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Bunt verkleidet und quietschvergnügt

Zampern in Gräbendorf Bunt verkleidet und quietschvergnügt

Die sorbische Tradition des Zamperns ist beileibe nicht in allen Orten der Region gebräuchlich, in Gräbendorf allerdings wäre ein Februar ohne das bunte Austreiben des Winters nicht vorstellbar. Am Sonnabend zogen daher rund 30 kostümierte Einwohner durch den Ort, verbreiteten dabei Frohsinn und sammelten überdies auch noch Spenden ein.

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Gruppenbild mit Elefant und Affe: Die lustige Runde zamperte durch Dolgenhorst und Gräbendorf

Quelle: Heidrun Voigt

Gräbendorf. Ein rosa Elefant und die schöne Kleopatra, eine Krake mit blauem Haar und eine OP-Schwester mit Stethoskop. Edelmänner, Vogelscheuchen, Hexen und Clowns. Ein quietschvergnügtes Völkchen versetzte am Sonnabend Gräbendorf in den Ausnahmezustand. Zampern hieß das Wort der Stunde.

„Den alten sorbischen Brauch zur Austreibung des Winters gibt es schon immer bei uns. Viele sind schon als Kinder mitgelaufen“, sagte Tom Stehle, der Vorsitzende des Dorfclubs, der jedes Jahr Regie bei dem Spektakel führt. Daniel Satzer etwa lag noch im Kinderwagen, als er erstmals mit von der Partie war.

Diesmal starteten die mehr als 30 Zamperfreunde punkt 8.30 Uhr an der Bäckerei des Ortes. Mit seinem Traktor kutschierte Mario Huschke die illustre Schar im Anhänger nach Dolgenhorst. Bei Familie Lehmann wurde zuerst angeklopft. Helmut Lehmann ließ sich nicht groß bitten, nahm gern ein Gläschen Kräuter und tanzte mit Hexlein Heike Schulze quer über die Straße.

Als Dank gab es eine Spende in den braunen Lederkoffer, den der Vereinsvorsitzende in seiner Obhut hatte. „Na klar gebe ich gern was, das Zampern gehört doch zur Geschichte unseres Ortes, es hat Tradition“, sagte er.

Unterstützt von „Eggi’s Blasmusik“ zog die lustige Runde mit viel Tschingderassabum von Haus zu Haus Richtung Gräbendorf. Manche Einwohner hatten ihre Gabe an den Gartenzaun gehängt. Viele standen schon vor der Tür und erwarteten die Zamperer. Michelle, Beverly und Justin freuten sich besonders über die Süßigkeiten, die sie bekamen. „Das macht richtig Spaß“, waren sich die drei Neunjährigen einig.

Arlette Mittag reist jedes Jahr mit ihrem Mann Jörg extra aus Brunsbüttel zum Zampern an. „Hier ist meine alte Heimat; ich kenne alle Leute und freue mich immer darauf, sie wiederzusehen. Und Zampern ist einfach lustig“, so die junge Frau. Mit ihrem Vater, Ortsvorsteher Rainer Kunze, war sie schon als Kind dabei. Während sie als Marktfrau kam, war ihr Vater „standesgemäß“ im Nadelstreifenanzug mit geblümter Krawatte, weißem Schal und Zylinder.

Nur unterbrochen von einem stärkenden Frühstück und Mittagessen bei einem Vereinsmitglied ging es bis zum Abend zampernd durch Gräbendorf. In der Vereinsgasstätte „Zum Hobel“ wurden die eingenommenen Naturalien und Gaben anschließend „verprasst“.

„Das Zampern gehört zum Dorf. Man erfährt, wie es den Leuten geht, und sieht, wie sich der Ort entwickelt“, sagt Sylvia Neujahr. Alle Zamperfreunde waren sich übrigens einig: Dem Prozedere wird auch nächstes Jahr wieder gnadenlos gefrönt – allerdings in neuen fantasievollen Kostümen.

Von Heidrun Voigt

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