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Der letzte echte Schuhmacher

Königs Wusterhausen Der letzte echte Schuhmacher

Am 4. August 1991 eröffnete Steffen Wiesner seine Schuhmacherwerkstatt in Königs Wusterhausen. In der Bahnhofstraße 25 repariert er nicht nur Schuhe, er hat auch einen Schlüssel-, Gravur- und Schleiferservice. Jetzt feiert Wiesner das 25-jährige Bestehen seiner Firma.

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Steffen Wiesner in seiner Werkstatt.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Schuhreparaturen, Schlüsselservice, Notöffnung sowie Gravur- und Schleiferservice bietet Steffen Wiesner in seiner Werkstatt an der Bahnhofstraße 25 an. Jetzt feiert der letzte echte Schuhmacher in Königs Wusterhausen sein 25-jähriges Bestehen.

Steffen Wiese hat das Schumacherhandwerk von der Pike auf gelernt, damals im Dienstleistungsbetrieb Hauswirtschaft in Königs Wusterhausen. Hat dann im Schuhschnellexpress an der Bahnhofstraße gearbeitet und später in der PGH Schuhklinik in Friedrichshagen, bis er arbeitslos wurde. Danach war sein ursprünglicher Plan eine rollende Schuhmacherei in einem Bus einzurichten und damit über Land zu fahren. Die Idee scheiterte an der Finanzierung.

Eines Tages las er in einer Zeitung, dass in Berlin-Treptow eine Schuhmacherei verkauft wird. Also nichts wie hin, sieben Monate Arbeitslosigkeit waren genug. Diesmal klappte es mit der Finanzierung. Steffen Wiesner kaufte eine Schuhmacherei mit Verkaufspavillon, stellte diesen an der Festwiese in Königs Wusterhausen auf und eröffnete am 4. August 1991 sein Geschäft. Da die Eigentumsverhältnisse des Geländes unklar waren, erhielt er von der Stadt den Tipp, sich nach einem neuen Platz umzusehen. Eineinhalb Jahre später zog er auf den Thomashof an der Bahnhofstraße 25.

Noch schnell die Absätze fräsen und polieren, dann kann Ingrid Roßmann ihre Schuhe wieder mitnehmen. Schon jahrelang kommt die Zeuthnerin extra nach Königs Wusterhausen zu „ihrem“ Schuster. „Nicht nur, dass er sauber arbeitet, er arbeitet auch schnell“, erzählt sie. Und auch der Preis stimme, so die Kundin. 90 Prozent der Arbeiten sind Schuhreparaturen: Sohlen kleben, neue Absätze, im Moment machen Riemchen viel Arbeit, Nähte nachnähen und Gummis ersetzen. In der Mehrzahl sind es Damenschuhe. „Herren kommen meist erst, wenn es wirklich nicht mehr geht“, erzählt der Schuhmacher schmunzelnd. Sollten Schuhe einmal zu glatt sein, Steffen Wiesner hat eine Lösung. Da kommt eine Gleitschutzsohle drauf und schon ist das Problem gelöst. Selbst bei total zerfledderten Schuhen wirft er nicht das Handtuch. „Ich freue mich, wenn sie hinterher wieder komplett sind und auch, dass es von den Kunden honoriert wird“, so der Schuhmacher. Nur wenn Kunden mit einer Fünf-Euro-Tasche kommen, neue Henkel wollen, die dann zehn Euro kosten, sagt er auch mal nein.

Am Sonnabend, dem 13. August, von 9 bis 13 Uhr gibt es eine kleine Jubiläumsfeier. Als zusätzliches kleines Dankeschön für die jahrelange Treue seiner Kunden hält Steffen Wiese bis 4. September ein paar Angebote bereit.

Von Gerlinde Irmscher

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