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Dahme-Spreewald Das Flaggschiff sinkt
Lokales Dahme-Spreewald Das Flaggschiff sinkt
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11:05 22.10.2013
Immer mehr Geschäfte im Herwegh-Center schließen ihre Pforten. Quelle: Andrea Müller
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Schulzendorf

Dave Schenker ist einer der letzten Mohikaner im Herwegh-Center in Schulzendorf. Er betreibt im Ort eine Leinöl-Mühle. Die kleinen Fläschchen mit dem flüssigen Gold bietet er im Internet an – und in seinem Laden im Herwegh-Center. Das Einkaufszentrum in der Herweghstraße gehörte einmal zu den Flaniermeilen in Schulzendorf. Ein großer Lebensmitteldiscounter bot seine Produkte an. Gegenüber gab es einen Getränkehandel. Auch ein Werkzeugladen zog lange Zeit Einkäufer an. Doch seitdem die neue Dorfmitte mit Rathaus, zwei Supermärkten, Bäcker, Apotheke und anderen Geschäften eröffnet hat, gehen nach und nach im Herwegh-Center die Lichter aus. Zuletzt machten der Getränke- und der Baumarkt dicht. Wie in einem Western baumeln jetzt über der einstigen Einkaufstür die großen Buchstaben seines Namens still im Wind.

Dave Schenker gefällt das gar nicht, obwohl er nicht nur auf die Laufkundschaft angewiesen ist. „Wer früher seine Getränke oder Baumaterial hier eingekauft hat, schaute auch bei uns mit hinein“, sagt er. Neben Leinöl bietet Schenker auch frische Eier, Tierfutter und einige Wurstsorten an. „Zufallskunden fallen jetzt weg“, beklagt er. Die Stammkundschaft lasse sich indes nicht abhalten, im Herwegh-Center das einzukaufen, was auf dem heimischen Tisch nicht fehlen darf.
Gleich um die Ecke hat Egmont Stange sein Rahmen-Geschäft. Vor drei Jahren siedelte sich der ehemalige Waltersdorfer im Herwegh-Center an. „Schade, dass immer mehr Geschäftsleute resignieren müssen“, meint er. Zum Glück sei auch er nicht auf Laufkundschaft angewiesen. Dennoch wünsche er sich, dass endlich nebenan die Waldsiedlung entsteht. Dann gebe es gewiss auch wieder mehr Kunden, die sicher gern zum Herwegh-Center kommen, um ihre Einkäufe zu erledigen.
„Bis dahin aber wird noch viel Zeit vergehen“, prognostiziert Bürgermeister Markus Mücke. Die Politik könne nichts ausrichten. Eigentlich sollte die Waldsiedlung längst stehen. Doch aus den Plänen wurde nichts. Vor Jahren war auf dem Gebiet ein Einfamilienhaus gebaut worden. Bezogen wurde es dagegen nie, weil der Bauherr Pleite ging. Das fast fertige Haus ist heute eine Ruine.

Es steht fast symbolisch für das Schicksal des Einkaufszentrums. „Die Bevölkerungsdichte ist einfach hier zu gering“, erklärt der Bürgermeister die Misere. Zudem gingen die Leute lieber in der neuen Ortsmitte einkaufen, weil sie da alles auf einem Fleck hätten. Wer dagegen im Herwegh-Center erfolgreich sein wolle, der müsse schon was Besonderes anbieten. Neben dem Leinöl-Laden und dem Rahmen-Geschäft gibt es nur noch einen Pizza-Service sowie ein Friseurgeschäft. Einfälle, Kunden anzulocken, gab es reichlich in der Vergangenheit. Zu finden war an diesem Fleck ein Geschenkeladen. Die Sparkasse betrieb eine Filiale. Schlecker bot seine Drogerieartikel an. Die Supermarktkette Netto gab sich ein kurzes Gastspiel. Ein Tattoo-Studio versuchte, sich im Herwegh-Center zu etablieren. Zuletzt hatte der „Blonde Engel“ sein Glück versucht. Die jungen Frauen dachten, sie könnten mit Travestie und anderen Shows auf ihre Gaststätte aufmerksam machen. Doch alle Versuche scheiterten. Ein Licht nach dem anderen ging aus. Die Geschäftsleute mussten wegen zu niedrigen Umsatzes die Segel streichen. Dabei war das Herwegh-Center einmal das Flaggschiff im Ort. Große gelbe Schilder mit der Telefonnummer einer Immobilien-Maklerin weisen darauf hin, dass Geschäfte angemietet werden können.

Von Andrea Müller

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