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Der alte Borstelsteg soll wieder kommen

Wandern in Töpchin Der alte Borstelsteg soll wieder kommen

Der Tourismusausschuss von Mittenwalde berät am kommenden Dienstag unter anderem über die Zukunft des Borstelstegs im Ortsteil Töpchin. Der war einst einem guten Wanderfreund namens Gerhard Kilbis gewidmet worden und führte durch eine reizvolle Moorlandschaft. Doch der Weg ist nicht mehr begehbar. Der Steg über den seichten Boden müsste erneut werden.

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Der frühere Borstelsteg war Gerhard Kilbis gewidmet. Er lebte von 1936 bis 1996 und war offensichtlich ein ambitionierter Wanderfreund.

Quelle: Andrea Müller

Töpchin. Wenn der Mittenwalder Tourismusausschuss am Dienstag zusammenkommt, wird ener der Tagesordnungspunkte der Borstelsteg in Töpchin sein. Die Mitglieder des Ausschusses wollen klären, ob der frühere Wanderweg durch das reizvolle Moorgebiet wieder hergestellt werden kann.

Naherholungsgebiet für Töpchiner

Ortsvorsteher Jan Priemer würde das sehr freuen. Der Mann ist sehr naturverbunden. Es geht ihm dabei weniger darum, den Tourismus im Ort anzukurbeln und Fremde anzulocken. „Es ist vor allem ein Naherholungsgebiet für uns, für die Töpchiner“, sagt er.

Der alte Steg führt noch ein Stück in das Moor hinein, dann bricht er ab

Der alte Steg führt noch ein Stück in das Moor hinein, dann bricht er ab. Der Zahn der Zeit und die Nässe haben an ihm genagt und ihn zum Einsturz gebracht.

Quelle: Andrea Müller

Das Ansinnen ist keineswegs neu. Schon im Jahr 2014 hatte die Stiftung Naturschutz Fonds Brandenburg ein Projekt für die „Ertüchtigung“ des Borstelstegs erarbeitet. Die Landschaftsarchitekten Protzmann und Wegwerth hatten in dessen Auftrag die Ausgangssituation vor Ort analysiert und einen Vorschlag unterbreitet, wie der alte Weg für die Wanderfreunde wieder hergestellt werden kann. Weil der Boden hier nicht tragfähig ist, hatten die Fachleute vorgeschlagen, eine verankerte schwimmende Steganlage zu errichten. Der unsichere Boden reiche hier bis zu einer Tiefe von elf Metern, weswegen Stammrammpfähle eingesetzt werden sollten. Die Brücke selbst sollte aus Granit gebaut werden, da sie widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse und Vandalismus sei. Im Bereich des geplanten Schwimmsteges betrage die Wassertiefe rund 40 Meter. Die Schwimmer sollten aus Alu, Edelstahl oder glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt werden. Diese würden dann mittels Ankergewichten auf dem Grund befestigt. Mittig – so schlugen die Landschaftsarchitekten vor – sollte sogar eine Aussichtsplattform mit Sitzbänken integriert werden. So schön das Projekt war – die errechneten Baukosten von insgesamt 412 000 Euro brachten es zum Erliegen.

Der Blick in die idyllische und zugleich mystische Moorlandschaft bei Töpchin

Der Blick in die idyllische und zugleich mystische Moorlandschaft bei Töpchin. Seichter Boden, Wasser und einstürzende Bäume gestalten die Landschaft.

Quelle: Andrea Müller

Doch für Priemer liegt es nur auf Eis. Der Ortsvorsteher möchte, dass noch einmal gemeinsam überlegt wird, wie hier weiter vorgegangen werden kann. „Es ist ein zauberhaftes Gebiet“, sagt Priemer. Die Blicke in die Moorlandschaft am Töpchiner See seien einmalig: Mystisch, ein wenig unheimlich, aber zugleich faszinierend.

Wege durchs Moor können begehbar gemacht werden

Normalerweise seien Moore für Besucher tabu. Zu gefährlich. Ein falscher Schritt kann schwere Folgen nach sich ziehen. Wer hier zu tief einsackt, wird es nicht einfach haben, den Fuß wieder aus dem feuchten Boden zu ziehen. Und doch zeigt der alte Borstelweg, dass solche Pfade begehbar gemacht werden können.

Priemer sieht ein, dass das alte Projekt zu groß und zu teuer angelegt war. Zudem gefiel im der Vorschlag eines Bauwerkes aus Granit nicht. „Sowas passt doch gar nicht in diese Landschaft“, meint er. Dagegen favorisiere er den Schwimmsteg, der aber nur in den Uferbereichen fest verankert werde. Priemer hat sich woanders angesehen, wie das aussehen könnte. Doch Mittenwalde favorisiert eher eine grundhafte Variante. Darüber wird der Tourismusausschuss beraten.

Von Andrea Müller

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