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750 Einsatzkräfte der Polizei am BER

Interview: Bundespolizei-Chef Horst Lang 750 Einsatzkräfte der Polizei am BER

Um die Sicherheit an Berliner Flughäfen kümmert sich Polizeidirekter Horst Lang. Wird der BER erst in Betrieb genommen, sind dort 750 Bundespolizisten im Einsatz. Schon jetzt bereiten sie sich auf die Arbeit vor. Lang hat mit der MAZ nicht nur darüber, sondern auch über Kontrolltechniken gesprochen.

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Die Mitarbeiter der Bundespolizei sorgen am Flughafen Schönefeld für die Sicherheit der Passagiere sowie im Luftraum. Rechts: Horst Lang, Chef der Bundespolizeidienststellen an den Flughäfen.

Quelle: Uta Schmidt, Bundespolizei

Schönefeld. Polizeidirektor Horst Lang ist Chef der Bundespolizeidienststellen an den Berliner Flughäfen sowie Leiter der "Projektgruppe BER" der Bundespolizeidirektion Berlin. Diese bereitet die Inbetriebnahme und den Einsatz der Beamten der Bundespolizei auf dem neuen Flughafen BER gründlich vor.

MAZ: Welche Aufgaben hat die Projektgruppe BER innerhalb der Berliner Behörde?

Horst Lang: Unsere Projektgruppe hat die Aufgabe, optimale Voraussetzungen für die Aufgabenwahrnehmung der Bundespolizei am Flughafen BER zu schaffen. Das betrifft insbesondere den Aufgabenvollzug der Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der grenzpolizeilichen Kontrolle und bei der Abwehr von Gefahren für die Luftsicherheit. Darüber hinaus betrifft das auch die konzeptionelle Planung aller Einsatzabläufe und -belange sowie den Einsatz von modernster Gerätetechnik. So zum Beispiel die Kontrolle der Fluggäste und des Handgepäcks mit sogenannten Flüssigkeitsdetektoren, die gefährliche Flüssigkeiten erkennen können, der Einsatz von Körperscannern oder der Schutz von Passagieren durch Videoüberwachung in HD-Qualität und so weiter. Aufgrund der verschobenen Eröffnung des Flughafens mussten allerdings einige Überlegungen zurückgenommen werden.

Das heißt, Kontrolltechnik wurde auf dem BER ein- und wieder ausgebaut?

Lang: Auf dem BER wurden im Vorfeld der Eröffnung rund 50 Luftsicherheitskontrolllinien installiert und im Probebetrieb getestet. Aufgrund der erforderlichen Arbeiten im Terminal mussten diese wieder ausgebaut werden. Die Geräte wurden an andere Airports in Deutschland gebracht, auch nach Tegel und Schönefeld. Dort werden diese für den Weiterbetrieb dringend gebraucht.

Auf dem BER-Gelände wurde ein neues Dienstgebäude für die Bundespolizei errichtet. Wie wird es gegenwärtig genutzt?

Lang: In Vorbereitung der ursprünglichen BER-Eröffnung am 3. Juni 2012 bezogen die Mitarbeiter der Projektgruppe BER das neue Gebäude bereits im Dezember 2011. Später folgte ein Teil der Bundespolizeiinspektion Flughafen Berlin-Schönefeld. Etwa 50 der insgesamt 350 Mitarbeiter der Bundespolizei in Schönefeld haben jetzt hier ihren Arbeitsplatz und sorgen für sichere Abläufe am jetzigen Flughafen Schönefeld. Später wird der Aufgabenschwerpunkt zum BER verlagert.

Wie wurden Ihre Mitarbeiter auf den Eröffnungstermin vorbereitet?

Lang: Für den Einsatz der Mitarbeiter haben wir an einem speziellen Fortbildungsmodul des Flughafenbetreibers, dem ORAT-Probebetrieb, teilgenommen. Dabei wurden alle Mitarbeiter geschult, in- dem sie in mehreren Stufen ihre neuen Arbeitsplätze und die gesamten Abläufe am neuen Großflughafen kennenlernen konnten. Darüber hinaus wurden die Mitarbeiter in Fortbildungen der Bundespolizei auf die sicherheitsrelevanten Aufgaben am BER vorbereitet. Der eigentlichen Inbetriebnahme des Flughafens BER sehen wir gut vorbereitet und mit Spannung entgegen.

Benötigt Ihre Behörde für die Kontrollprozesse am künftigen Flughafen BER auch zusätzliches Personal und zusätzliche Kontrolltechnik?

Lang: Rund 750 Vollzugsbeamte der Bundespolizei werden nach den aktuellen Planungen später am Flughafen BER im Einsatz sein. Das sind die Kolleginnen und Kollegen aus Tegel und Schönefeld, die dann am BER zusammenarbeiten werden. Die Personalgröße orientiert sich dabei am zurzeit steigenden Passagieraufkommen und bedarf später lediglich einer aktualisierten Berechnung. Auf aktuelle technische Anforderungen reagieren wir unabhängig vom BER auf allen Flughäfen. Ein Innovationsprojekt ist für uns zum Beispiel die grenzpolizeiliche Kontrolle mit dem elektronischen Reisepass. Die teilautomatische biometrische Kontrolle ermöglicht den Abgleich der Personaldaten binnen weniger Sekunden und wird auch für die Reisenden ein großer Fortschritt sein. Wir werden das sogenannte easyPASS-Verfahren, das derzeit schon an den Flughäfen in Frankfurt am Main und in München zum Einsatz kommt, ab 2015 am Flughafen Tegel erstmals auch in Berlin einsetzen.

Die Behörde

In der Bundespolizeidirektion Berlin arbeiten rund 3100 Polizeivollzugsbeamte, 95 Verwaltungsbeamte, 400 Unterstützungskräfte und Arbeiter sowie rund 1000 Fluggastkontrollkräfte.
Die Behörde nimmt auch die Luftsicherheitsaufgaben an den Flughäfen in Berlin-Schönefeld und Berlin-Tegel wahr. Die Luftsicherheitsaufgaben umfassen alle nach dem besonderen Polizeirecht notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor Angriffen auf die Sicherheit des zivilen Luftverkehrs. Hierbei sind insbesondere Flugzeugentführungen und Sabotageakte zu verhindern.
Diesen Schutzauftrag erfüllt die Bundespolizei insbesondere durch Kontrolle der Fluggäste sowie des von ihnen mitgeführten Hand- und Reisegepäcks, Maßnahmen bei Feststellung von Gegenständen, von denen eine Gefahr ausgehen könnte, Überwachung des gesamten Flugplatzgeländes und die Durchführung von Schutzmaßnahmen bei gefährdeten Flügen und von Luftverkehrsunternehmen.

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