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Desy will Forschungszentrum bauen

Zeuthen Desy will Forschungszentrum bauen

Der Zeuthener Ortsentwicklungsausschuss gibt grünes Licht für die Änderung des Bebauungsplans am Wissenschaftsstandort Desy. Bis 2020 soll auf 3000 Quadratmetern ein neues Datenzentrum für die Gammastrahlenforschung und ein Schulungsgebäude entstehen. Die Kosten wurden auf zehn Millionen Euro beziffert.

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Ein erster Entwurf des neuen Datenzentrums plus Kantine am Wissenschaftsstandort Desy in Zeuthen.

Quelle: Dahm Architekten & Ingenieure, Berlin

Zeuthen. Die erste Hürde für das Bauvorhaben am Forschungsstandort Zeuthen ist genommen: Auf seiner letzten Sitzung sprach sich der Ortsentwicklungsausschuss für eine Änderung des B-Plans auf dem Areal des Deutschen Elektronen-Synchrotons (Desy) aus. Im Juli könnte er von der Gemeindevertretung beschlossen werden. Für zehn Millionen Euro sollen am Zeuthener See ein Datenzentrum für die Gammastrahlenastronomie sowie eine Kantine mit Café errichtet werden. Ein weiteres Gebäude mit Seminarräumen könnte laut jetzigem Planungsstand rechts vom Pförtnereingang an der Platanenallee entstehen.

Mit rund 3000 Quadratmetern Fläche soll der neue Forschungskomplex Platz für 50 neue Wissenschaftlicher und Verwaltungspersonal bieten. Derzeit arbeiten am Standort 250 Mitarbeiter aus 34 Nationen. Die Baukosten werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Land Brandenburg und aus Eigenmitteln finanziert.

Wissenschaftszentrum zur Datenanalyse

Das Bauvorhaben ist Teil eines rund 400 Millionen Euro schweren internationalen Großprojekts der Gammastrahlenastronomie „Cherenkov Telescope Array“ (CTA). Im Mittelpunkt steht die Schaffung eines Observatoriums mit mehr als 100 Teleskopen auf der kanarischen Insel La Palma und im Süden Chiles. Das Hauptquartier des Observatoriums wird im italienischen Bologna errichtet. Daneben entsteht in Zeuthen ein Science-Data-Management-Center – ein Wissenschaftszentrum, in dem von jedermann Beobachtungsanträge gestellt werden können und Forscher nach Genehmigung der Anträge eine Endanalyse der aufbereiteten Daten anhand einer Forschungsfrage durchführen.

Die Auswertungen werden dann den Antragstellern zur Verfügung gestellt. In einem internationalen Wettbewerb hatte das Desy den Zuschlag für das Datenzentrum bekommen. Neben der Neutrino-Forschung wird die Gammastrahlenastronomie damit künftig am Desy ein weiterer Schwerpunkt sein.

Forschung zur Entwicklung des Universums

„Beobachtet werden Gammastrahlen, die an der obersten Atmosphäre gestoppt werden“, sagte Christian Stegmann, Leiter des Desy. Dabei handele es sich um hohe Energien jenseits der Röntgenstrahlung. Die zu beobachtenden bläulichen Lichtblitze wollen die Forscher mit den Teleskopen gleichzeitig messen, um ihren Ursprung zu ermitteln. „Wir wissen nicht, woher diese Teilchen kommen, wo ihre Quellen sind und wie diese funktionieren“, sagte Stegmann. Wenn wir verstehen wollen, wie sich unser Universum weiterentwickelt, dann müssen wir diese kosmische Strahlung ergründen“, sagte er.

Werben für den künftigen Nachwuchs

Der Standort soll mit dem Bauprojekt eine eigene internationale Sichtbarkeit bekommen – das Desy in Brandenburg. Dazu soll der Campus in den nächsten Jahren umgebaut werden. „Wir bauen das Forschungszentrum und eine Kantine an den See. Zudem brauchen wir noch für die Wissenschaftler, die zu uns kommen und lernen, Seminarräume und Gästewohnungen“, so der Direktor des Helmholtz-Zentrums. Das Café und den Campus will Stegmann für die Öffentlichkeit öffnen, über den Standort informieren, für ihn werben, Vorurteile gegenüber dem Fremden abbauen.

„Es wird für uns zunehmend wichtig, dass junge Leute zu uns kommen – das gilt nicht nur für den Wissenschaftsbereich, sondern auch für unsere Werkstätten“, sagte der Direktor. Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen entwickelten sich zu einer Boom-Region. „Wenn wir da nicht mitmachen und unser positives Bild verstärken, dann werden wir Probleme mit dem Nachwuchs bekommen“, sagte Stegmann.

Neues Datenzentrum soll 2020 eröffnen

Er gehe davon aus, dass das Bauprojekt genehmigt werde. Man sei in einem beschleunigten Verfahren. Ende 2019/Anfang 2020 soll das Datenzentrum fertig errichtet sein. Ende 2018/Anfang 2019 soll mit dem Bau begonnen werden. Dazu braucht es neun Monate für die Baugenehmigung. Für das Bauprojekt soll ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.

„Wir als Gemeinde Zeuthen finden es toll, dass so ein wichtiger Forschungsstandort hier seinen Sitz hat. Daher würden wir den Bebauungsplan sehr gerne positiv unterstützen“, sagte Zeuthens Bürgermeisterin Beate Burgschweiger (SPD). Am 30. Juni ist am Standort ein großes Nachbarschaftstreffen geplant, um Anwohner über das Bauprojekt zu informieren.

Von Oliver Becker

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