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Dem Neubaugebiet fehlt eine Lobby

Königs Wusterhausen Dem Neubaugebiet fehlt eine Lobby

Im Rahmen einer Einwohnerversammlung wurde eine aktuelle Studie zur Entwicklung des Neubaugebietes in Königs Wusterhausen vorgestellt. In dem Gebiet rechts und links der Luckenwalder Straße leben etwa 9000 Menschen – und damit jeder vierte Königs Wusterhausener Bürger.

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Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW, r.) stellte den Einwohnern die Verfasser der Studie zur Entwicklung des Neubaugebietes vor: Clemens Klikar (l.), Lorenz Teucher und Anja Mocker.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. „Das Neubaugebiet in Königs Wusterhausen ist deutlich besser als sein Ruf. Es ist kein Armenhaus und schon gar kein Ghetto.“ Dieses Fazit zog der Leiter des Büros „stadt.menschen.berlin.“, Clemens Klikar, am Donnerstagabend auf einer Einwohnerversammlung zum Thema „Mehr Lebensqualität im Neubaugebiet“. Bürgermeister Swen Ennullat (Freie Wähler KW) hatte dazu alle dort lebenden Bürger in die Aula der Grundschule „Erich-Kästner“ eingeladen, in der allerdings – wohl aufgrund einer unzureichenden Bekanntmachung des Termins – viele Plätze frei blieben. So verfolgten etwa 70 Bürger, darunter mehr als ein Drittel Jugendliche, die Vorstellung der Ergebnisse der seit Beginn dieses Jahres durch Interviews, Fachgespräche, Streifzüge mit Jugendlichen sowie die Auswertung von Sozialdaten erarbeiteten Studie.

Insgesamt lebt in diesem Gebiet links und rechts der Luckenwalder Straße fast jeder vierte Bürger der Stadt Königs Wusterhausen einschließlich ihrer Ortsteile. Hier wohnen etwa 9000 Einwohner, von denen 8076 deutsche Staatsbürger sind. 922 sind Ausländer, davon 294 EU-Bürger. Im Brandenburger Vergleich gestaltet sich die Altersstruktur relativ günstig. Ein knappes Drittel, exakt 2832 Bewohner, sind 60 Jahre und älter, denen 1709 Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren gegenüberstehen.

Planer empfiehlt Geburtstagsfeier

Die Macher der Studie hoben hervor, dass das Neubaugebiet „die Adresse für bezahlbaren Wohnraum“ ist, der in der Stadt nur noch sehr schwer zu finden ist. Daher konzentriert sich hier zwangsläufig die Anzahl der Personen, die auf Wohngeld, Hartz-IV-Leistungen oder auf soziale Teilhabe angewiesen ist. Dennoch hat dieses Gebiet den Stadtentwicklern zufolge Stärken: viele grüne Freiflächen, günstige Mieten, einen guten Sanierungsstand der Wohnungen sowie auch eine Vielzahl von Beratungs- und Kultureinrichtungen wie die Jugendklubs Fontane und Weinert, den Bürgertreff oder das Mehrgenerationenhaus. „Das Neubaugebiet wird oft schlecht geredet und bewegt sich in der öffentlichen Diskussion zwischen DDR-Nostalgie und Ghetto-Stempel“, sagte Clemens Klikar. Um dies zu ändern, empfahl er, im nächsten Jahr die 30-jährige Wiederkehr des Abschlusses der Bauarbeiten 1988 für eine Geburtstagsfeier mit Fachvorträgen, Projektwochen und gemeinsamen Feiern mit allen Stadtbewohnern zu nutzen. Das sei auch eine Chance, um „eine positive Zukunftsvision jenseits des Status Quo zu entwickeln.“ Zumal dem Neubaugebiet derzeit eine Lobby fehle. Als zentralen Anker betrachten die Planer von „stadt.menschen.berlin.“ dabei die Entwicklung des Fontane-Centers. Für Klikar könnte es sogar eine „weise Entscheidung“ sein, wenn die Stadt sich dort direkt einbringt. Es müsse verhindert werden, dass mitten im Neubaugebiet in einigen Jahren ein zugenagelter Schandfleck steht.

Bessere Vernetzung gefordert

In der Diskussion begrüßte die Schulleiterin der Busch-Grundschule, Claudia Schröter, die Idee einer Geburtstagsfeier. „Wir benötigen in der Stadt dringend eine Aufwertung des Neubaugebietes, in dem es von allen Einwohnern von Diepensee bis Zernsdorf auch tatsächlich wahrgenommen wird“, sagte sie. Einwohner Uwe Kretschmar aus der Gerhart-Hauptmann-Straße warnte jedoch davor, dass die Stadt Eigentümerin des Fontane-Centers wird. Das Gebäude sei fertig. Rolf Bollensdorf aus der Fontanestraße forderte, dass die Angebote im Neubaugebiet besser vernetzt werden. „Bisher wurstelt jeder für sich.“ Ines Gündel vermisst einen Quartierskoordinator.

Für die bestehenden Treffpunkte wurden Öffnungszeiten gefordert, die sich auch auf die Abendstunden und die Wochenenden erstrecken. Abschließend stellte der Bürgermeister fest, dass die Diskussion eröffnet sei. Er forderte die Bürger auf, diesbezüglich auch seine Sprechstunden dienstags und donnerstags im Rathaus zu nutzen.

Von Franziska Mohr

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