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Dahme-Spreewald Der Fliegerarzt von Schönefeld
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00:28 25.03.2018
Fliegerarzt Matthias Wirth Quelle: Josefine Sack
Schulzendorf

Manchmal geht es in Matthias Wirths Praxis zu wie in Heidi Klums CastingshowGermany’s Next Topmodel“. Matthias Wirth ist Fliegerarzt am Flughafen Schönefeld. Zu ihm kommen Piloten, Fluglotsen, Angestellte der am Airport ansässigen Firmen, Flugbegleiter und diejenigen, die es noch werden wollen.

Wenn der Traumjob „Stewardess“ platzt

Unter seinen Kunden – so nennt der Fliegerarzt seine Patienten, weil sie selten mit akuten Leiden zu ihm kommen – sind viele junge Frauen, deren größter Wunsch es ist, als Stewardess um den Globus zu jetten. Doch bevor sie in ihren Traumjob starten, müssen sie erst einmal zu Wirth. In einer Flugtauglichkeitsprüfung – dazu gehören etwa Hör-, Seh- und Belastungstests – untersucht der Mediziner, ob sie geeignet sind für den Beruf als Flugbegleiterin. Knackpunkt dabei ist die Mindestkörpergröße von 1,60 Metern, die nahezu alle Airlines vorschreiben. „Wenn bei der Untersuchung herauskommt, dass ein Zentimeter bis zum Traumjob fehlt, fließen schon mal Tränen“, berichtet Constanze Behrend. Wirths Ehefrau, von Beruf betriebliche Sozialberaterin und Wirtschaftsmediatorin, ist zuständig für die Terminkoordination in der Praxis.

Fliegerarzt Matthias Wirth und seine Frau Constanze Behrend in ihrer Praxis am Flughafen Schönefeld Quelle: Josefine Sack

Ohne Termin geht in der Schönefelder Praxis nichts

Denn ohne Termin geht dort nichts. Die Sprechstunden sind Monate im Voraus ausgebucht. An die 1000 Piloten und noch einmal so viele Flugbegleiter pro Jahr untersuchen Wirth und sein fünfköpfiges Team, für das er aktuell noch Verstärkung sucht, auf ihre Flugtauglichkeit. Insgesamt umfasst seine Praxiskartei an die 50 000 Kunden. Neben dem „fliegenden Personal“ sowie sämtlichen bei der Flughafengesellschaft angestellten Mitarbeitern betreut der 50-Jährige als Betriebsarzt etwa 30 weitere Firmen, die am Airport ansässig sind, sowie sämtliche Feuerwehrleute aus der Region. Wirth ist Arbeitsmediziner. Nach der Facharztausbildung hat er sich zum Sachverständigen in Flugmedizin ausbilden lassen – „aus alter Familientradition“, wie er sagt.

Sollte man erkältet fliegen?

Auf gar keinen Fall fliegen sollte man, wenn man Fieber hat. Das kann gefährlich für Herz und Lunge werden. Denn aufgrund der gestörten Funktionen im Organismus kann es leichter zu einer Gerinnungsstörung oder Thrombose kommen.

Bei leichtem Schnupfen spricht prinzipiell nichts gegen das Fliegen. Ärzte raten aber, vor dem Start und der Landung abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen zu verwenden.

Sind die Schleimhäute stark angeschwollen, wird ein Druckausgleich zu den Ohren fast unmöglich. Im schlimmsten Fall führt das zu starken Schmerzen bis hin zum Trommelfellriss.

Denn schon sein Vater praktizierte als Fliegerarzt. Jürgen Wirth war einer der letzten Betriebsärzte der früheren DDR-Poliklinik am Schönefelder Flughafen, der bis 1991 von der staatlichen Interflug-Gesellschaft betrieben wurde. Nach der Wiedervereinigung gingen viele seiner Kollegen in den Ruhestand oder kehrten Schönefeld den Rücken. Wirth senior blieb und eröffnete 1992 eine eigene Praxis auf dem Verwaltungsgelände des Flughafens. Obwohl die Räume in Block B 027, wo sich die Praxis bis heute befindet, alt sind und obendrein aus allen Nähten platzen, ist Matthias Wirth am Airport geblieben. 2004 hat er die Praxis des Vaters übernommen. „Von hier aus sind es drei Gehminuten bis zur Geschäftsstelle der Flughafengesellschaft“, sagt Wirth. Die Nähe zur Praxis ist ein wichtiger Service für die Mitarbeiter, ergänzt er.

Nichts für Menschen mit Platzangst: Zum Hörtest müssen die Fluglotsen in die schallisolierende Kabine. Quelle: Josefine Sack

In Berlin und Brandenburg ist die Zahl der Fliegerärzte überschaubar. In Brandenburg haben außer Wirth nur fünf weitere Kollegen die Lizenz des Luftfahrt-Bundesamts (LBA). In Berlin praktizieren laut einer Übersicht des LBA 13 Mediziner. Auch bundesweit sei die Zahl der Mitstreiter überschaubar, ergänzt Wirth. „Meistens trifft man sich bei Fortbildungsveranstaltungen“, so der Mediziner, der auch ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Deutschen Fliegerarztverbands ist.

„Der Beruf als Fliegerarzt ist zwar sehr abwechslungsreich, der Praxisalltag aber irrsinnig vorschriftenlastig. Das macht man nicht einfach so nebenbei“, sagt Wirth. Langstreckenflüge nach Übersee oder Flüge innerhalb der EU – je nach Reiseziel gelten andere Vorschriften. Malaria, Gelbfieber oder sonstige Tropenerkrankungen – um zu wissen, wo Ungemach drohen könnte muss Wirth gut recherchieren. Für viel Bürokratie sorgen zudem die speziellen Anforderungen der Airlines.

Schon ein Schnupfen kann im Cockpit zum Problem werden

Zu Wirths Stammgästen gehören die Berufspiloten. Sie müssen jedes Jahr „zur Durchsicht“, ab dem 60. Lebensjahr sogar alle sechs Monate. Flugbegleiter werden mindestens alle fünf Jahre „durchgecheckt“. „Es geht darum, regelmäßig zu kontrollieren, ob das fliegende Personal fit und gesund genug ist, um seinen Job sicher zu erledigen“, sagt Wirth.

Als Hobbyflieger weiß der Mediziner, dass selbst ein Schnupfen im Cockpit zum Problem werden kann. „Wer’s einmal gemacht hat, hat seine Lektion gelernt“, sagt Wirth. Vom Fliegen mit zugeschwollener Nase rät er ab: „Spätestens beim Sinkflug sind die Ohren dicht.“ Starke Schmerzen bis hin zum Trommelfellriss sind die Folgen.

Von Josefine Sack

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