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Dahme-Spreewald Der Krach kommt – so oder so
Lokales Dahme-Spreewald Der Krach kommt – so oder so
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12:57 06.03.2014
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Die Absage der vorzeitigen Inbetriebnahme der südlichen Startbahn des neuen Flughafens habe den Anwohnern nur eine Verschnaufpause beschert. Das sagt Gernut Franke, der im Norden Schulzendorfs und damit nur wenige Kilometer von der Startpiste entfernt wohnt. „Dem Krach entrinnt niemand, er kommt, wenn auch später“, fügt der Vize-Chef des Bürgervereins Brandenburg-Berlin (BVBB) hinzu.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn wollte die Nordbahn ab Juli baulich sanieren und den Flugverkehr für mehrere Monate auf die längst fertiggestellte, aber noch nicht in Betrieb genommene Südbahn verlagern. Da es seiner Gesellschaft nicht gelang, die vom Fluglärm betroffenen Brandenburger rechtzeitig mit ordnungsgemäßem Lärmschutz zu versorgen, zog er seinen Plan kürzlich zurück.

Gernut Franke, Vize-Vorsitzender des BVBB. Quelle: Klaus Bischoff

Das Hauptproblem Schulzendorfs bleibe die in einem Winkel von 15 Grad nach Osten führende Startroute, sagt Gernut Franke. Ihren Lärmteppich werde sie täglich über Hunderte Schulzendorfer Kinder ausbreiten – über allen, die Schule, Hort oder Kitas besuchten. „Mit ihr wird auch ein großer Teil unseres Ortes dem Lärm ausgesetzt“, sagt der Vize-BVBB-Vorsitzende. Das beeinträchtige die Gesundheit der Bewohner und lasse den Erholungswert der Kommune gegen Null schwinden. „Den Traum vom grünen Wohnort am Rande Berlins haben wir dann wohl ausgeträumt.“

Ein Lob hat der gelernte Fernmeldemechaniker für das Flughafenmanagement doch übrig. Den Gutachtern, die jetzt ausgeschickt würden, um im Rahmen des Schallschutzprogramms erneut Tausende Häuser einzustufen, attestiert er eine bessere Arbeit als ihren Kollegen, die in früheren Jahren unterwegs waren. Festgestellt hat er das in seinem eigenen Haus. „Die Bewerter sind diesmal viel gründlicher vorgegangen, haben in jede Ecke geschaut“, sagt der Schulzendorfer. „Jetzt ist auch mein Arbeitszimmer berücksichtigt worden. Das wurde beim ersten Besuch völlig außen vor gelassen.“

Die neuen Ansätze in der Arbeitsweise der Ingenieurbüros hatte kürzlich auch Flughafen-Ombudsmann Wolfgang Diedrich gelobt. Dass sie, wie früher zuweilen geschehen, bei baugleichen und benachbarten Gebäuden zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangten, sei jetzt faktisch ausgeschlossen, meinte er.

Ein Manko, wendet Flughafenkritiker Franke ein, könne keine Detailkorrektur beseitigen. „Es ist doch ein Unding“, betont er, „dass die Mehrzahl der Lärmbetroffenen nur eine Entschädigung erhält, weil Schallschutz bei ihnen kaum umzusetzen ist.“ Allein dieser Fakt beweise, dass Schönefeld der falsche Standort für einen Metropolen-Flughafen sei: „Wenn bei der Grundsatzentscheidung über den Flughafenbau statt politischem Lobbyismus Sachverstand den Ausschlag gegeben hätte, wären all diese Probleme vermieden worden.“

Von Klaus Bischoff

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