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Campingplatz in Gräbendorf gefährdet

Landesbetrieb Forst pocht auf Vertragsende Campingplatz in Gräbendorf gefährdet

In Gräbendorf spitzt sich der Streit um einen Campingplatz im Dubrower Wald zu. Dort vermietet der Landesbetrieb Forst einen Platz an Camper. Der Vertrag läuft 2015 aus und soll nicht verlängert werden. Die Camper sind erbost, der Landesbetrieb Forst pocht auf geltende Bestimmungen

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Gräbendorf. Der Streit um den Erhalt des Campingplatzes D 66 am Schmöldesee zwischen Gräbendorf und Prieros geht in die heiße Phase. Eigentümer des 4,5 Hektar großen Areals im Dubrower Wald ist der Landesbetrieb Forst. Sie wollen den Pachtvertrag mit den Campern nicht verlängern. Er endet am 31. Dezember 2015.

Das allerdings wollen der Betreiber – der Verein „Campingclub Huschte See“ – und die Gemeinde Heidesee nicht hinnehmen. Bürgermeister Siegbert Nimtz kündigte kürzlich im Gemeindeparlament an, dass er sich bei einem Gespräch mit Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) für den Erhalt des erst in diesem Jahr erneut mit drei Sternen ausgezeichneten Campingplatzes einsetzen wird. Dieses Anliegen unterstützen auch die Ortsvorsteher aus Prieros und Gräbendorf, Kersten Haase und Rainer Kunze. „Viele Gäste, zum Beispiel aus Skandinavien, loben den Platz. Er wird glänzend angenommen“, sagen die Ortsvorsteher.

Ähnlich argumentiert der Vereinschef der Camper, Berthold Tschorn. Er vertritt an die 200 Mitglieder. Der Platz bestehe seit 1972. Moderne Standards wie einige eigene Wasserversorgung und Kläranlage würden eingehalten. „Die Forst soll wirtschaftlich arbeiten. Warum sie hier plötzlich auf jährlich 13000 Euro Pacht verzichten will, können wir nicht verstehen“, sagt Tschorn.

Um den Streit zu schlichten wurde einst ein Runder Tisch eingerichtet, der keine Lösung brachte. An der Runde hatte auch Tim Ness, Leiter der Oberförsterei Hammer, teilgenommen. Er verweist auf die lange Vorgeschichte des Streits, der kurz nach der Wende begann. Damals bekam die Forst von der Treuhand die Flächen der Campingplätze – D 61 am Hölzernen See, D64 am Huschte See und D 66 am Schmöldesee zugeordnet. Nach dem Bundeswaldgesetz sind Zeltplätze im Wald nicht zulässig, beziehungsweise müssen eingezäunt werden.

Laut Ness einigte man sich daher, dass nur der D 61 am Hölzernen See erhalten bleibt. „Um allen Campern eine Heimat zu bieten, wurde der Platz damals um die Flächen der beiden anderen erweitert.“ Zudem schloss man 1994 den Kompromiss, dass der D 66 am Schmöldesee für 15 Jahre bis 2009 erhalten bleibt. Platz D64 am Huschte See wurde bereits 2006 geschlossen.

„Wir haben den Pachtvertrag für den Platz am Schmöldesee dann nochmal bis 2015 verlängert“, sagt Ness, „aber irgendwann muss Schluss sein!“ Im Landkreis seien Landschaftspläne entwickelt worden. Diese sehen vor, dass besonders die Ufer für Touristen attraktiver gemacht werden sollen. Natürlich gerate man dabei in Konflikt mit den Campern, aber das Wohl der Allgemeinheit sei höher zu bewerten, erklärt Ness, warum der Pachtvertrag nicht verlängert werden soll.

Von Franziska Mohr

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