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Dahme-Spreewald Debatte um die MEAB-Gelder
Lokales Dahme-Spreewald Debatte um die MEAB-Gelder
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05:33 21.09.2017
Große Lkw brettern durch Gallun. Sie wollen zur Deponie Schöneiche oder kommen von dort. Das ist eine Belastung für die Anwohner. Quelle: Andrea Müller
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Gallun

Das Unternehmen MEAB im Dreieck Gallun, Schöneiche und Kallinchen überweist jedes Jahr Gelder in den Strukturfond. „Damit möchten wir ihre Bemühungen zur Verbesserung der Infrastruktur der direkten Anliegergemeinden der Deponie Schöneiche unterstützen“, heißt es in einem Brief des MEAB- Geschäftsführers Dirk-Uwe Michaelis an die Stadt Mittenwalde. Gallun ist ein Ortsteil von Mittenwalde; Kallinchen und Schöneiche gehören zu Zossen. Alle drei erhalten das Geld – doch der Umgang damit ist durchaus unterschiedlich.

Die MEAB liegt nur wenige Meter auswärts der Anlieger-Orte der Deponie Schöneiche. Die großen Lkw müssen durch die Gemeinden durchfahren. Quelle: Andrea Müller

In Gallun regt sich Unmut darüber, dass die rund 70 000 Euro im Jahr in den Mittenwalder Haushalt fließen. Viele der Deponie-Anwohner hätten das Geld gern direkt zur Verfügung, um im Ort weiter voran zu kommen. Doch seitdem Gallun zu Mittenwalde gehört, müssen die Galluner diese Finanzen mit den anderen Ortsteilen teilen. Bürgermeisterin Maja Buße (CDU) findet das so vollkommen in Ordnung. „Es ist ja dennoch sehr viel in Gallun passiert“, sagt sie. Sie konnte seit 2011 zurück verfolgen, wofür die MEAB-Gelder konkret eingesetzt wurden. So wurde 2011 die Kita in Gallun umfangreich saniert. Der Krummenseer und Birkenweg wurden 2012 erneuert. Der Parkplatz bei Berth wurde angelegt. 2014 und 2015 bekam Gallun aus diesem Fonds ein neues Feuerwehrauto. Nachweislich wurden aber 2013 und 2016 andere Ortsteile bedacht. 2013 wurde die Kita in Motzen gebaut und ein Spielplatz errichtet. 2016 wurden die MEAB-Finanzen für die Erweiterung der Schule in Töpchin verwendet. „Trotzdem kam das den Gallunern zugute“, so die Mittenwalder Bürgermeisterin. Denn auch Kinder aus diesem Ortsteil würden in der Kita in Motzen betreut oder besuchten die Grundschule in Töpchin. „Wir sind eine Stadt, da kann nicht jeder nur an sich selbst denken“, findet die Stadt-Chefin.

Aus den Strukturgeldern wurde unter anderem in Gallun in die Feuerwehr investiert. Sie liegt mitten im Ort. Quelle: Andrea Müller

Die Galluner sehen das etwas anders. Vor allem das Verkehrs-Problem ist ihnen ein Dorn im Auge. Wegen der Deponie Schöneiche brettern täglich große Lkw mitten durch den Ort. Zumindest ein Kreisverkehr, der die Situation etwas entspannen könnte, wäre ihr Anliegen. Noch lieber sähen manche eine Umgehungsstraße. Ortsvorsteher Hans-Ullrich Beese (CDU) hat Verständnis dafür. „Der Kreisverkehr kommt ja nun“, sagt er klar. Eine Umgehungsstraße indes sieht er kritisch. „Was da für Natur wieder zubetoniert würde“, meint er. Zugleich appelliert er an den Solidaritätsgedanken in der Stadt. Da müssten halt alle an einem Strang ziehen. Als Ortsvorsteher sieht er auch, was alles in den letzten Jahren in Gallun gemacht wurde, erinnert nur an die Kita und die Feuerwehr. Auch jetzt sei ihnen die Stadt bei dem Wunsch entgegen gekommen, den Weg zwischen Siedler- und Ahornweg zu bauen. Buße hat zudem die MEAB-Gelder für 2017 geblockt für einen Radweg zwischen Gallun und Motzen.

Auch die schöne Kita „Weinbergschnecke“ wurde mit Hilfe der MEAB-Gelder umfangreich saniert. Allerdings müssen auch hier die Müll-Lkw vorbei fahren. Quelle: Andrea Müller

In Schöneiche und Kallinchen allerdings läuft es anders. In beiden Zossener Ortsteilen landet das Geld zwar im Stadt-Säckl, doch können die Einwohner der Deponie-Orte eigenständig darüber verfügen, welche Projekte sie damit angehen. Norbert Magasch (Plan B) ist Ortsvorsteher von Schöneiche. „Wir können selbst entscheiden, wie wir das Geld verwenden“, sagt er. Entsprechende Vorschläge würden in Zossen vorgetragen und in der Regel auch genehmigt. Reinhard Schulz (VUB) ist Ortsvorsteher in Kallinchen. „Das Geld fließt auch in den Zossener Haushalt, steht uns aber direkt zur Verfügung“, sagt er. Hans-Ullrich Beese würde sich hier in Mittenwalde mehr Transparenz wünschen. Dann würden auch die Bürger sehen, dass ihnen das Geld auch in Gallun zugute kommt.

Von Andrea Müller

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