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Dahme-Spreewald Der Kantor und sein Spatzenchor
Lokales Dahme-Spreewald Der Kantor und sein Spatzenchor
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05:35 09.11.2016
Der Teupitzer Spatzenchor übt unter Anleitung von Kantor Jörg Borleis. Quelle: Dörthe ziemer
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Teupitz

„Brummbär“, sagen die einen und klatschen, während die anderen über diesen Grundschlag ein paar Zeilen Text sprechen: „. . . und wie mich Gott erschaffen hat, so zottel’ ich daher.“ Die Kinder des Teupitzer Spatzenchores schulen ihr Gespür für Rhythmus und Notenlängen. Sie sitzen auf Hockern, vor ihnen Kantor Jörg Borleis. An Freitagnachmittagen leistet er musikalische Basisarbeit.

Nachwuchsmangel führte zum Spatzenchor

Eigentlich war die Arbeit mit so kleinen Kindern – die meisten Spatzen sind vier Jahre alt – in der Teupitzer Kantorei nicht vorgesehen. Vorschüler und Erstklässler waren es einst, die Jörg Borleis in seinem jüngsten Chor hatte. Dann wurden es immer weniger Sänger, gleichzeitig fragten immer mehr Eltern jüngerer Kinder nach, ob diese nicht mitsingen könnten.

Kantor Jörg Borleis Quelle: Dörthe Ziemer

Der Kantor freut sich über das Interesse und das Engagement der Eltern, gleichzeitig macht er keinen Hehl daraus, dass es schwierig ist, mit so kleinen Kindern zu arbeiten, wenn nicht etwas ältere, erfahrenere Sänger dabei sind. Doch die Arbeit mit den Jüngsten ist ihm wichtig, schließlich brauchen seine anderen drei Chöre Nachwuchs.

Der Kinderchor für die Zweit- bis Sechstklässler hat zurzeit 15 Mitglieder, der Jugendchor etwas mehr als 20 und der Kirchenchor 25 – dort ist nur ein Sänger jünger als der 52-jährige Kantor.

Aufbauarbeit seit 22 Jahren

Seit er als 30-Jähriger nach Teupitz kam, hat er aufgebaut, was für so eine kleine Gemeinde ungewöhnlich ist: vier Chöre, einen Posaunenchor und immer wieder Projektarbeit, in die zumindest zeitweise weitere Sänger – etwa die Eltern der Spatzen und Kinder – eingebunden werden.

Damit führe der Kantor, lobt Pfarrer Nico Steffen, auch Menschen an den christlichen Glauben heran, die nicht getauft sind. Die größeren Werke, die die Kinder, Jugendlichen und zum Teil ihre Eltern einstudieren, haben ja immer einen christlichen Hintergrund. Dieser werden, erklärt der Kantor, auch in der Gemeinschaft thematisiert, etwa auf Chorfahrten, die für die Kinder und Jugendlichen ganz besondere Höhepunkte sind.

De Jüngsten lernen Rhythmus und Stillsitzen

Auch bei den Spatzen spielt Gott zwar ein Rolle, aber im Vordergrund stehen sauberes Singen, die Schulung von Gehör und Rhythmus-Empfinden, das Kennenlernen von Instrumenten, Bewegung, aber auch mal Stillsitzen. Dabei zeigt sich, was sich auch bei den großen Sängern und Posaunisten immer wieder offenbart: Die einen wollen vor allem Spaß beim Singen und Musizieren haben, andere betreiben das Hobby mit einiger Ernsthaftigkeit, um sich musikalisch weiterzuentwickeln.

Beides in Einklang zu bringen – das ist die Herausforderung, an der Jörg Borleis arbeitet, seitdem er in Teupitz ist. Denn wegschicken will er niemanden. Alle, die musizieren wollen, sind willkommen. Bei den Spatzen lässt sich der Kantor viel einfallen, um alle Kinder mitzunehmen: Bewegungslieder, Lieder, in denen Tierstimmen vorkommen, Klatschen, Stampfen – und zwischen allem ein stetiger Wechsel.

Am Ende singen die Eltern für ihre Spatzen

Ganz am Ende der halbstündigen Spatzenprobe, nachdem Jörg Borleis die wartenden Eltern eingeladen hat, eine Strophe von „Der Mond ist aufgegangen“ mitzusingen, lauschen alle Kinder ganz still dem Gesang hinterher. Die Lebhafteste sagt: „Oh, schön.“ Da können die Kinder ahnen, wohin es gehen kann: zu einem schönen Klang, der alle Sänger froh macht.

Probentermine: freitags an Schultagen: 15.50 Uhr Spatzenchor (bis 1. Klasse), 17.15 Uhr Kinderchor (2. bis 6. Klasse), 18.55 Uhr Jugendchor (ab 7. Klasse); dienstags: 17.55 Uhr Posaunenchor, 19.35 Uhr Kirchenchor.

Von Dörthe Ziemer

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