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„Die Lösung ist noch offen“

Wildau „Die Lösung ist noch offen“

Das Pfarr- und Gemeindehaus an der Friedenskirche in Wildau soll in Erbpacht veräußert werden. Der Förderverein für den Erhalt des Hausesr wirft dem Bevollmächtigtenausschuss und Pfarrerin Cornelia Mix vor, mit der Veräußerung nicht die Interessen der Kirchengemeinde zu vertreten

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Pfarrerin Cornelia Mix möchte alle Bemühungen auf das Kirchengebäude konzentrieren.

Quelle: Heidrun Voigt

Wildau. Das Pfarr- und Gemeindehaus an der Wildauer Friedenskirche soll in Erbpacht veräußert werden. Dagegen gibt es Proteste. Ein Förderverein für den Erhalt des Hauses wurde im März gegründet. Er wirft dem Bevollmächtigtenausschuss und Pfarrerin Cornelia Mix vor, mit der Veräußerung nicht die Interessen der Kirchengemeinde zu vertreten. Die MAZ sprach mit Pfarrerin Cornelia Mix, die im Interview dazu Stellung nimmt.

Frau Mix, warum gibt es für Sie und den Ausschuss keine andere Lösung als die Erbpacht für das Gemeindehaus?

Cornelia Mix: Die Diskussion um das Gebäude und wie wir die 350 Quadratmeter effektiv nutzen können, geht schon seit 20 Jahren. Als ich vor zehn Jahren hier als Pfarrerin anfing, habe ich vier Jahre Liebe, Energie und Kraft in die Suche nach einer Lösung gesteckt. Der 2013 neu gebildete Gemeindekirchenrat wollte das Haus behalten. Nach zwei Jahren war aber klar, dass dies nicht langfristig finanzierbar ist. Wir haben hier zwei wunderschöne Gebäude. Sie sind aber zu groß für 869 Gemeindemitglieder. Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschlossen, alle Bemühungen auf die Kirche zu konzentrieren.

Will der Bevollmächtigtenausschuss alles schnell durchsetzen, bevor im Dezember der neue Gemeindekirchenrat gewählt wird?


Mix: Der Beschluss, das Haus in Erbpacht zu geben, wurde bereits am 1. Oktober 2015 gefasst. Das ist jetzt fast ein Jahr her. Ich finde das nicht besonders schnell. Der Bevollmächtigtenausschuss hat die Gemeindeleitung inne, weil der Gemeindekirchenrat wegen Austritten und Wegzug nicht mehr beschlussfähig war. Das ist für diesen Fall in der Grundordnung unserer Kirche so vorgesehen. Er bereitet nun die Wahl des neuen Gemeindekirchenrates vor und führt die laufenden Aufgaben durch – zu denen auch die Suche nach einem Pächter gehört.

Vom Förderverein wird Ihnen und dem Ausschuss unterstellt, Spenden zweckentfremdet verwendet zu haben?

Mix: Jeder kann kommen und fragen, wo seine Spenden geblieben sind. Wir stellen das transparent dar. Jede Spende wird ihrem Zweck entsprechend bei uns verbucht. Der Vorwurf, Geld aus dem Gemeindevermögen sei an Rechtsanwälte geflossen, ist unter anderem völlig unhaltbar. Er bezieht sich auf einen Rechtsstreit, bei dem wir 2014 eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt hatten. Die dazu notwendige kirchenaufsichtliche Genehmigung wurde erteilt. Die Kosten hat aber nicht die Kirchengemeinde getragen, sondern der Schädiger.

Wie viel Geld müsste in eine Sanierung des Gemeindehauses gesteckt werden?

Mix: Eine neutrale Zahl kommt meiner Meinung nach vom Landkreis. Wir haben dem Landrat im vergangenen Jahr das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft angeboten. Ich bekam die Mitteilung, dass es nicht geeignet sei, weil der Investitionsbedarf auf 250 000 Euro geschätzt wurde. Selbst wenn wir dieses Geld hätten – das Haus muss verwaltet werden und es muss sich bei der Größe tragen.

Der Förderverein wirft dem Bevollmächtigtenausschuss vor, nicht mit ihm zu sprechen?

Mix: Das ist ein ungeheurer Vorwurf. Nach einer Gemeindeversammlung am 1. Mai, wo der Förderverein ankündigte, dass er ein Finanzierungskonzept fürs Haus habe, stellten wir unsere Aktivitäten zur Erbpacht zurück und luden zum Gespräch ein. Am 19. Mai war der Vereinsvorstand bei uns und legte kein Konzept vor. Das Angebot, das Haus selbst in Erbpacht zu übernehmen, lehnte der Verein ab. Ich verstehe, dass Menschen an dem Haus hängen und ich verstehe deren Enttäuschung, dass ich in diesem Punkt nicht dieselbe Meinung vertrete; aber der Vorwurf des Vereins, ich arbeite gegen die Interessen der Gemeinde, ist absurd. Mein Auftrag ist, für alle 1500 Kirchengemeindemitglieder in Wildau und Zeuthen verantwortungsvoll mit den Ressourcen und Geldern umzugehen. Ich bin für alle Gemeindemitglieder da. Das heißt aber nicht, dass ich mit allen einer Meinung bin.

Warum dürfen die Vereinsmitglieder das Pfarrhaus nicht kostenlos nutzen?

Mix: Da es sich um einen außerkirchlichen Verein handelt, gelten für ihn – wie für alle solche Vereine – dieselben Regeln.

Wenn das Gemeindehaus in Erbpacht geht, wo können die Gemeindemitglieder außerhalb des Gottesdienstes zusammenkommen?

Mix: Ideal wäre es, beim zukünftigen Nutzer des Gemeindehauses Räume anzumieten und den Garten zusammen zu nutzen. Deshalb werden wir uns ganz genau ansehen, wem wir das Haus anvertrauen. Vorstellbar wäre auch, unter der Empore eine Glaswand einzuziehen und den entstandenen Raum zu nutzen. Die Lösung ist noch offen, aber ich bin überzeugt, dass wir Räume haben werden.


Von Heidrun Voigt

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