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Dahme-Spreewald Desy stellt Weichen für Campusausbau
Lokales Dahme-Spreewald Desy stellt Weichen für Campusausbau
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00:37 20.04.2018
„Der Campus soll endlich ein modernes Antlitz bekommen“: Christian Stegmann, Leiter des Desy in Zeuthen, vor dem Hauptgebäude. Quelle: Josefine Sack
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Zeuthen

Geht es nach Christian Stegmann, könnte sich am Zeuthener See schon bald das deutsche „Silicon Valley“ befinden. Ähnlich wie in San Francisco würden Wissenschaftler im Südosten von Berlin bahnbrechende Entdeckungen machen, die Wissenschaftsregion rund um die Technische Hochschule in Wildau, dem geplanten Technologiepark in Königs Wusterhausen samt des Campus des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (Desy) in Zeuthen würde mit immer neuen Ideen und Produkten weltweit von sich reden machen.

Das Eingangsportal des Desy in Zeuthen soll schon bald einladender und größer werden. Quelle: Josefine Sack

„Per Schwebetaxi geht’s vom S-Bahnhof zum großen Eingangstor des Wissenschaftsparks“, so die Vision des Desy-Leiters. Noch ist das alles Zukunftsmusik. Der Campus in der Platanenallee liegt versteckt hinter einer Backsteinmauer. Doch nicht mehr lange. Denn das Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft hat Ende März sein Strategie-Konzept 2030 am Hauptstandort in Hamburg beschlossen und damit die Weichen für den umfangreichen Ausbau des Campus in Zeuthen gestellt: Demnach soll das Desy zum internationalen Zentrum für Astroteilchenphysik mit dem Fokus auf Gammastrahlen- und Neutrino-Astronomie erweitert werden.

Kern des Projekts ist ein großes Datenzentrum mit Kantine und öffentlich zugänglichem Café, das direkt am Ufer errichtet werden soll. An die zehn Millionen Euro sollen am Zeuthener See verbaut werden. Die Baukosten finanziert das Desy sowohl aus eigenen Mitteln als auch mithilfe von Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Landes Brandenburg. Der Baustart ist fürs kommende Jahr avisiert. „Spätestens 2021 soll das neue Datenzentrum stehen“, gibt sich Stegmann optimistisch. Von der Gemeinde Zeuthen gab es bereits 2017 grünes Licht für das Bauvorhaben.

Aktuell wird der Architekturwettbewerb vorbereitet, auch die Genehmigungsverfahren beim Bund und Land laufen. Das Beachvolleyballfeld am Ufer, das die Mitarbeiter im vorigen Sommer in Eigeninitiative errichteten, muss den Plänen für den neuen Campus weichen – ein Wermutstropfen, den die Desy-Wissenschaftler für den Ausbau ihrer Arbeitsstätte aber gern in Kauf nehmen.

Muss den Plänen für den neuen Campus weichen: das Beachvolleyballfeld am Ufer des DESY in Zeuthen. Quelle: Josefine Sack

„Die parkähnliche Anlage soll erhalten bleiben“, verspricht Stegmann. „Man kann gut nachdenken, wenn man Ufer steht“, fügt er hinzu. Das circa drei Hektar große Gelände, auf dem schon seit den 1960er Jahren geforscht wird, soll künftig „auch für Nicht-Wissenschaftler ein Schmuckstück“ sein, so der Standortleiter. Dafür sollen die alte Kantine am Eingangsportal abgerissen und das Pförtnerhaus zurückgebaut werden. Im Eingangsbereich soll stattdessen ein Schulungszentrum entstehen. Ein wichtiger Punkt für Stegmann ist die Begegnung der Wissenschaftler mit der „Zivilgesellschaft“, wie er sagt.

Die Erforschung der Himmelsboten

Das Deutsche Elektronen-Synchro­tron Desy zählt zu den weltweit führenden Beschleunigungszentren.

Das Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft mit Sitz in Hamburg und Zeuthen hat drei Schwerpunkte: Entwicklung, Bau und Betrieb von Teilchenbeschleunigern, Teilchenphysik und Forschung mit Photonen.

In Zeuthen widmen sich die Forscher vor allem der Astroteilchenphysik. Zu den wesentlichen wissenschaftlichen Fragen gehören: der Ursprung der kosmischer Strahlung, die Natur dunkler Materie und die Teilchenphysik in bisher unerreichbaren Regionen des Universums.

„In Zeuthen versteckt sich das zweitgrößte Forschungszentrum in Brandenburg für naturwissenschaftliche Grundlagenforschung und kaum einer weiß davon“, so der Desy-Leiter. In seinem Strategiepapier hat sich das Desy daher auf die Fahnen geschrieben, für die Öffentlichkeit „sichtbarer“ zu werden. Tatsächlich machen die alten Gebäude auf dem Campus nicht den Anschein, als würde in ihrem Inneren das Universum erforscht. „Der Campus soll ein modernes Antlitz bekommen und architektonisch endlich mithalten können, wo wir wissenschaftlich längst stehen“, sagt Stegmann. Herzstück ist das futuristisch anmutende „Science Data Management Centre“ am Ufer, das Stegmann und seine Kollegen aufgrund der gekrümmten Form „Croissant“ getauft haben.

100 Teleskope messen hochenergetische Gammastrahlen

Das neue Datenzentrum ist Teil des Milliarden schweren Großprojekts der Gammastrahlen-Astronomie „Cherenkov Telescope Array“ (CTA), an dem das Desy maßgeblich beteiligt ist. Im Mittelpunkt steht die Schaffung eines Observatoriums auf der Insel La Palma und im Süden Chiles. Mehr als 100 Teleskope messen Gammastrahlen, Lichtteilchen, die eine Milliarde Mal mehr Energie haben als sichtbares Licht. „Die Beobachtungen werden unser bisheriges Bild vom Universum revolutionieren“, ist Stegmann sich sicher. Gesammelt und ausgewertet werden die Daten in Zeuthen. Bis zu 50 neue Arbeitsplätze entstehen dafür am Standort, schätzt Stegmann.

Das neue Datenzentrum werde als „Leuchtturm der Astroteilchenphysik“ künftig noch mehr internationales Publikum nach Zeuthen locken, prognostiziert der Standortleiter. Schon jetzt arbeiten auf dem Campus rund 230 Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen.

Von Josefine Sack

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