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Dahme-Spreewald "Das ist mein Baby"
Lokales Dahme-Spreewald "Das ist mein Baby"
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11:05 22.10.2013
Stefan Krähe im Jüterboger Schlosspark. Quelle: Kathrin Burghardt
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Jüterbog

MAZ: Sie sind der neue Veranstalter des Jüterboger Schlossparkfestes. Wie kam es dazu?
 Stefan Krähe: Das ist gar keine so überraschende Entscheidung. Ich habe das Fest schließlich bereits zweimal organisiert und es nach der Wende ursprünglich aus der Versenkung geholt. Das Schlossparkfest ist mein Baby, und jetzt habe ich es zurück. Nach der Zeitungsnachricht im Mai, dass die bisherigen Veranstalter es aussetzen wollen, hatte ich nicht gezögert, mich wieder bei der Stadt darum zu bewerben. Ich hatte schon länger damit gerechnet, dass das Konzept der Neuen nicht lange funktionieren würde, und am Ende offenbar recht behalten.
 
 Was ist am Konzept der letzten Feste aus Ihrer Sicht fehlerhaft gewesen?
 Krähe: Ich habe das Schlossparkfest als richtiges Volksfest für alle wiederbeleben wollen. Es sollte vor allem keinen Eintritt kosten, so dass sich auch Familien einen Besuch an allen drei Tagen leisten können und Geld für den Rummel übrig haben, so wie es die Jüterboger eben von früher her kennen. Die neuen Veranstalter hatten aus meiner Idee im Laufe der Jahre etwas völlig anderes gemacht und Eintritt genommen. Ich werde das Schlossparkfest im nächsten Jahr also wieder ganz neu starten, und von Grund auf neu aufbauen, ohne Eintritt.
 
 Warum hatten Sie die Veranstaltung denn „verloren“?
 Krähe: Das waren damals eine sehr undurchsichtige Entscheidungen der Stadtverwaltung. Als ich das Fest 2004 wiederbelebt hatte, ging ich ein großes wirtschaftliches Risiko ein. Denn solche Feste müssen erst wachsen, bis sie funktionieren. Ursprünglich hatte ich daher eine mündliche Vereinbarung mit der Stadt getroffen, es für mindestens fünf Jahre veranstalten zu können. Bereits ein Jahr später legte man mir jedoch Steine in den Weg. So musste ich beispielsweise 14 Tage vor dem zweiten Schlossparkfest überraschend in die Skate-Arena ausweichen, da der Park plötzlich nicht mehr genutzt werden durfte. Das war ein wirtschaftliches Fiasko. Ein Jahr später hatten plötzlich zwei andere Veranstalter überraschend den Zuschlag für den Schlosspark bekommen. Mit dem kürzlich unterschriebenen Zehnjahresvertrag mit der Stadt soll mir so etwas nicht wieder passieren.
 
 Was motiviert Sie, trotz der Pleite das Projekt erneut anzugehen?
 Krähe: Ich bin mit meiner Band seit vielen Jahren in ganz Deutschland unterwegs und habe schon hunderte Stadtfeste gesehen. Bei all den Reisen stelle ich immer wieder fest, dass Jüterbog die hübscheste von allen Städten ist. Da blutet mir das Herz, dass wir kein richtiges Stadtfest mehr haben. Es ist eine große persönliche Herausforderung für mich, das hinzubekommen. Ich kann jetzt fortsetzen, was ich 2004 begonnen habe.
 

Was soll Ihr Schlossparkfest künftig alles bieten?
 Krähe: Ich habe tausende Ideen, wie es eine richtig große Nummer werden kann. Das hätte Jüterbog auf jeden Fall verdient. Es hängt jedoch von den Sponsoren ab, die sich dafür einsetzen wollen. Die Stadt braucht einen Schulterschluss vieler Unterstützer, um etwas Großes hinzubekommen. In ein paar Jahren könnten mehrere Bühnen im Park mit namenhaften Bands an den Start gehen. Auch die Festwiese soll wieder für einen großen Rummel mit einbezogen werden und attraktive Fahrgeschäfte bieten. Auf den Teichen könnte man ein verrücktes Badewannenrennen veranstalten.
 
 Unterstützt Sie die Stadt dabei?
 Krähe: Eine Finanzspritze wäre natürlich toll, ist aber unwahrscheinlich. Bislang gibt es nur die Vereinbarung, dass ich den Schlosspark in den nächsten zehn Jahren in jedem August mieten darf.
 

Interview: Kathrin Burghardt

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