Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald „Die Art, wie sich Gewalt äußert, schwankt“
Lokales Dahme-Spreewald „Die Art, wie sich Gewalt äußert, schwankt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:33 26.04.2018
Elisa Kaletta, Abteilungsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Fläming-Spreewald. Quelle: DRK
Zossen

Elisa Kaletta arbeitete einige Jahre als Schulsozialarbeiterin im Landkreis Teltow-Fläming. Inzwischen ist sie Abteilungsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Fläming-Spreewald. Sie koordiniert alle DRK-Schulsozialarbeiter im Landkreis. Zuletzt hatte es an einer Schule in Königs Wusterhausen einen brutalen Gewaltausbruch unter Schülern gegeben.

Was kann man tun, um Gewalt an der Schule zu verhindern?

Elisa Kaletta: Aufklärung ist das Wichtigste. Denn Gewalt bedeutet nicht nur körperliche Gewalt. Man muss auch an die Psyche denken. Mobbing oder Drohungen in sozialen Netzwerken gehören ebenso zum Thema Gewalt dazu. Vielen Jugendlichen ist gar nicht klar, was sie mit ihren Taten oder Worten anrichten. Sie unterschätzen manchmal ihre eigenen Aktionen und wissen nicht, was ihr Opfer durchmacht. Wir versuchen, Kindern so früh wie möglich soziale Kompetenzen beizubringen. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir Jugendliche zu Streitschlichtern ausbilden, um sie so für das Thema zu sensibilisieren.

Schulsozialarbeit auf dem Vormarsch

Immer mehr Schulen beschäftigen Jugendsozialarbeiter. Einer Statistik des Fachverbandes Jugendarbeit / Jugendsozialarbeit Brandenburg e.V. (FJB) nach, hat die Zahl der Sozialarbeiter an Schulen zwischen 2010 und 2014 um 60 Prozent zugenommen.

Die Zahl der Beschäftigten in den anderen Bereichen der sozialen Jugendarbeit nahm zwischen 2010 und 2014 jedoch ab. Betroffen sind davon vor allem die Bereiche Jugendberatung und kulturelle Jugendarbeit.

Laut FJB arbeiten immer mehr Jugendsozialarbeiter nur in Teilzeitstellen. 2016 lag der Beschäftigungsumfang der meisten Jugendsozialarbeiter zwischen 20 und 30 Stunden.

Aber nicht jeder Konflikt lässt sich schon im Keim ersticken, was also tun?

Wenn etwas passiert ist, ist es ganz wichtig, schnell ins Gespräch zu kommen. Opfer von Gewalt sollten ihre Erlebnisse auf keinen Fall in sich hinein- fressen, sondern sich sofort beim Sozialarbeiter melden. Oft wollen die Jugendlichen diese Probleme nicht mit jugendlichen Streitschlichtern klären und dafür sind die Sozialarbeiter da. Sie bieten eine Sprechstunde an, in der jeder Hilfe bekommt. Am besten ist es, wenn alle Parteien zu einem klärenden Gespräch an einem Tisch zusammenkommen.

Wann sollte die Polizei eingeschaltet werden?

Wenn gewisse Grenzen überschritten werden, ist es unbedingt notwendig, auch die Polizei hinzuzurufen. Bei Körperverletzung beispielsweise ist das der Fall. Dann ist es auch egal, ob die Jugendlichen schon im straffähigen Alter sind oder nicht, es geht darum, die Fälle ordentlich aufzuarbeiten.

Haben Sie in den vergangenen Jahren eine Zunahme der Gewalt an Schulen bemerkt?

Für mich ist die Gewalt an Schulen eigentlich immer konstant gleich problematisch. Allerdings schwankt die Art, wie sich die Gewalt äußert, manchmal. Vor ein paar Jahren stand das Thema Mobbing im Internet und in sozialen Netzwerken mehr im Vordergrund als heute. In der öffentlichen Wahrnehmung hat dieses Problem inzwischen wieder ein bisschen abgenommen und die körperliche Gewalt rückt wieder in den Vordergrund. Möglicherweise haben wir uns aber auch einfach ein Stück weit an das Mobbing im Internet gewöhnt, denn ich glaube nicht, dass es wirklich weniger geworden ist. Dass die Gewalt insgesamt schlimmer geworden ist, kann ich nicht bemerken.

Was fordern Sie, um die Situation an den Schulen zu verbessern?

Wir brauchen unbedingt mehr Sozialarbeiter an den Schulen. Gewaltprävention muss schon in der Grundschule anfangen, damit die Kinder so früh wie möglich aufgeklärt werden. Ich fordere für jede Schule einen Sozialarbeiter.

Wo haben die Sozialarbeiter an der Schule ihren Platz?

Ich hoffe, dass im System „Schule“ mehr Freiräume für die sozialen Kompetenzen geschaffen werden. Das ist wichtig, damit sich die Schüler besser auf den Unterricht konzentrieren können. Wenn beispielsweise auf dem Schulhof in einer Pause kurz vor einer Klassenarbeit etwas passiert ist, nehmen die Schüler das Erlebte anschließend mit in den Unterricht. Ein Schulsozialarbeiter ist dafür da, die Schüler in solchen Situationen zu unterstützen. Ziel ist natürlich immer, es gar nicht erst zu Gewalt kommen zu lassen.

Von Jonas Nayda

Ein Einbruch in einen Elektronikmarkt in Schönefeld endete für einen 21 Jahre alten Mann in der Nacht zu Montag auf einer Polizeiwache. Er hatte nicht nur Waren gestohlen, sondern auch Polizisten beleidigt.

23.04.2018

Polizisten haben am Sonntagvormittag auf der A10 einen Autofahrer gestoppt, der sich bereits um 8.30 Uhr auf gut zwei Promille gepustet hat. Der 34-Jährige dürfte bis auf Weiteres wohl zu Fuß unterwegs sein.

23.04.2018
Teltow-Fläming Altanschließer in Dahmeland-Fläming - Wie die anderen Verbände vorgehen

Abgesehen vom MAWV haben sich alle anderen betroffenen Zweckverbände und Eigenbetriebe dafür entschieden, Altanschließerbeiträge zurückzuzahlen. Aber nicht alle dürfen.

26.04.2018