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Das Kaufhaus wird heute Sechzig

Königs Wusterhausen Das Kaufhaus wird heute Sechzig

Glückwunsch, altes Haus! Das Konsum-Kaufhaus in der Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen hat einen runden Geburtstag. Am 14. September vor 60 Jahren wurde es eröffnet. Mitarbeiter lieben es, Stammkunden halten dem Kaufhaus die Treue. Groß gefeiert wird allerdings nicht.

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Das Konsum-Kaufhaus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Groß gefeiert wird das heutige Jubiläum nicht, doch für die Kunden gibt es eine kleine Überraschung.

Quelle: Frank Pawlowski

Königs Wusterhausen. „Der Zustrom am ersten Tag war zeitweilig so groß, dass die Verkaufsräume vorübergehend geschlossen werden mussten“, steht im Zeitungsbericht zur Eröffnung des Konsum-Kaufhauses am 14. September 1957, das damals „Haus des Bauern“ hieß. Überrannt wird es zwar längst nicht mehr, trotzdem ist der 60. Geburtstag heute für die Mitarbeiter und die Konsumgenossenschaft ein Grund zum Feiern. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist das Kaufhaus als einziges seiner Art in der Region – vielleicht sogar in ganz Brandenburg – so alt geworden. Es ist eine deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte.

Verkäuferin Gabriele Thonfeld schätzt das gute Arbeitsklima

Verkäuferin Gabriele Thonfeld schätzt das gute Arbeitsklima.

Quelle: Frank Pawlowski

Dabei hat es sich äußerlich kaum verändert, dem Haus ist das hohe Alter überall anzusehen. Aber drinnen gab es immer wieder Verjüngungskuren, die letzte vor rund drei Jahren. Von der Zahnpasta über Socken bis zur Kaffeemaschine gibt es hier auf zwei Etagen fast alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Sogar ein neuer Fahrstuhl wurde eingebaut. Elvira Möbies aus Königs Wusterhausen kauft seit 1970 regelmäßig im Kaufhaus ein. „Wenn man nicht mobil ist, kommt man eben hier her“, sagt die 64-Jährige. Sie schätzt die angenehme Atmosphäre. Cornelia Siehl aus Wildau hat in ihrer Mittagspause rasch einige Besorgungen gemacht: „Das ist ein schönes und preiswertes Sortiment hier, und alle Verkäuferinnen sind sehr freundlich.“

Stolz auf das Jubiläum

Kaufhaus-Leiterin Sabine Lenz blickt mit Respekt und Rührung auf das heutige Jubiläum. „Meine Mitarbeiter und ich sind sehr stolz darauf.“ Die 61-Jährige fing nach der Wende im Kaufhaus an, kehrte vor vier Jahren zurück zu den Wurzeln. „Ich freue mich, dass wir viele Stammkunden haben, die uns wohlgesonnen sind." Zwölf Mitarbeiter kümmern sich um sie. Ein Konsum-Urgestein ist Verkäuferin Elke Sa-
gitz aus Halbe, die vor 41 Jahren bei der Genossenschaft anfing. Sie arbeitet gerne im Kaufhaus, ebenso wie ihre Kollegin Gabriele Thonfeld aus Lübbenau. Beide schätzen das gute Arbeitsklima.

Die Heimatforscher Rainer Kugel (l) und Wolfgang Wick mit Gegenständen aus der umfangreichen DDR-Sammlung von Wolfgang Wick

Die Heimatforscher Rainer Kugel (l.) und Wolfgang Wick mit Gegenständen aus der umfangreichen DDR-Sammlung von Wolfgang Wick.

Quelle: Frank Pawlowski

Der Königs Wusterhausener Heimatforscher Wolfgang Wick hat aus Anlass des Jubiläums seine umfangreiche Sammlung von DDR-Produkten durchforstet. Eine der Raritäten ist neben dem Zeitungsausschnitt mit dem Bericht von der Eröffnung ein Krug zum 25. Kaufhausjubiläum von 1982.

Diesen Krug gab es zum 25

Diesen Krug gab es zum 25. Kaufhaus-Geburtstag.

Quelle: Frank Pawlowski

Er besitzt außerdem einige Wertgutmarken-Hefte des Konsums. Wolfgang Wick sucht weitere historische Fotos und Dokumente zum Königs Wusterhausener Kaufhaus. Als Dankeschön gibt es eine Broschüre mit einem Überblick über DDR-Museen von Rügen bis zum Erzgebirge. Der Verein zur Dokumentation der DDR-Alltagskultur hat sie herausgebracht, dessen Vorsitzender Wick ist. Fünf Exemplare werden verlost (Kontakt: Postfach 1423, 15703 Königs Wusterhausen oder kwh@maz-online.de).

Viele besorgte Nachfragen von Kunden gibt es derzeit wegen der geplanten Eröffnung des Rossmann-Marktes in der Nähe. Die große Drogerieabteilung im Erdgeschoss des Kaufhauses bekommt dann Konkurrenz. Chefin Sabine Lenz schreckt das nicht. „Wir sind frohen Mutes, uns stößt man nicht so schnell vom Sockel“, sagt sie. Rita Mann vom Vorstand der Konsumgenossenschaft lässt durchblicken, dass man nicht unvorbereitet sein wird. „Wir haben Pläne“, sagt sie.

Das Kaufhaus im Jahr 1982

Das Kaufhaus im Jahr 1982.

Quelle: Archiv/Wick

Von Frank Pawlowski

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