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25.000 Schülern blieb bislang die Luft weg

Das Schülerlabor des „DESY“-Forschungszentrums begeistert seit zehn Jahren Schüler 25.000 Schülern blieb bislang die Luft weg

Wie viel wiegt eigentlich die Luft im ganzen Klassenzimmer? Wie laut ist ein Wecker, der im Weltall klingelt? Was passiert mit einem Schokokuss in einem Behälter, aus dem die Luft herausgepumpt wird? Diese Fragen haben sich die Schüler im „Vakuumlabor“ des Zeuthener Forschungsinstituts DESY vor ihrem Besuch bestimmt nicht gestellt.

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Den Höhepunkt am Ende des Tages bietet regelmäßig das „Schokokuss-Experiment“. Die Frage lautet: Was passiert mit einem Schokokuss mit seinen vielen Luftblasen in der Sahne im Vakuum?

Quelle: MAZ

Zeuthen. Doch nach einem Projekttag im Labor rätseln sie umso verbissener, was es mit natürlichen Phänomenen auf sich haben könnte. Das hofft zumindest Adelheid Sommer. Die Physikerin ist fachliche Leiterin des Schülerlabors, das jetzt seinen zehnten Geburtstag gefeiert hat.
Mehr als 1300 Klassen mit etwa 25.000 Schülern waren seit der Gründung des Labors in Zeuthen. Die Termine sind regelmäßig schnell ausgebucht, weshalb sich Brandenburger Schulen mittlerweile früher anmelden dürfen. „Es geht darum Vorbehalte abzubauen, Faszination für die Naturwissenschaften zu wecken und den Kontakt zu technischen Geräten herzustellen“ sagt Sommer. Deshalb haben die Pumpen auch analoge Anzeigen. „Physik ist nichts Abstraktes. Wir knüpfen an Alltagsphänomene an und da sind Luftdruck und Vakuum ein dankbares Material.“
In einem großen Saal sind Experimentiertische aufgebaut, an dem eine ganze Schulklasse fasziniert arbeitet und dabei höchste Konzentration und Spaß zeigt. Die Hilfsmittel sind einfach. Ein beliebtes Experiment ist der „Foliensprenger“, bei dem die Kinder eine stabile Folie über einen Plexiglasbehälter halten, während die Luft nach unten abgesaugt wird. Die Folie wölbt sich nach innen bis sie plötzlich reißt und es knallt. Kämpfen müssen sie mit den leergepumpten „Magdeburger Halbkugeln“, die schon im Originalexperiment 1657 nicht mal von Pferden auseinandergerissen werden konnten. Im kleinen Format reichen etwa 70 Kilo Zugkraft – manche Fünftklässler schaffen das. Lehramts- und Physikstudenten betreuen die Experimente. Aber: „Wichtig ist, dass wir nicht erklären!“, sagt Sommer. Die Schüler müssen selbst ihre Beobachtungen auf Experimentierbögen in Worte fassen und herausfinden, worum es eigentlich geht.

Das Forschungslabor

Seit zehn Jahren existiert das Schülerlabor des Deutschen Elektronensynchrotron (DESY) in Zeuthen.

Es gibt drei Angebote für verschiedene Zielgruppen. Schulklassen der Jahrgangsstufen 4 bis 10 können das „Vakuumlabor“ besuchen, wo einen Tag lang Experimente zum Luftdruck und Vakuum effektvoll den Forschergeist wecken.

Für Schülerpraktikanten bietet das „CosmicLab“ eine Spitzenförderung, bei der wissenschaftliches Arbeiten und Präsentieren vermittelt werden.

Auch Grundschullehrer können sich fortbilden lassen, um Impulse für eigenständiges Experimentieren in Physik oder im Fach Naturwissenschaften, sowie den sicheren Umgang mit Versuchen zu erlangen.

Die Anmeldung zum „Vakuumlabor“ für Termine im 1. Schulhalbjahr 2014/15 werden ab 30. Juni vergeben. Eine Woche lang werden Brandenburger Schulen vorrangig behandelt.
Inhaber des Familienpasses Brandenburg können am 21. Oktober zu einem Tag der Offenen Tür in das Labor.

Kontakt: 033762 /77121, http://physik-begreifen.desy.de

Nebenan befindet sich ein deutlich kleinerer Raum. Dieses „CosmicLab“ ist die Spitzenförderung des DESY für Schüler und Abiturienten. Rund 150 Praktikanten haben sich über die Jahre anhand von Myonen mit kosmischen Teilchen auseinandergesetzt. „Myonen gehören zu den wenigen Teilchen, die durch die Atmosphäre hindurch bis auf die Erdoberfläche kommen“, erklärt Arne Schönwald, der als Wissenschaftler die Praktikanten betreut. Diese nutzen die echten Daten der internationalen Forschung und dokumentieren. Kira Billinger (15) und Hannah Kleine (14) vom Eichwalder Humboldt-Gymnasium kannten das Schülerlabor bereits aus dem Vakuumlabor und bewarben sich als Praktikanten. „Wir sammeln Daten zur Lebensdauer und in welcher Anzahl die Teilchen in bestimmten Winkeln auftreten“, erklärt Kira. So kann der Ursprung eines kosmischen Teilchenschauers auf die Erde berechnet werden. Schönwald bringt den Schülern aber keine Physik bei, „sie lernen, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert und ein fertiges Projekt wie eine Facharbeit oder ein Poster zu erstellen.“ Den zwei Schülerinnen sind die Schokokuss-Experimente aus der Grundschulzeit mittlerweile zu simpel – sie wollen vielleicht Mathe und Biophysik studieren.

Von Peter Degener

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