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Dahme-Spreewald Der Kirchenkreis Zossen-Fläming
Lokales Dahme-Spreewald Der Kirchenkreis Zossen-Fläming
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18:16 25.05.2017
David Hartwig und Laura Görner warben als Adam und Eva für das Jüterboger Mysterienspiel und den „Paradiesapfelsaft“. Quelle: Oliver Fischer
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Berlin

Rosenthal ist ein Ortsteil von Dahme, keine 400 Einwohner und jotwede – oder „in the middle of nowhere“, wie die örtliche Pfarrerin Britta Rostalsky sagt, mitten im nirgendwo. Besucher finden entsprechend selten den Weg nach Rosenthal – aber am Mittwochabend fühlte es sich für Britta Rostalsky und acht Jugendliche aus der Jungen Gemeinde an, als wäre Rosenthal der Nabel der Welt. Oder wenigstens dort zu Gast.

Denn der Stand der Rosenthaler wurde auf dem an Attraktionen nicht armen Berliner Kirchentag förmlich von Besuchern überrannt. Die Jugendlichen hatten sich ein knappes halbes Jahr auf diesen Tag vorbereitet und zwei Aktionen mitgebracht, um die Massen an ihrem Stand zu halten und Werbung für ihren Ort und Rosenthals Luther-Party im Herbst zu machen.

Zum einen hatten sie einige von Luthers Thesen in heutiges Deutsch übersetzt, auf Zettel geschrieben und laminiert. Wer Lust hatte, konnte die Zettel an einen Balken nageln. Des Weiteren hatten sie ein großes Puzzle vorbereitet mit Porträts von Luther und seinem weniger bekannten Zeitgenossen, dem Dahmer Pfarrer Georg Buchholzer. Die Besucher zeigten sich angetan, sie hämmerten und puzzelten dermaßen engagiert, dass die Jugendlichen mit der Betreuung kaum hinterherkamen. „Natürlich wäre es eine Enttäuschung gewesen, wenn sich niemand für unseren Stand interessiert hätte. Aber wie viele Leute tatsächlich zu uns kommen, ist schon irre“, freute sich der Rosenthaler Michael Müller.

Aber auch an den anderen Ständen, die am Mittwoch beim „Abend der Begegnung“ den Kirchenkreis Zossen-Fläming in Berlin vertraten, blieb genug zu tun. Bei der Zossener Pfarrerin Leen Fritz radelten zahlreiche Besucher auf einem Fitnessrad eine virtuelle Bilderstrecke mit 100 Kirchen des Kirchenkreises ab und verdienten sich Traubenzucker.

Am Stand der Mittenwalder Kirchengemeinde ließ Kantorin Christine Burleis die Kirchentagsgäste Paul-Gerhard-Lieder nach einem Farb-Noten-System auf Boomwhackern spielen, bunten Plastikrohren. Selbst Superintendentin Katharina Furian spielte mit. Frauen aus der Kirchengemeinde buken unterdessen im Akkord Waffeln – 500 wurden sie ans Kirchentagsvolk los.

Andere, wie Jörg Podzuweit und Falk Kubitza vom Jüterboger Heimatverein, verausgabten sich eher beim Reden. Die beiden traten als Ritter Hans von Hake und Kurfürst Joachim I. auf, beantworteten Fragen und warben mit Klemmkuchen und vielen Worten für ihre Heimatregion, die für die Reformation keine unwichtige Rolle spielte. Sie trugen dabei Kleidung aus dem 16. Jahrhundert – gegen David Hartwig und Laura Görner von der Kirchengemeinde Jüterbog kamen sie aber noch fast zeitgenössisch daher. Hartwig – seines Zeichens Leiter der Jüterboger Grundschule – und die Abiturientin Laura Görner standen nur weniger Meter weiter in hautfarbenen Bodys als Adam und Eva auf der Schliemannstraße. Eine etwas frostige Angelegenheit, wie David Hartwig einräumte. Aber ungeachtet dessen ließen sich die beiden fast sieben Stunden lang bereitwillig fotografieren – mit und ohne Paradiesapfel, gern auch als Hintergrund für Selfies. Der Grund für ihren Auftritt: Reklame für das Mysterienspiel, das unter der Regie von Pfarrer Bernhard Gutsche im Herbst in der Nikolaikirche aufgeführt wird. Außerdem brachten sie Paradies-Apfelsaft unters Volk, den die Kirchengemeinde im vergangenen Jahr aus Äpfeln der Flämingregion hatte pressen lassen.

Um 18 Uhr, als beim Gottesdienst 40 000 Menschen auf der Wiese vor dem Reichstag den Worten des Landesbischofs lauschten, geriet aber alles Werben in den Hintergrund: „Es ist einfach krass, wenn so viele Leute auf einem Haufen zusammenkommen. In der Masse zu sitzen, wenn alle singen, und gleichzeitig die Soldaten auf den Dächern der umstehenden Gebäude zu sehen, das war eindrucksvoll“, sagte Marie Heider von der Jungen Gemeinde Rosenthal später.

Von Oliver Fischer

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