Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Container-Kita soll noch größer werden

Königs Wusterhausen Container-Kita soll noch größer werden

Im Stadtrat gab keine Mehrheit für einen sofortigen Kitabau im Ortsteil Zernsdorf, den der Bürgermeister beantragt hatte. Die Befürworter konnten die Kritiker nicht überstimmen. Die Fraktion SPD/Wir für KW überrascht mit einem Vorschlag für noch mehr Plätze in der geplanten Kita. Das soll geprüft werden.

Voriger Artikel
Eltern-Demo für Kita-Neubau
Nächster Artikel
Zwei Verletzte bei Unfällen auf der A113

Kurz vor Sitzungsbeginn des Stadtrates am Montag im Rathaussaal.

Quelle: Frank Pawlowski

Königs Wusterhausen. Die Beseitigung des Kitaplatzmangels in der Stadt war ein zentrales Wahlversprechen des neuen Königs Wusterhausener Bürgermeisters Swen Ennullat (Freie Wähler KW). Doch erst einmal wird er vom Stadtrat dabei ausgebremst. Ein Eilantrag Ennullats zum Bau einer Container-Kita durch die Stadt mit 120 bis 140 Plätzen im Ortsteil Zernsdorf fand am Montagabend keine Mehrheit. Mit 18 zu 12 Stimmen wurde der Antrag in den zuständigen Ausschuss verwiesen, in der Januarsitzung der SVV soll er wieder auf die Tagesordnung kommen.

Noch gilt Oktober-Beschluss des Stadrates

In Zernsdorf sollte eigentlich ein Neubau durch einen Investor entstehen, der die Kita später auch betreibt. So hatte es der Stadtrat erst im Oktober beschlossen. Doch der Zernsdorfer Ortsbeirat lehnte das ab, sprach sich für eine kommunale Kita aus. Daraufhin legte der Bürgermeister den neuen Beschlussantrag vor. Über die Betreibung sollte später noch entscheiden werden. „Wir wären als Stadt dazu in der Lage, können aber auch einen

Eltern und Kommunalpolitiker demonstrierten am Dienstag im Rathaus für mehr Kitaplätze

Eltern und Kommunalpolitiker demonstrierten am Dienstag im Rathaus für mehr Kitaplätze. Im Saal wurde die SVV-Sitzung vom Montag fortgesetzt.

Quelle: Frank Pawlowski

freien Träger suchen“, sagte Ennullat im Stadtrat. Er warb für die Container-Variante, weil sie sich binnen zwölf Monaten und damit schneller als ein Neubau umsetzen ließe, der zwei bis drei Jahre dauern würde. Die Kosten bezifferte er auf rund 3,5 Millionen Euro. „Wir können uns keinen Verzug mehr leisten, dazu ist die Lage zu dramatisch. Wir haben eine krisenhafte Situation.“

Kita-Kapazitäten in der Stadt sind ausgeschöpft

Laut Ennullat fehlen in der Stadt 250 Kitaplätze, die Kapazitäten in den bestehenden Einrichtungen seien mit Überbelegungen von bis zu 20 Prozent ausgeschöpft. Zuvor hatte er berichtet, dass sich die Errichtung des 2018 geplanten Modulbaus für die Kita „Spielspaß“ bis 2019 verzögert. Ob es die geplante Königspark-Kita, die durch den Eigentümer gebaut werden sollte, geben wird, ist unklar. Im April sollte der erste Spatenstich sein. Doch der Königspark wurde soeben verkauft, wie Ennullat im Stadtrat informierte. Die Pläne des neuen Besitzers seien noch nicht bekannt.

Fragen zu Kosten und Wirtschaftlichkeit

Der Fraktionschef von SPD/Wir für KW, Ludwig Scheetz (SPD), nannte die Container-Lösung für Zernsdorf einen diskussionswürdigen Vorschlag. „Auch wir sehen akuten Handlungsbedarf“, sagte er. Jedoch seien Kosten und Wirtschaftlichkeit nicht untersetzt. CDU-Fraktionschef Peter Dreher kritisierte, dass der Antrag sehr kurzfristig vorgelegt wurde. Linkenfraktionschef Thorsten Kleis sieht „erheblichen Diskussionsbedarf“, wie er sagte.

Forderung nach schneller Lösung für die Eltern

Andere Fraktionen drängen Zuspruch kam dagegen von der Fraktion Freie Wähler KW/UFL. „Wir müssen jetzt handeln und nicht weiter diskutieren“, sagte Fraktionschefin Birgit Uhlworm (UFL). FDP-Fraktionschef Raimund Tomczak sprach von einem mutigen Vorschlag des Bürgermeisters. „Eine Verzögerung halte ich für unangemessen.“ Den größten Beifall der rund 100 Besucher bekam AFD-Fraktionschef Andreas Kalbitz, der sagte: „Wir brauchen diese Lösung, darauf warten die Eltern. Wir müssen mal zu Potte kommen.“ Doch mit den Stimmen von SPD/Wir für KW, Linken und Teilen der CDU wurde die Abstimmung vertagt.

Appell des Bürgermeisters an Stadtpolitiker

Bei Königs Wusterhausener Eltern stößt das auf großes Unverständnis. „Die Gründe sind für uns nicht nachvollziehbar“, sagte Ines Kühnel vom Kitabeirat am Dienstag der MAZ. Eltern meldeten für den Abend spontan eine Protestkundgebung vor dem Rathaussaal in der Schlossstraße an. Dort wurde die Sitzung vom Montag fortgesetzt. Bürgermeister Swen Ennullat erklärte am Dienstag: „Ich appelliere im Namen vieler junger Familien an alle Stadtverordneten, ihre Augen nicht länger vor den Tatsachen zu verschließen. Wir befinden uns in einer selbst verschuldeten Krise.“ Deutlich schnellere und mutigere Entscheidungen seien nötig, um in absehbarer Zeit vernünftige Lösungen anbieten zu können. Aktuell sehe die Verwaltung keine weitere Alternative, um auf den steigenden Platzbedarf reagieren zu können.

Neuer Vorschlag für die Container-Kita

Die Fraktion SPD/Wir für KW schlug am Dienstag vor, die Container-Kita in Zernsdorf noch um 50 Plätze zu erweitern. Die vom Bürgermeister geplante Größe werde nicht reichen. Fraktionschef Ludwig Scheetz verteidigte die Prüfung in den Ausschüssen: „Bei aller Notwendigkeit sind wir als Stadtverordnete verpflichtet, ordnungsgemäß über die Steuergelder der Bürger zu entscheiden.“

Von Frank Pawlowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg