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Die Ernteschleifen sind zurück gekehrt

Mittenwalde Die Ernteschleifen sind zurück gekehrt

Sie galten seit den 1950er Jahren als verschollen. Doch jetzt sind sie nach Mittenwalde zurück gekehrt: Die Ernteschleifen der Ackerbürger-Frauen. Sie wurden einst von ihnen selbst mit dem eigenen Namen bestickt und zum Erntedankfest an die Erntekrone als Schmuck gebunden. Ihre Herkunft datiert bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück.

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Der Erntekranz mit den Schleifen der Ackerbürger.

Quelle: Foto: Privat

Mittenwalde. Etwa 30 Ernteschleifen sind jetzt nach Mittenwalde zurück gekehrt. Sie galten seit den 1950er Jahren als verschollen. Nun können sie nach Restaurierung im Mittenwalder Heimatmuseum auf dem Salzmarkt wieder bewundert werden. Auch zum Tag des offenen Denkmals im September werden sie der Öffentlichkeit präsentiert.

Die handgestickten Seidenschleifen zierten einst die Erntekronen der Mittenwalder Ackerbürger. Ihre Datierung reicht bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Die Frauen der Ackerbürger arbeiteten oft wochenlang an den Schleifen, die dann an den unteren Kranz der Erntekrone gewickelt wurden. Die lange Schleife mit dem eingestickten Namen hing herunter, verzierte so die Erntekrone. Zudem war der Name der Spenderin für alle zu lesen und trug zur Ehre der Ackerbürgerfamilie bei.

Schleifen lagen in einem alten Koffer

„Mit jedem Jahr wurden es auf diese Weise mehr Schleifen“, erklärt Vera Schmidt vom Mittenwalder Heimatverein. Sie erhielt die 30 farbigen Schleifen aus wertvoller Seide von Dorothea Rosenkranz, einer 90-jährigen Dame aus Mittenwalde. Sie ist die Tochter eines Mittenwalder Ackerbürgers. Die Ackerbürger waren einst eine Vereinigung der Bauern. Dorothea Rosenkranz fand die Schleifen im November 2014 bei sich in einem alten Koffer und ahnte, dass es sich um einen wahren Schatz handeln könnte. Sie wandte sich an den Heimatverein und übergab den Koffer samt Seidenschleifen.

„Sie waren damals in einem sehr schlechten Zustand“, erinnert sich Vera Schmidt. Zerdrückt, zerknittert, die Stickerei beschädigt, der Stoff angegangen. Vera Schmidt fuhr mit ihnen dann in den Brandenburger Dom, um sie dort einem Restaurator vorzulegen. Der sei sehr angetan gewesen und habe sie an eine Spezialistin in Halle verwiesen: Andrea Knüpfer. Die Restauratorin nahm sich in zwei Etappen den Ernteschleifen der Ackerbürger an. Die weniger beschädigten liegen nun bereits wieder vollständig hergestellt in einer Vitrine im Mittenwalder Heimatmuseum. Die zweite Hälfte der Schleifen wird in diesen Tagen zurück erwartet. „Wir wollen sie dann vor allem zum Denkmaltag zeigen“, so Schmidt. Dann allerdings nicht nur in der Vitrine, sondern in ihrer Funktionalität am Erntekranz. Dafür haben sich die Heimatfreunde einen echten Erntekranz geliehen. Mit seinen vier Streben symbolisiert er Hoffnung, Glauben, Sorge und Dank. Daran sollen nun die historischen Schleifen wie einst gebunden werden. Darunter die Schleife von Emma Bredow aus dem Jahr 1886, die von Marie Hinniger von 1906 sowie die von Frieda Barluschke aus dem Jahr 1920.

Von Andrea Müller

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