Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
„Die Leute halten sich schon sehr an die Regeln“

Zum Tag der Batterie „Die Leute halten sich schon sehr an die Regeln“

Vielen gelten sie als einer der Umweltgefährder schlechthin: Haushaltsbatterien. Tatsächlich aber sind die neueren Modelle kaum noch mit Schwermetallen belastet. Trotzdem müssen sie getrennt entsorgt werden, und daran halten sich die Einwohner der Dahmeland-Fläming-Region auch, sagt Lutz Pätzold, Chef des örtlichen Abfallzweckverbandes.

Voriger Artikel
Gemeindevertreter wollen Bürger einbeziehen
Nächster Artikel
Geschichten hinter den Menschen

Blick in eine Batterietonne. Die Altakkus werden zentral gesammelt und wieder eingeschmolzen.

Quelle: Oliver Fischer

Ludwigsfelde. Früher war vieles einfacher, die Sache mit den Altbatterien macht da keine Ausnahme. Selbst Lutz Pätzold, Geschäftsführer des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbandes (SBAZV) und Experte für die fachgerechte Entsorgung von allem, was in Haushalten anfällt, muss sich beim Besuch auf dem Recyclinghof erst einmal erklären lassen, wie das gesetzeskonforme Sammeln von Batterien und Akkumulatoren genau funktioniert. Vier Behälter für vier Batterietypen. Lithium-Akkus in die gelbe Tonne, es sei denn, sie wiegen weniger als 500 Gramm. Dann in die grüne Tonne. Es ist eine verdammte Wissenschaft.

Um darauf hinzuweisen, wie wichtig die Wiederverwertung von Batterien ist, hat man in Amerika bereits vor einigen Jahren den Welttag der Batterie erfunden. Das ist bis heute kein sonderlich bekannter Tag, aber für die MAZ Anlass genug, einmal beim regionalen Abfallentsorger vorbeizuschauen und nach dem Stand der Dinge bei Altbatterien zu fragen. Lutz Pätzold hat sich dafür extra die Zahlen noch einmal angeschaut – und zeigt sich mit dem Umweltbewusstsein der Einwohner der Dahmeland-Fläming-Region sehr zufrieden. „Sicherlich gibt es den einen oder anderen, der seine Batterien im Hausmüll entsorgt, aber das ist kein großer Anteil. Die Leute halten sich schon sehr an die Regeln“, sagt er.

Die Regeln, das sind vor allem die Paragrafen des 2009 in Kraft getretenen Batteriegesetzes, das unter anderem festlegt, dass Batterien nichts im Hausmüll verloren haben. Dafür gibt es viele gute Gründe. Blei ist einer, Cadmium ein anderer, Quecksilber ein dritter. Die Schwermetalle gelten als Umweltgifte und sollten deshalb möglichst nicht in Müllverbrennungsanlagen gelangen.

Allerdings spielten diese Inhaltsstoffe vor fünf bis zehn Jahren in der Batterieproduktion eine größere Rolle als heute. Die Akkumulatorentechnik entwickelt sich ständig. Die meisten Batterien kommen laut Angaben der für das Recycling zuständigen Stiftung GRS inzwischen ohne Schwermetalle aus. Gesammelt werden müssen sie aber trotzdem – weil die Metalle, aus denen sie hergestellt wurden, in den Produktionsprozess zurückgeführt werden sollen.

Wer dabei erwischt wird, dass er Batterien in den Hausmüll entsorgt, hat außer den tadelnden Blicken seiner Mitmenschen allerdings wenig zu befürchten. Der Tatbestand ist nicht bußgeldbewehrt, sagt Lutz Pätzold. Und da der SBAZV den Hausmüll auch nicht verbrennt, sondern ihn in der Aufbereitungsanlage in Niederlehme trocknet, sortiert und zu Brennstoff verarbeitet, werden die Batterien dort auch herausgefiltert. Aber wie gesagt: Es landen nur wenige dort. Die Leute bringen ihre alten Stromspeicher zu den Händlern zurück, oder eben auf die Recyclinghöfe. Im SBAZV-Gebiet kamen dort allein im vergangenen Jahr mehr als neun Tonnen Mono-, Mignon- oder Knopfzellen an. Dazu noch mehr als 15 Tonnen Autobatterien – obwohl der Verband kein Pfand zurückerstattet.

Diese Zahlen haben sich in den vergangenen 20 Jahren dramatisch verändert, sagt Pätzold. Im Jahr 1995 gaben die Einwohner der Altkreise Luckenwalde, Jüterbog, Zossen und Königs Wusterhausen nur gut vier Tonnen Batterien gesondert ab. Bleihaltige Autobatterien summierten sich dagegen auf etwa 95 Tonnen.

Was genau dann mit den Altbatterien passiert, ist allerdings nicht mehr Sache des SBAZV. In Deutschland kümmert sich die „Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem“ zentral um die Entsorgung. Sie stellt die grünen Behälter für die herkömmlichen Zink-Kohle-, Alkali-Mangan-, Silberoxid-, Zink-Luft- oder Nickel-Metallhydrid-Batterien, dazu die gelben für die Lithium-Akkus über 500 Gramm. Geräte, aus denen die Batterien nicht entfernt werden können, müssen gesondert gesammelt werden – auch getrennt von den Elektrogeräten ohne Akkus. Die Altbatterien werden im Hochofen wieder eingeschmolzen. Aus ihnen werden unter anderem neue Batterien hergestellt, aber auch Dinge wie Automotoren.

Von Oliver Fischer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg