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Dahme-Spreewald Die Drillinge sind die kleinen Stars in Wildau
Lokales Dahme-Spreewald Die Drillinge sind die kleinen Stars in Wildau
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04:30 01.06.2016
Anett und Frank Nerlich mit ihrem mittlerweile fast sechs Jahre alten Trio: Vincent, Carl und Henriette (v. l.). Quelle: Franziska Mohr
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Wildau

1071 Mädchen und Jungen bis 14 Jahre feiern in Wildau den Internationalen Kindertag. Mit dabei sind die Drillinge Henriette Louise, Vincent Leonhard und Carl Philipp in der Kita „Am Markt“. Sie gelten als die kleinen Stars der Stadt – auch wenn Mutter Anett und Vater Frank Nerlich das gar nicht so gern hören. „Inzwischen können wir ganz gut damit umgehen. Anfangs war es fürchterlich, wenn wir mit unserem Drillingswagen einkaufen wollten“, sagt Anett Nerlich.

Außerdem hatten die Eltern schon einige Jahre Zeit, um sich an den Show-Effekt zu gewöhnen. Die Drillinge feiern in diesem Monat ihren sechsten Geburtstag. Dem Trio lassen die Eltern mit der Schule allerdings noch ein wenig Zeit. Schließlich sollten sie ursprünglich erst im August geboren werden, kamen aber schon acht Wochen früher. „Drei Abc-Schützen auf einen Schlag, das will bewältigt sein“, sagt Vater Nerlich. Da sei bei den Kindern eine gewisse Reife vonnöten. Zumal die drei grundverschieden seien. Henriette ist schon ein bisschen vorsichtiger als ihre Brüder. Für den nötigen „Knall“ sorgt Carl, der Lausbube, während Vincent eher als Tüftler gilt, der alles ausprobieren muss.

Drillings-Überraschung beim Arzt

Irgendwie können es die Eltern kaum glauben, dass es schon sechseinhalb Jahre her ist, seit ihnen die Gynäkologin im Wildauer Gesundheitszentrum, Jana Unger, riet, sich erst einmal zu setzen. Plötzlich hieß es: Es werden nicht nur Zwillinge, sondern Drillinge. Das war am 12. Januar 2010. Den Tag werden Anett und Frank Nerlich nie vergessen. Fortan wurde alles minutiös geplant. Das schließt auch das Arbeitszimmer im Keller ein, das die Nerlichs schalldicht abdichten ließen, so dass die Eltern gerade in der Anfangszeit nicht nur den Lebensunterhalt für die plötzlich fünfköpfige Familie verdienen, sondern abwechselnd auch mal eine Mütze Schlaf nehmen konnten. Die Uhren tickten fortan anders. „Über fehlende Unterstützung können wir in Wildau nicht klagen“, sagt Anett Nerlich. Das betreffe die medizinische Betreuung im Gesundheitszentrum ebenso wie die Aufnahme des Trios in der Wunsch-Kita. Für die Nerlichs ist dies alles andere als selbstverständlich. Daher führt der Drillings-Vater auch seit über drei Jahren die Regie im Kitaausschuss und arbeitet als sachkundiger Einwohner im Bildungsausschuss der Stadt mit. „Mir liegen im Ort alle Kinder am Herzen, nicht nur mein Trio“, sagt er. Mit den Spielplätzen in der Stadt sind die Nerlichs zufrieden. Der herrliche Wasserspielplatz auf der Mühleninsel in Königs Wusterhausen sei auch nicht weit. Zumal alle drei schon flott mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Auswahl an Sportvereinen wissen die Nerlichs auch zu schätzen. Carl und Vincent treten bereits bei Phönix gegen den Ball, während Henriette sich für Turnen entschied. Ein Riesenproblem ist aber der ständige Kampf gegen die Uhr.

Eltern wünschen sich ein Familienzentrum

Mutter Anett muss zudem noch einen langen Arbeitsweg bewältigen. Nicht umsonst schenkte ihnen ein Freund zu einem Geburtstag der Drillinge einfach Zeit, indem er das Trio beaufsichtigte, während sich die Eltern mal einen schönen Abend gönnen konnten. Ein Geschenk, das mit Sicherheit immer willkommen ist. „Es wäre schön, wenn es im Ort ein kleines, ehrenamtliches Familienzentrum geben würde, wo sich Eltern stundenweise Hilfe holen könnten“, öffnen die Nerlichs ihre kleine Wunschliste.

Carl gefällt in Wildau übrigens vor allem der Spielplatz am Weiher, während Vincent auf seine Kita-Freunde Tom und Jannick nicht verzichten möchte. Über alles aber lieben die beiden die kleine Rampe an der Hochschule, über die sie so herrlich mit dem Fahrrad donnern können. Henriette hat ihre Kita-Erzieherin Nicole ins Herz geschlossen, mit der sie auch Yoga üben kann. Zum Kindertag aber suchen die 238 Kinder in der Kita „Am Markt“ erst einmal ihren sportlichen Meister. Ob das Nerlich-Trio dabei Siegertrophäen ergattert, bleibt abzuwarten. Gewinner allerdings sind sie allemal, denn sie sind in Wildau zu Hause.

Von Franziska Mohr

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