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Dahme-Spreewald Der lange Weg zum Gehweg
Lokales Dahme-Spreewald Der lange Weg zum Gehweg
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00:37 11.10.2015
Joachim Kolberg hat mit Bernd Puhle das Projekt Gehweg Thälmannstraße ins Rollen gebracht. Quelle: Andrea Müller
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Schulzendorf

Noch etwa einen Monat wird es dauern, dann gibt es in der Schulzendorfer Ernst-Thälmann-Straße einen Gehweg. Der Weg dahin war sehr lang. Er dauerte von der Idee bis zur Umsetzung mehr als 15 Jahre.

Maßgeblich auf den Weg gebracht haben das Projekt Joachim Kolberg (CDU) und Bernd Puhle (damals Bürgerbündnis). Kolberg kam 1998 nach Schulzendorf und ist seit 2002 Gemeindevertreter. Dass es an der Straße keinen Gehweg gab, störte ihn damals enorm. Wie andere Väter auch, machte er sich Sorgen um seine Kinder, die entlang der Thälmannstraße zur Schule gehen mussten. „Heute wohnt mein Sohn mit Kind in dem Haus an der Dorfaue und meine Enkeltochter wird sicher zur Schule kommen, wenn der Gehweg fertig ist“, freut er sich. Damals sorgte er persönlich für die Sicherheit, indem er seine Kinder selbst zur Schule brachte – und das Projekt Gehwegbau ins Rollen brachte.

Hintergrund

Der Gehweg in der Ernst-Thälmann-Straße wird gegenwärtig zwischen der Freiligrathstraße und der Miersdorfer Straße errichtet.

Parallel wurde ein Auftrag zur Errichtung von Gehwegbeleuchtung erteilt.

Den Zuschlag erhielt die Firme Se.Services GmbH aus Schulzendorf. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 49 000 Euro.

Im Gerichtsverfahren wegen Bestechlichkeit in Zusammenhang mit der Errichtung des BER wurde Frank Kidszun von der Firma B & K zu einem Jahr und sieben Monaten Freiheitsentzug, ausgesetzt auf Bewährung, verurteilt. Er ging in Revision.

Nun hat das Oberlandesgericht zu entscheiden. Wann das Verfahren wieder aufgenommen wird, steht noch nicht fest.

Vor fast zehn Jahren beschloss dann das Gemeindeparlament, den Gehweg zu bauen. Doch noch immer lagen viele Steine im Weg. „In dem Zusammenhang muss ich Bürgermeister Mücke hoch anrechnen, dass er sofort erst einmal den Gehweg hat vermessen lassen“, so Kolberg. Parallel dazu habe die damalige Bauamtschefin Undine Nulle in Potsdam erwirkt, dass der Bebauungsplan für den Gehwegbau so geändert wird, dass das geplante Wohngebiet „Ritterschlag“ nicht gefährdet wird. Ohne dies, so schätzt Kolberg ein, wäre der Gehwegbau ungleich schwerer geworden.

Nun hat die Gemeindevertretung Schulzendorf 160 000 Euro im Haushalt 2015 dafür zur Verfügung gestellt. Die Leistungen wurden laut Schulzendorfer Verwaltung am 8. Juli dieses Jahres öffentlich ausgeschrieben. „Acht Bieter haben ein Angebot abgegeben“, so Bürgermeister Markus Mücke (parteilos). Den Zuschlag hat die Firma B & K Verkehrs- und Wirtschaftswegebau aus Halbe erhalten. Deren Mitarbeiter sind derzeit täglich vor Ort und bauen. Nähere Auskünfte wollte der Bauleiter vor Ort nicht erteilen mit Hinweis auf den Firmennamen.

Der hatte in den letzten Jahren immer wieder im Zusammenhang mit dem Prozess vor dem Landgericht Cottbus wegen Bestechlichkeit bei der Vergabe von Leistungen für den BER für Aufsehen gesorgt. Gemeinsam mit Frank Kidszun, Geschäftsführer bei B & K, saßen der Ex-Chef des Märkischen Wasser- und Abwasserverbandes (MAWV), Wolf-Peter Albrecht, sowie der Geschäftsführer vom Rohrleitungs- und Anlagenbau (RAKW), Wilfried Gromotka, auf der Anklagebank. Alle drei Angeklagten waren für schuldig erklärt worden. Die aber stritten das Urteil an und gingen in Revision.

„Für uns ist bei der Vergabe von Bauleistungen allein die Wirtschaftlichkeit entscheidend und ob eine Firma den Auftrag bewältigen kann“, so der Schulzendorfer Bürgermeister. Ob ein Mitarbeiter der betreffenden Firma vor Gericht stehe, sei dabei nicht von Belang. Die Auskunft über den Bieter aus dem Gewerbezentralregister sei beim Bundesamt für Justiz eingeholt worden. Der Zuschlag erfolgte am 28. August.

Wegen einer Anfrage eines Betreibers einer Schulzendorfer Internetseite prüft nun die Kommunalaufsicht des Landkreises Dahme-Spreewald die Auftragsvergabe. Das bestätigte Heidrun Schaaf, Pressesprecherin. Normalerweise seien dafür allein die Kommunen zuständig, sagte sie.

Von Andrea Müller

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