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Dahme-Spreewald Der Bewahrer der Landschaften
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11:25 19.11.2016
Gerhard Mauermann in seinem Atelier im Schenkenländchen. Quelle: Dörthe Ziemer
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Schwerin

Das Gefühl, an all diesen Orten schon gewesen zu sein, wird der Betrachter der Landschafts- und Ortsgemälde von Gerhard Mauermann nicht los. Doch der Eindruck trügt: Der Schweriner Maler war so häufig mit Pinsel und Staffelei unterwegs, dass unmöglich jemand anderes all diese Orte ebenfalls besucht haben kann.

Vielleicht sind es die warmen Farben, die weichen Konturen oder die immer ein friedliches Moment in sich tragenden Motive, die das Gefühl von Vertrautheit herstellen. Vielleicht entsteht dieser Eindruck aber auch deshalb, weil Mauermann in seinen Bildern das Vergängliche festzuhalten sucht. „Mir liegt daran, das zu bewahren, was dem Verfall oder Niedergang preisgegeben ist“, erzählt er. Als gebürtiger Görlitzer hat er Zerfall, Wandel und Wiederaufbau intensiv und immer wieder auch schmerzlich erlebt.

Erste Ausstellung in den 50er Jahren

Die heute wieder erblühte Stadt an der Neiße hat Mauermann auf vielen Bildern festgehalten. Dort zeigte er seine erste Ausstellung in den 1950er Jahren. Und obgleich er damals auch das Malerhandwerk lernte, sollte die Malerei mehr als 30 Jahre lang ein Hobby bleiben. Denn der Sohn eines Auslandskorrespondenten und einer Hausfrau begann nach der Lehre, Musik zu studieren und spielte anschließend als Orchestermusiker im Erich-Weinert-Ensemble der Volksarmee der DDR Bratsche.

1987 entschloss er sich, die Freiberuflichkeit als Maler zu wagen. Damals lebte er schon fast 20 Jahre in Schwerin im Schenkenländchen. Seine Frau hatte als Lehrerin ein regelmäßiges Einkommen und der Maler schaffte es, sich ein Netzwerk an Auftraggebern und Interessenten aufzubauen. „Das gelang mir durch konsequentes Arbeiten im Freien“, erklärt er. „Dadurch bin ich mit Menschen in Kontakt gekommen.“

Schmerz als Motor für künstlerische Arbeit

Das viele Unterwegssein half ihm während der politischen Wende von 1989 weiterzumachen. „Man stand plötzlich vor einem Nichts“, erinnert sich Mauermann, der einen Großteil seines Berufslebens dem Staat gedient hatte, der gerade untergegangen war. Wieder hieß es: Kontakte knüpfen, Netzwerke aufbauen. Wenn Gerhard Mauermann über diese Zeit berichtet, fällt es ihm schwer, seinen Schmerz über das Verlorengegangene zu verbergen.

Dabei war dieser Schmerz einer der Motoren für die weitere künstlerische Arbeit. „Ich malte, was mir Wesentlich erschien, was mir am Herzen lag“, erzählt der heute fast 80-Jährige. Wie Mauermann ging es offenbar vielen anderen Menschen – jenen, die in Westdeutschland Arbeit gefunden hatten und ein Stück Heimat mitnehmen wollten. Sie wurden zu seinen Kunden – obwohl Gerhard Mauermann das Wort gar nicht mag – und haben, sagt er, seine neue Existenz nach der Wendezeit begründet.

Und auch wenn er diese Phase als sehr schwierig in Erinnerung hat, so habe es nie eine Zeit gegeben, in der er an seinem Beruf gezweifelt hat. „Das Malen ist mein Traumberuf geworden“, sagt er. „Es gibt nichts Besseres und nichts Schöneres als zu malen.“ Die Malerei war für ihn nie das Hobby, das er zum Beruf gemacht hat, sondern schon immer Berufung.

Von Dörthe Ziemer

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