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Dahme-Spreewald Das Superhirn
Lokales Dahme-Spreewald Das Superhirn
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20:01 25.07.2013
In der heimischen Werkstatt hat Max Weiss mit Messgeräten einen Versuch aufgebaut, um die Entladezeit eines Kondensators von 68<ET>000 Mikrofarad zu bestimmen. Quelle: Andrea Kämper
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Von der Arroganz eines Superhirns ist nichts zu spüren. Ruhig und bescheiden sitzt der 18-jährige Max Weiss am Tisch und zieht aus einer Aktenmappe gleich drei Urkunden, die es in sich haben.

Obendrein legte Max ein Abitur mit der Durchschnittsnote 1,1 hin. Lediglich in den Sprachen Deutsch, Englisch und Latein schnitt er "nur" mit der Note Gut ab. "Aufsätze sind nicht mein Ding. Ich weiß oft nicht, was man da so viel schreiben soll. Ich fass mich lieber kurz", sagt Max ein wenig schmunzelnd. Ohnehin ist der junge Mann alles andere als eine Plaudertasche. Er zieht stattdessen lieber den Taschenrechner und errechnet blitzschnell, dass die Wahrscheinlichkeit, im Lotto einen Hauptgewinn im Spiel 6 aus 49 zu erreichen, bei knapp 1:14Millionen liegt. Und da Max die Exaktheit liebt, sagt er natürlich genau: "1:13983816!"

Die Mathematik mag er besonders. In Klasse 11 wurde er sogar schon Brandenburger Landesmeister bei der Mathematik-Olympiade. Und in Klasse 12 erreichte er dort immerhin die Bronzemedaille. Spaß hat Max vor allem an der Wahrscheinlichkeitsrechnung sowie am Umsetzen von schwierigen Sachverhalten in mathematische Gleichungen. "Die Logik reizt mich. Ich kann einfach nicht aufhören, tüftele so lange, bis ich die Lösung raushabe", sagt er. Letztlich gab das auch den Ausschlag für seinen Berufswunsch. Er will Mathematik studieren. Noch steht zwar die Zusage aus, doch bei seinem Zeugnis dürfte das kein Problem sein. Mathe ist nicht einmal mit einem Numerus clausus belegt.

Max bekennt, dass er anfangs ein wenig schwankte, ob er nun Mathe oder lieber Physik studiert. Ehe er selbst entdeckte, dass seine Leistungen in Chemie und Physik vor allem auf seinen mathematischen Fähigkeiten beruhen. Außerdem konnte er beim Abi am Schillergymnasium keinen Physik-Leistungskurs belegen, weil sich in seinem Jahrgang nicht genug Schüler dafür interessierten. Ein Manko, das Max sehr bedauert, weil Physik schließlich die Wissenschaft ist, mit der man die Welt ergründen kann. Max umschreibt dies kurzerhand so: "Ich gehöre zu denen, die das Handy nur wenig zum Telefonieren nutzen, es stattdessen viel lieber auseinander- und wieder zusammenbauen."

Der Unterricht in den Leistungskursen Mathe und Chemie reichten ihm daher nicht. Zusätzlich besuchte er noch die am Gymnasium angebotenen naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften und baute daheim mit seinem Großvater so manches Experiment auf. "Mein Großvater ist ein ehemaliger Physiklehrer, mein Vater Maschinenbau-Ingenieur. Das ist mein Glück", sagt Max. Daher habe er in der heimischen Werkstatt auch schon mit Halbleitern und Kondensatoren gearbeitet und anschließend die Entladungskurven theoretisch ausgewertet. "Für so manchen meiner Mitschüler wäre dies ein Graus, für mich aber ist es eine Herausforderung, der ich mich gern stelle", bekennt der 18-Jährige. Und dies gilt für ihn auch dann, wenn manchmal an einem defekten Kabel alles zu scheitern droht.

Hochfliegende Pläne in Bezug auf Auslandssemester oder gar eine Bewerbung an einer Elite-Uni in den USA hat er nicht. "Ich will das Mathe-Studium mit Informatik verbinden. Anschließend bei Firmenpraktika schauen, wo mich die Problemstellung reizt, einzusteigen, sagt Max Weiss scheiden.

Von Franziska Mohr

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