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Dahme-Spreewald Der wohl euphorischste Fan zwischen Dahme und Nuthe
Lokales Dahme-Spreewald Der wohl euphorischste Fan zwischen Dahme und Nuthe
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01:15 23.06.2018
Burkhard Hein (57) aus Königs Wusterhausen schmückt sein Auto bei jedem großen Fußball-Turnier in Schwarz-Rot-Gold. Quelle: Jonas Nayda
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Königs Wusterhausen

Seit die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland begonnen hat, hängen wieder Deutschlandfahnen und Wimpel an den Häusern in der Region Dahmeland-Fläming. Die Stimmung der Fans ist nach der Auftaktniederlage des Deutschen Teams gegen Mexiko allerdings etwas getrübt. Nur einer lässt sich seine Begeisterung durch keine Niederlage nehmen: Burkhard Hein aus Königs Wusterhausen, der wahrscheinlich euphorischste Fan zwischen Dahme und Nuthe.

Ausnahmezustand bei Fußball-Turnieren

Die vier Wochen des großen Fußball-Turniers bedeuten für Burkhard Hein den absoluten Ausnahmezustand. Jetzt gelangt endlich ans Tageslicht, was der 57-Jährige seit Monaten akribisch zusammengesammelt hat: Aufkleber, Fahnen, Trikots, Ketten, Wimpel, Schals und viele weitere Utensilien, die in Schwarz-Rot-Gold leuchten. Alles, was klebt oder irgendwie befestigt werden kann, kommt in oder an das Auto. Den Rest trägt Burkhard Hein direkt am Körper. Wer ihm in die Augen schaut, kann sogar die kleinen schwarz-rot-goldenen Fußbälle am Rand seiner Brillengläser nicht übersehen.

Autos, Häuser, Gärten – überall kann man WM-Schmuck und Fans in der Region Dahmeland-Fläming entdecken.

Burkhard Hein achtet auf die Details. Die Türgriffe seines Autos sind mit Bändern in Deutschland-Farben umwickelt, die Stangen der Scheibenwischer ebenso. Auf der Motorhaube spannt sich eine riesige Deutschlandfahne mit Fußballmotiv in der Mitte und aus allen Seitenfenstern hängen kleine Fähnchen. Die Stoßleisten hat er sorgfältig schwarz-rot-gold beklebt und der Platz außen auf den Türen ist ebenfalls großflächig mit Stickern bedeckt. Tankklappe und Seitenspiegel sind mit Stoff überzogen und sogar am Rand der Motorhaube befinden sich noch zwei weitere kleine Fahnen. Der Autoinnenraum hält, was die Außenansicht verspricht: Alles, was sich behängen oder bekleben lässt, trägt Deutschlandtrikot- oder Fahne. Selbst der Traumfänger, der vom Rückspiegel baumelt, ist mit bunten Federn behängt.

Normalerweise trägt auch der Beifahrersitz noch ein Trikot, für das Foto war das aber gerade nicht verfügbar. Quelle: Jonas Nayda

Mit dem bunt geschmückten Auto fährt Burkhard Hein stolz umher. Wenn alle Fahnen an den Fenstern und sogar auf der Motorhaube gehisst sind, vermeidet er allerdings die Autobahn, denn schneller als 90 Kilometer pro Stunde halten die Fahnenstangen nicht aus.

Doch nicht nur an seinem privaten Auto, sogar an seinem Dienst-Lkw prangen die Deutschlandfahnen hinter der Windschutzscheibe. Hein ist selbstständiger Vertreter für Tiefkühlkost. Die Kunden freut’s: „Seit einigen Jahren erwarten meine Stammkunden eigentlich fast schon von mir, dass ich wieder mit dem geschmückten Lkw komme“, erzählt Burkhard Hein.

Von der Polizei angehalten worden

Wie andere Autofahrer auf das Fan-Mobil reagieren? „Bisher durchweg sehr positiv“, sagt Burkhard Hein. Manche würden winken oder hupen. Einmal sei er von der Polizei angehalten worden. Allerdings wollten die Beamten ihm keinen Strafzettel geben, sondern nur ein Foto mit seinem Auto machen.

Wo immer Burkhard Hein einen Fanartikel in einem Laden entdeckt, der noch an seinem Auto fehlt, greift er zu. Allein in diesem Jahr hat er dabei schon 300 Euro für den bunten Schmuck ausgegeben.

„Meine Frau hat mich zwar für verrückt erklärt, aber sie ist froh, dass die Marotte ja wenigstens nach vier Wochen wieder vorüber ist“, sagt Burkhard Hein. Doch bricht seine Fußball-Manie regelmäßig alle zwei Jahre wieder aus, wenn die deutsche Mannschaft entweder bei einer Welt- oder Europameisterschaft spielt.

„Wir müssen unsere Mannschaft nach Kräften unterstützen“

Seit der Weltmeisterschaft 2010, als Burkhard Hein beim Achtelfinalsieg der Deutschen gegen England in Südafrika im Stadion dabei sein konnte, ist er mit dem Fußball-Fieber angesteckt. Allerdings gilt das nur für die Nationalmannschaft. In der Bundesliga interessiert er sich für keinen Verein besonders. „Ich finde, wir müssen unsere Mannschaft nach Kräften unterstützen“, sagt Burkhard Hein. Bei der Niederlage gegen Mexiko am vergangenen Sonntag sei das offenbar noch ein bisschen zu wenig gewesen, „sonst hätten die Deutschen ja gewonnen“, scherzt er.

Burkhard Hein findet es schade, dass nicht alle Menschen ihre Unterstützung für die Nationalmannschaft so deutlich zeigen, wie er es tut. „Erst wenn wir gewonnen haben, hängen alle wieder ihre Fahnen raus. Bis dahin sind die meisten noch vorsichtig“, sagt er. Burkhard Hein steht zu dem deutschen Team, auch wenn die Mannschaft mal verliert. Bei einem Sieg feiert er dann umso mehr. „Als wir 2014 Weltmeister geworden sind, bin ich anderthalb Stunden mit dem Auto durch die Stadt gefahren“, sagt Burkhard Hein. Damals schlossen sich ihm spontan einige Autofahrer an und bildeten einen Autokorso. „Absolute Euphorie“ sei das damals gewesen, berichtet er.

Tipp: Drei Tore gegen Schweden

Für die aktuelle WM in Russland ist Burkhard Hein immer noch sehr optimistisch. Sein Tipp: Drei Tore gegen Schweden und Vier gegen Südkorea, dann stehe dem Achtelfinale nichts mehr im Weg. Falls die deutsche Elf es tatsächlich bis ins Finale schafft, würde Hein sein Auto noch weiter schmücken. Für die Felgen hat er in diesem Jahr beispielsweise noch keinen passenden Überzug gefunden. Bis zum Finale ist er dafür noch auf der Suche.

Wer Burkhard Hein und sein außergewöhnlich geschmücktes Auto persönlich bestaunen möchte, kann zum Public Viewing nach Senzig (Ortsteil von Königs Wusterhausen) kommen. Dort feuert Hein garantiert bei jedem Tor der Deutschen eine volle Ladung aus der Konfettikanone ab.

Die MAZ hat in diesem Jahr auch ein WM-Orakel. Esel-Stute Yette im Luckenwalder Tierpark sagt die Partien voraus.

Von Jonas Nayda

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