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Dahme-Spreewald Der Erfolg steckt im Maisfeld
Lokales Dahme-Spreewald Der Erfolg steckt im Maisfeld
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00:19 20.09.2017
Eric Fechner steht auf einem Maisfeld seines Betriebes und überprüft die Ernte. Anders als bei anderen Getreidearten fällt sie hier gut aus. Quelle: Christina Koormann
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Baruth

Gemächlich fährt der Feldhäcksler über einen Acker in Groß Ziescht und zieht mit seinem Maisgebiss die hoch gewachsenen Maispflanzen vom Feld in seinen Schlund. Bei einer Geschwindigkeit von fünf Stundenkilometern schleudert die Maschine Sekunden später das zerhäckselte Grün aus Maiskolben und Pflanzen durch ihren Auswurfturm wieder nach draußen auf das neben ihr fahrende Transportfahrzeug. Es dauert nur wenige Minuten, bis die beiden an einen Traktor gekoppelten Wagen komplett beladen sind. Der Traktor fährt vom Acker und macht sich mit der geladenen Ernte auf den Weg zum Silo, wo sie gelagert werden soll.

Anfang September hat die Baruther Urstromtal Rinderhaltung GmbH mit der Maisernte begonnen. „Der Regen hat das Wachstum begünstigt, in diesem Jahr sind die Erträge sehr gut“, sagt Eric Fechner, der in der Leitung des Betriebes seit August 2016 als Pflanzenbauleiter tätig ist. „Als Landwirt ist man immer abhängig vom Wetter, jedes Jahr ist wie eine Lotterie – aber das macht die Sache auch spannend, man muss sich immer neu darauf einstimmen.“

Kein Glück mit dem Wetter

In diesem Jahr hatten die Landwirte beim „Lotto spielen“ mit dem Wetter kein Glück: Die Getreideernte ist verhältnismäßig schlecht ausgefallen, ein großes Defizit zieht sich durch alle Getreidearten. Das bestätigt Manfred Schuhmann, Leiter des Kreis-Landwirtschaftsamtes Dahme-Spreewald.

„Die Ernte beträgt nur 80 Prozent vom Vorjahr, wo sie auch bereits schlecht war“, sagt Schuhmann. Schuld daran sei die langanhaltende Trockenheit im späten Frühling – zwischen fünf und sechs Wochen hatte es in dieser Zeit nicht geregnet. „Das ist für die Ernte fast tödlich“, sagt Schuhmann. Dabei sei das Getreide gut durch den Winter gekommen, so dass man im April davon ausgehen konnte, dass die Ernte gut ausfallen werde. Doch den Getreidesorten habe zum entscheidenden Zeitpunkt Regen gefehlt.

Das gleiche Szenario habe sich auf den Raps übertragen; die Ernte betrug in diesem Jahr nur 81 Prozent des Vorjahres. „Am verheerendsten ist die Ernte des Winterroggens ausgefallen“, sagt Schuhmann. Waren es im Vorjahr noch 41,8 Dezitonnen pro Hektar gewesen, sank der Ertrag 2017 auf 28,9. „Das ist unser schlechtestes Ergebnis“, sagt Schuhmann.

Zu viel und zu wenig Regen sind schuld an schlechter Ernte

Im nördlichen Brandenburg sei ein gegenteiliges Problem aufgetreten: „Alles, was nördlich von Potsdam liegt, hat im Juni Regen abbekommen, aber wegen des heftigen Niederschlags können die Felder dort jetzt nicht abgeerntet werden“, berichtet Schuhmann. „Dort ist der Boden so aufgeweicht, dass es nicht möglich ist, auf den Acker zu fahren. Das Getreide, das dort jetzt noch steht, kann man komplett vergessen.“

Diese Problematik betrifft auch den nördlichen Teil von Teltow-Fläming. Dort sei es zu großen Schäden gekommen, vermeldet Helmut Dornbusch, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Teltow-Fläming. Die Obstbauern hatten im Frühjahr mit Frost zu kämpfen, dann wechselten sich Temperaturen von bis zu 35 Grad mit heftigen Gewittern ab. Aufgrund der extremen Wetterlagen sei 2017 für Obst- und Getreidebauern ein sehr verlustreiches Jahr. Ein Problem mit dem Getreide sei auch, dass die Qualität schlecht sei. Durch den vielen Regen kann es nur noch als Futtergetreide dienen. „Die Landwirte jammern nicht, aber die Lage ist prekär“, sagt Schuhmann.

Hoffnung liegt auf Milch, Mais und Sonnenblumen

Positiv wird jedoch in beiden Landkreisen die Bilanz der Milchpreise bewertet: „Wir sind mittlerweile bei einem Preis, der zumindest weitestgehend die Kosten abdeckt“, sagt Schuhmann. „Wir hoffen, dass der Preis weiter anzieht, so dass wenigstens ein Ausgleich über die Milch zustande kommt.“Dornbusch meint: „Die Preise liegen derzeit bei 34 bis 35 Cent pro Liter.“ Das „Sorgenkind Milchproduktion“ sei somit etwas aus dem Fokus gerückt.

