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Der steinige Weg zurück in den Beruf

MAZ-Serie „In der neuen Heimat“ Der steinige Weg zurück in den Beruf

Die 22. Woche: Rabiha Yassin will eine Ausbildung am Oberstufenzentrum (OSZ) in Ludwigsfelde machen und Mohammed wartet noch immer auf eine Rückmeldung wegen seines Deutschkurses. Das Dublin-Verfahren der Familie erweist sich gerade als echter Hemmschuh, aber OSZ-Leiter Manfred Janusch sieht Hoffnung für die Familie.

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Manfred Janusch, Leiter Oberstufenzentrum Ludwigsfelde.

Quelle: Laude

Ludwigsfelde. Der Fastenmonat Ramadan ist vorbei und die Yassins können ihre Gedanken wieder auf etwas anderes richten als den Sonnenuntergang und die nächste Mahlzeit. Mohammed und Rabiha sind aufgekratzt, die erzwungene Untätigkeit im Wohnheim setzt ihnen zu. Beide möchten endlich arbeiten oder zumindest einen Sprachkurs machen. Doch für beides werden sie Geduld brauchen.

„Am Mittwoch war ich mit einer deutschen Freundin aus Ludwigsfelde bei der Berufsschule, um mich zu informieren“, erzählt Rabiha. „Aber außer einem neuen Gesprächstermin haben wir noch nichts erreicht.“ Mohammed Yassin wartet derweil noch immer auf eine Rückmeldung vom Bundesamt für Migration. Dort hatte er vor einigen Wochen seinen Antrag auf einen Deutschkurs eingereicht. Ihr laufendes Dublin-Verfahren entpuppt sich für die Yassins gerade als Hemmschuh für die Integration.

In Syrien hatte Rabiha Jura studiert, bevor sie dann eine Ausbildung zur Krankenschwester machte. In dem Beruf hat sie während ihres dreijährigen Aufenthalts in der Türkei auch gearbeitet. Die 42-Jährige kann sich aber auch vorstellen, noch eine Ausbildung in einem anderen Beruf zu beginnen: „Ein paar Ideen habe ich schon“, sagt sie. Vielleicht ja Verkäuferin, Buchhändlerin oder etwas im Gesundheitsbereich.

Berufsausbildung steht nichts im Weg

Grundsätzlich steht einer Berufsausbildung auch nichts im Wege. „Dafür muss man in Deutschland kein Schulzeugnis oder andere Qualifikationen vorlegen“, sagt Manfred Janusch, der Leiter des Oberstufenzentrums (OSZ) in Ludwigsfelde. „Wenn man einen Betrieb findet, der sagt, wir bilden dich aus, dann geht das auch.“ Die Berufsschule übernimmt dann den theoretischen Teil der Ausbildung, sofern der Betrieb im selben Landkreis liegt und die Fachrichtung an der Schule auch angeboten wird.

„Das größte Hindernis sind die Sprachprobleme, wenn jemand nicht deutsch spricht und versteht, ist es schwierig, in Betrieb und Schule zu folgen“, sagt Janusch. Darum sei der erste Schritt in die Ausbildung immer der in die Sprachschule. Für schulpflichtige Flüchtlinge bietet das OSZ deshalb eine zweijährige Berufsvorschule an, nach der sie ihren Schulabschluss machen und sich einen Ausbildungsbetrieb suchen können.

Sprachlich fit sein

„Wenn die Jugendlichen sprachlich fit sind, wird es kein großes Problem für sie sein, eine passende Azubi-Stelle zu finden“, sagt Janusch. Momentan lernen 76 Schüler in den Willkommensklassen am OSZ Deutsch. „Darunter sind vielleicht zwei, die nicht so interessiert sind, aber alle anderen sind sehr fleißig und wissbegierig“, sagt Janusch. 17 Sprachen sind in den Klassen vertreten, die Spanne reicht von Schülern, die noch nie zur Schule gegangen sind, bis zu denen, die ein Abitur mitbringen.

Für die über 18-Jährigen ist das Arbeitsamt zuständig, das die Neuankömmlinge nach Abschluss eines Deutschkurses an einen Arbeitgeber oder einen Ausbildungsbetrieb weitervermittelt. „Bisher ist es zwar nicht üblich, dass Leute über 40 einen Lehrvertrag bekommen, es kann aber im Rahmen einer Umschulung durchaus passieren“, so Janusch. Er kennt die Yassins und glaubt, dass sie angesichts des Fachkräftemangels eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. „Die Yassins sind ja eine Familie, die sich schnell integrieren und die Sprache lernen will.“

Info: Die Yassins sind vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen und leben jetzt in Ludwigsfelde. Die MAZ berichtet wöchentlich über ihr Leben in Deutschland. Alle Folgen: www.maz-online.de/Brandenburg/Eine-syrische-Familie-hofft-auf-einen-Neustart

Von Martin Küper

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