.

Fachbereichsleiterin schmeißt hin

Der öffentliche Teil der Sitzung am Montagabend neigte sich nach gut drei Stunden dem Ende zu. SVV-Vorsitzender Georg Hanke (SPD) rief den letzten Tagesordnungspunkt auf, Sonstiges. Es gab einige Fragen und Bemerkungen. Plötzlich stand Fachbereichsleiterin Bianca Luban auf und schritt mit einer roten Mappe in den Händen nach vorne ans Rednerpult. Sie ist unter anderem für Bildung und Soziales zuständig. Mit stockender Stimme gab sie eine persönliche Erklärung ab, in der sie den frisch gewählten neuen

Der Kitaplatz-Mangel war ein beherrschendes Wahlkampfthema. Quelle: Robert Tiesler

Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW) wegen dessen Kitaplatz-Kampagne kritisierte. „Wegen der Polemik sehe ich keine Möglichkeit der Zusammenarbeit und muss kündigen“, sagte sie weinend und schluchzend. Sie gab ihm eine Mitschuld am Kitaplatzmangel in der Stadt, als früherer Fachbereichsleiter habe er nichts dagegen unternommen.

Swen Ennullat weist Kritik zurück

Swen Ennullat hatte zu diesem Zeitpunkt die Sitzung als Besucher schon verlassen. Er wies die Kritik zurück. Alle Bürgermeister-Kandidaten hätten

Der künftige KWer Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW). Quelle: Privat

den Kitaplatzmangel thematisiert. „Es ist schlichtweg nicht wahr, dass ich für die jetzige Situation verantwortlich bin. In meiner Amtszeit gab es genügend Plätze für alle Kinder“, sagte er am Dienstag der MAZ.

Gratulation für den Wahlsieger

Zum Auftakt des Stadtrates am Montag gratulierten Bürgermeister Lutz Franke (SPD) und SVV-Vorsitzender Georg Hanke (SPD), der in der Bürgermeister-Stichwahl unterlag, dem Wahlsieger Swen Ennullat. „Ich wünsche Ihnen eine glückliche und ausgleichende Hand bei der Entwicklung unserer Heimatstadt“, sagte Franzke. Besucher und Stadtverordnete applaudierten.

Fraktionen würdigen scheidenden Bürgermeister

Franzke selbst bekam ebenfalls Beifall, als sich Stadtverordnete bei ihm für seine achtjährige Amtszeit bedankten, die am 15. Oktober endet. SPD-Fraktionschef Ludwig Scheetz sprach von einer „erfolgreichen Zusammenarbeit“. Georg Hanke würdigte Franzkes Verdienste bei der Stadtentwicklung, Raimund Tomczak (FDP) hob seine Amtsführung als „nicht politischer Bürgermeister“ hervor. CDU-Fraktionschef Peter Dreher sagte: „Du hast uns nach vorne gebracht." Franzke bat schließlich darum, aufzuhören und zur normalen Tagesordnung zu kommen, wie er sagte.

Kritik an Äußerungen im Wahlkampf

Doch dann spielte noch einmal der zurückliegende Wahlkampf eine Rolle. FDP-Stadtverordneter Raimund Tomczak nahm Bezug auf eine Äußerung von Georg Hanke, der vor der Stichwahl andeutete, ein parteiloser

FDP-Stadtverordneter Raimund Tomczak. Quelle: Privat

Bürgermeister könnte in der SVV keine Mehrheiten finden. „Ich finde das bedrohlich. Damit hat sich für mich Herr Hanke disqualifiziert“, sagte Tomczak. Scharfe Kritik übte er ebenfalls an CDU-Bürgermeisterkandidat Jörn Perlick, der Kämmerer und Vizebürgermeister ist. Perlick hatte Ennullat als „Blender“ bezeichnet. Tomczak dazu: „Es stellt sich für mich die Frage, ob zwischen dem neuen Bürgermeister und ihm eine Zusammenarbeit überhaupt noch möglich ist.“

Franzke sieht Chance zur Zusammenarbeit der Kontrahenten

Perlick ließ das kommentarlos stehen. Georg Hanke versicherte seine Neutralität als SVV-Vorsitzender: „Eines ist die Amtsführung, das andere ist der Wahlkampf mit Meinungen.“ Bürgermeister Lutz Franzke schlug versöhnliche Töne an. „Alle Beteiligten haben die Pflicht, das beste für die Stadt zu machen. Ich gehe davon aus, dass die Chance dazu besteht.“

Von Frank Pawlowski

Großer Bahnhof am Wildpark Johannismühle: Am Montagnachmittag kam die Kodiak-Bärin Brenda an. Sie wurde aus dem Wuppertaler Zoo nach Baruth gebracht, da sie in der alten Heimat nicht mit den Artgenossen zurecht kam. Im Wildpark hingegen war die Ankunft vielversprechend.

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