Auch die Sonnenblumenernte fiel gut aus und die Futterversorgung dürfte kein Problem werden. Die Grünanlagen seien gut gediehen, meint Schuhmann.

Der verhältnismäßig schlechte Sommer hat, im Gegensatz zu den anderen Getreidesorten, dem Mais sehr gutgetan, und der 26-jährige Eric Fechner ist sich sicher: „In diesem Jahr wird sich die Ernte wegen der Massen an Mais länger als einen Monat hinziehen.“ Die Erntezeit des gelben Getreides beginnt normalerweise im September und endet Mitte Oktober.

Auf 290 Hektar baut der Betrieb von Fechner Mais an, was 20 Prozent der gesamten Anbaufläche ausmacht. 2100 Hektar teilen sich in 1400 Hektar Ackerland und 695 Hektar Grünland. Auf den Wiesen der Baruther Urstromtal Rinderhaltung GmbH grasen 800 Kühe, neben Mais baut das Unternehmen Möhren, Kartoffeln und verschiedene Getreidesorten wie Weizen, Roggen und Gerste sowie Raps an. „Für die anderen Getreidesorten fällt die Erntezeit zwischen Juli und August, sie werden eher geerntet als der Mais“, erklärt der junge Landwirt. „Das ist ein Zeitraum, in dem bei uns viel Arbeit anfällt.“ Auch hier sind die Folgen des unberechenbaren Wetters sichtbar geworden.

Schädlinge sind ein zusätzliches Problem

Seit sieben Uhr ist Fechner auf den Beinen, ein Erntetag dauert bis zu elf Stunden. „Meine Aufgaben sind die Absprache und Koordination der Ernte, ich sitze viel am Schreibtisch, springe aber auch auf dem Feld mit ein.“ Er steht auf einem abgeernteten Teil des Feldes neben noch unberührten Maispflanzen und schneidet den Stiel einer abgeknickten Pflanze durch. Im Innern des Stiels sind Fressspuren zu sehen: Hier hat sich die Raupe des Maiszünslers im Laufe des Spätsommers langsam vom Stängelmark nach unten gefressen. „Es ist schwer, den Bestand des Maiszünslers einzudämmen“, erläutert Fechner. „Der Befall wird immer stärker.“

Weil die Schädlinge sich in die Pflanzen fressen, knicken diese ab, was die Erntearbeit erschwert. „Deshalb ändern wir regelmäßig die Fruchtfolge und pflanzen auf diesem Feld als nächstes Wintergerste.“ Bleiben die Maisstoppeln auf dem Feld, können die Raupen des Insekts darin überwintern und im nächsten Jahr erneut Schaden anrichten. Auch Wildschweine fressen gerne Maiskolben und tragen deshalb mit zur Zerstörung der Felder bei. „Sie drücken die Pflanzen nach unten, um an die Kolben heranzukommen“, sagt Fechner.

Der Großteil der Maisernte des Betriebs wird als Silomais für eine Biogasanlage gehäckselt. „Einen kleinen Anteil bieten wir auch in unserem Hofverkauf an“, sagt Fechner. Speisemais ist für den Betrieb kein Thema. „Dafür braucht man eine Extra-Erntemaschine, und Speisemais wird ebenfalls früher geerntet, wenn die Körner noch nicht so fest sind wie jetzt“, berichtet der Landwirt.

Ein Traktor mit leeren Wagen kommt wieder auf das Feld gefahren und positioniert sich neben dem Feldhäcksler. Andreas Krentz, der ihn steuert, fährt wieder los und zieht neue Pflanzen in die Maschine. Parallel regnet der zerhäckselte Mais auf Kopfhöhe rechts von ihm in die beiden Anhänger. Am Tag rieseln insgesamt 728 Tonnen Mais und Maisgrün hinein.

Arbeit auf dem Feld: Andreas Krentz fährt den Feldhäcksler und kontrolliert dabei genau, ob die Ernte im Transporter landet, der rechts neben ihm fährt. Quelle: Christina Koormann

Mit den zerhäckselten Maispflanzen fährt der Traktor zur Silo-Anlage. Dort zieht er die Anhänger auf eine Waage, die das Gewicht der Ernte in Tonnen anzeigt. Die Zahl wird notiert, bevor die Last am Silo abgekippt, dort mit einem Radlager auf das Silo geschoben und mit einer Walze festgefahren wird. Je weniger Luft zwischen die Partikel kommt, desto geringer ist die Gefahr, dass die Ernte schimmelt.

„Das sieht gut aus“: Eric Fechner kontrolliert am Silo den gehäckselten Silomais. Quelle: Christina Koormann

„Es ist wichtig, dass alle Körner angeschlagen sind“, sagt Fechner. „Sonst könnten die Bakterien das Material nicht zersetzen.“ In Paplitz hat der Betrieb mit drei Silos seine größte Anlage, eine weitere befindet sich in Horstwalde. Bis zu 4000 Tonnen passen in einen dieser Speicher; eines der drei Silos war schon nach wenigen Tagen voll. „Die Kapazität wird für diese Ernte nicht ausreichen, wir werden zusätzlich direkt am Feld lagern“, sagt Fechner.

Von Christina Koormann

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