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10:13 15.02.2017
Der Schulstandort Groß Köris soll ausgebaut werden. Nicht zuletzt die Ergänzung um eine gymnasiale Oberstufe könnte die Schulwege für viele Schüler in der Region verkürzen. Quelle: Karen Grunow
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Groß Köris

„Wir sind bemüht, bis spätestens zum Sommer eine Entscheidung zu treffen“, sagt Thomas Drescher, Brandenburgs Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport, zur Zukunft der Groß Köriser Schule. Seitdem Anfang Dezember im Kreistag beschlossen wurde, dass an der Grund- und Oberschule Schenkenland eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden soll, wird in allen zuständigen Behörden rotiert, eben auch im Bildungsministerium, dass dieser inhaltlichen und damit letztlich auch baulichen Erweiterung des Schulstandortes zustimmen muss.

Die bisherige grobe Kostenschätzung für den benötigten Neubau liege bei rund 10, 5 Millionen Euro, erklärt Thomas Koriath, Amtsdirektor des Schenkenländchens. In der Verwaltung des Amtes wird derzeit ein Antrag auf Fördermittel aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm des Landes vorbereitet. Relevante Aspekte bei dieser Förderung sind auch die Ergänzung der beiden bisherigen Groß Köriser Schultypen mit einer gymnasialen Oberstufe. „Dann entstünde ein Schulzentrum“, so Koriath.

Eigenanteil der Gemeinde im Idealfall bei 30 Prozent

Auch die an der Schule bereits seit langem erfolgreiche Inklusion ist ein Aspekt. Über dieses Programm, sagt Koriath, könnten bis zu 60 Prozent der Baukosten nebst Innenausstattung gefördert werden. Vom Idealfall ausgehend, würden rund 30 Prozent dann den Eigenanteil der Gemeinde Groß Köris ausmachen, der Rest könnte eventuell vom Landkreis kommen. „Wir haben einen Baukostenzuschuss beim Landkreis beantragt“, berichtet der Amtsdirektor. Errichtet wird der Neubau durch den Schulträger, die Gemeinde Groß Köris.

Von einer „Gemeinschaftsaufgabe“ spricht denn auch Bürgermeister Marco Kehling (parteilos). „Es ist eine große Last, die eine Gemeinde mit so überschaubarer Größe auf sich nimmt“, sagt er und bekräftigt zugleich, wie gern die rund 2500 Einwohner starke Gemeinde diese Aufgabe übernehmen will. Das Interesse, betont auch Oliver Theel, Fachbereichsleiter Finanzen und Soziales in der Amtsverwaltung des Schenkenländchens, an der Schulerweiterung sei sehr groß. „Ich hoffe, dass es natürlich nicht nur für den Ort und den Schulstandort, sondern auch für die Region positiv ist“, erklärt Kehling.

Architekt hat Raumbedarf ermittelt

Laut Planung des Landkreises sollen in Groß Köris bereits mit dem nächsten Schuljahr die siebten Klassen aufgestockt werden. Und der Erweiterungsbau soll bis zum Schuljahr 2020/21 errichtet sein. Vorsichtig schätzt Theel, dass der vierzügige Betrieb wohl erst im übernächsten Schuljahr beginnen kann. Um den dann reibungslos in dem ohnehin schon zu knappen jetzigen Schulgebäude realisieren zu können, müssten wohl temporär Behelfsbauten aufgestellt werden.

Den Raumbedarf des künftigen Schulzentrums hat Architekt Stefan Zappe ermittelt. Den Auftrag dazu hatte er schon erhalten, als noch nicht klar war, dass Groß Köris tatsächlich für eine gymnasiale Oberstufe in Betracht kommt. Denn die Gemeinde plante ohnehin eine bauliche Erweiterung. Das Architekturbüro entwickelte schließlich zusätzlich eine Planung für die Variante mit der gymnasialen Oberstufe.

Einfluss auf Schülerströme

Der Traum davon ist in Groß Köris nicht neu. Das wurde nicht zuletzt in den vielen Ansprachen zur Verabschiedung des bisherigen Schulleiters Hans-Joachim Reiner vor wenigen Tagen deutlich; schon damals, erzählte dieser, habe die Schulleitung gemeinsam mit Kollegen aus Bestensee und Halbe gemeinsam dafür gekämpft, dass in einem der Orte eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet würde. „Wir wollten die Schulen sichern“, sagte er. Gescheitert sei das Vorhaben letztlich, weil die Kommunen sich nicht einigen konnten. Die aktuelle Entwicklung sei „ganz, ganz toll für die Region“, findet er.

„Unsere Fachleute sind gerade dabei zu schauen, ob das Konzept tragfähig ist“, sagt Staatssekretär Drescher. Zu bedenken sei eben auch, dass eine gymnasiale Oberstufe in Groß Köris auch Einfluss auf die Schülerströme nach Königs Wusterhausen und Lübben haben werde. Diese wurden im Rahmen einer vom Landkreis in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie ausgewertet, die im Spätsommer erstmals öffentlich vorgestellt worden war. Mehr als 850 Schüler allein der Sekundarstufe I aus der Region Schenkenländchen, Mittenwalde, Bestensee und Heidesee nahmen demnach im Schuljahr 2015/16 zum Teil sehr aufwendige Fahrtwege auf sich, um zu den weiterführenden Schulen vor allem in Königs Wusterhausen, aber auch nach Eichwalde, Wildau, Zeuthen und Schönefeld sowie teilweise nach Lübben und in den Nachbarkreis zu gelangen. Als für diese Untersuchung die Zahlen abgefragt wurden, war das „für uns wie eine Initialzündung“, sagt Bürgermeister Kehling. „Der Bedarf war offensichtlich.“

Von Karen Grunow

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