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Dahme-Spreewald Bürgermeister lädt zu Fahrt durch Schönefeld
Lokales Dahme-Spreewald Bürgermeister lädt zu Fahrt durch Schönefeld
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11:25 21.06.2016
Die Tour stoppte am Tierfriedhof in Kiekebusch, wo Bürgermeister Udo Haase (parteilos, Vordergrund links) auch auf Ungewöhnliches in der Gemeinde aufmerksam machte. Quelle: Uta Schmidt
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Schönefeld

Mehrmals im Jahr lädt Bürgermeister Udo Haase (parteilos) interessierte Einwohner zu einer informativen und kurzweiligen Bustour durch die Flughafengemeinde Schönefeld ein. Dabei erläutert das Gemeindeoberhaupt anstehende Bauvorhaben, den dynamischen Wandel bei Infrastruktur und Wohnungsbau und die Veränderungen des Bildungsstandortes. Er plaudert über Trends aus dem Wirtschaftsleben und bei der Einwohnerentwicklung, spart dabei auch Kurioses nicht aus. Eine gute Gelegenheit nicht nur für Schönefelder und Gäste, um neueste Zahlen und Fakten aus erster Hand zu erfahren – oder auch unbekannte Winkel kennenzulernen. Kürzlich starteten 70 Teilnehmer zur jüngsten Drei-Stunden-Tour durch den boomenden Heimatort.

„Am 9. September wollen wir den Grundstein für das neue City-Center legen“, so Haase. Gegenüber dem Rathaus an der Hans-Grade-Allee wird dann das lang ersehnte Kaufhaus in den Himmel wachsen. Hotel, Bistro, Bäckerei, Drogerie und anderes ist auf dieser Fläche geplant. Dies sei ein wichtiger Meilenstein für die bessere Versorgung der Schönefelder, meinte Haase. Und dringend nötig, denn der Wohnungsbau rund um den Bayangol-Park und in der Bertolt-Brecht-Allee geht in die nächste Runde: Im Juli wird der Grundstein für den mehrgeschossigen Wohnungsbau gelegt. 400 neue Wohnungen mit Grundflächen zwischen 50 und 90 Quadratmetern sollen entstehen. Auch der Bau von Stadtvillen und Einfamilienhäusern auf benachbarten Baufeldern hält unvermindert an in der neuen City von Schönefeld. „Es gibt keine freien Grundstücke mehr, alles ist hier an Investoren verkauft“, erklärte der Bürgermeister. Konkrete Pläne gibt es auf diesem Areal zudem für den Neubau eines Ärztehauses, eines Altersheimes und für Wohnungen im betreuten Wohnen.

Gemeinde hat als Wirtschaftsstandort viel zu bieten

Deutlich wird sich der Eingangsbereich zur Gemeinde an der Autobahnabfahrt „Schönefeld-Süd“ verwandeln, wo am künftigen „Schönefelder Tor“ gegenüber dem Mercedes-Benz-Center weitere Handels-, Gewerbe- und Bürogebäude entstehen sollen. „Vorher muss aber noch die 220-KV-Stromleitung in den ehemaligen Grenzstreifen verlegt werden“, so Haase.

Dass die Gemeinde als Wirtschaftsstandort weit mehr als den Flughafen zu bieten hat, erfuhren die Tour-Teilnehmer bei einer Fahrt durch den Schönefelder Gewerbepark an der Mizar-Straße, auf dem sich bereits mehrere namhafte Logistikfirmen angesiedelt haben. Derzeit baut das Unternehmen Verdion einen „Airpark“ mit 25 000 Quadratmetern Hallenfläche. Aus Schönefeld sollen künftig Waren und Lebensmittel für Online-Besteller in Berlin und Brandenburg ausgeliefert werden. „Das wird eine spürbare Erleichterung für die Versorgung vor allem von Senioren mit sich bringen“, erläuterte Haase. Weitere Arbeitsplätze würden damit ebenso erwartet. Bereits jetzt haben 2260 Firmen ihren Betriebssitz in Schönefeld angemeldet. Die 15 000 Einwohner-Gemeinde nimmt 94 Millionen Euro an Steuern ein, muss aber auch 30 Millionen Euro an Sonderabgaben an das Land und 48 Millionen an den Landkreis abführen.

Haase rechnet mit deutlich mehr Einwohnern

Haase rechnet mit einem Wachstum auf 35 000 Einwohner in den kommenden Jahren, vor allem mit dem Zuzug vieler junger Familien. Deshalb investiert die Gemeinde in diesem Jahr noch einmal allein eine halbe Million Euro in die Erweiterung der Paul-Maar-Grundschule und die Sanierung der alten Scheune auf dem Schulgrundstück in Großziethen, das sich mit mehreren Schulgebäuden zum modernen Campus entwickelt hat. Am 6. Juli ist die feierliche Übergabe des neuesten Schulgebäudes und am 8. Juli ein Schulfest geplant. Bis zum Jahresende erfolgt noch der Ausbau des Hortes für 400 Kinder. „Und wir haben bereits Land für die Errichtung des achten Kindergartens für die Gemeinde angekauft“, so Haase zu weiteren Ausbauplänen des Bildungsstandorts.

Die dreistündige Tour führte die Teilnehmer weiter durch die Ortsteile Waßmannsdorf, Selchow, Rotberg und Kiekebusch, wo ebenso neue Wohngebiete, Radwege, Straßen und gepflegte Grünflächen nach Renaturierungsmaßnahmen entstanden sind. Einen Halt machte der Bus am kleinen, privat betriebenen Tierfriedhof in Kiekebusch. „Hier haben Tierfreunde die Möglichkeit, ihre Vierbeiner würdig bestatten zu lassen. Auch das gehört zu unserer Gemeinde“, meinte Haase an einem mit einem Engel geschmückten Katzengrab. Es gebe aus den Reihen der Ortsbeiräte zahlreiche Hinweise zur Gestaltung von kirchlichen und gemeindlichen Friedhöfen. Deshalb werde derzeit die Friedhofssatzung überarbeitet.

Von Uta Schmidt

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