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Dahme-Spreewald Die Märchen und die Menschliche Existenz
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22:30 10.05.2016
Die Fühmann-Stele in Märkisch Buchholz. Quelle: Karen Grunow
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Märkisch Buchholz

„... tiefer, immer zum Grund zu, irdischer, näher der Wurzel der Dinge, ins Wesen ...“ Dieses Zitat aus Franz Fühmanns Gedicht „Die Richtung der Märchen“ kann nachlesen, wer sich die Rückseite der Stele auf dem Moritzplatz in Märkisch Buchholz genauer anschaut. Sie erinnert eben an Franz Fühmann, vorn ist das eindrückliche Gesicht des Schriftstellers zu sehen, der von 1959 bis zu seinem Todesjahr 1984 in Märkisch Buchholz lebte und wirkte.

Seit 2005 erinnert die Stele an den wohl berühmtesten Mann der kleinen Stadt, dessen Grab auch auf dem dortigen Friedhof zu finden ist. Dass der Bildhauer Wieland Förster für die Gestaltung dieses Denkmals gewonnen werden konnte, ist ein besonderes Glück. Persönlich war er dem Dichter verbunden, sie schätzten sich.

Bereits 1969 schuf er einen Fühmann-Kopf. Zu einer Zeit, als er sich nicht wie so manch andere in der DDR einordnen lassen wollte in die in ihrer Ideologie erstarrten Werke damals populärer Künstler. Försters Bildhauerei wurde zunehmend innerlicher, persönlicher in ihrem Ausdruck. Seine besondere Formensprache, mit der er den schlichten Begriff des Realistischen unbrauchbar werden lässt, weil er Ausdruck nicht nur sichtbar, sondern regelrecht haptisch fühlbar werden ließ, ist bis zum Ende seiner Tätigkeit als Bildhauer ein typisches Kennzeichen seiner Kunst gewesen.

Der in Wensickendorf bei Oranienburg lebende Künstler wurde 1930 in Dresden geboren. Nach seiner Haft in Bautzen studierte Förster in den 1950er Jahren an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Von 1959 bis 1961 war er Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin bei Fritz Cremer. Von 1968 bis 1972 war er mit einem Ausstellungsverbot belegt, danach setzte sich Konrad Wolf für seine Aufnahme in die Akademie der Künste ein. Försters figürliches Werk setzt sich mit Grundfragen der menschlichen Existenz auseinander – Tod, Eros, Leid, Schmerz, aber auch Schönheit finden sich auf vielfältige Art in den Skulpturen. Seine Werke befinden sich in bedeutenden Kunstsammlungen und prägen markante Orte wie beispielsweise am Dresdner Zwinger oder an der Glienicker Brücke.

Seine „Große Nike“ ist heute der bedeutendste deutsche Architekturpreis, diese Plastik wird vom Bund Deutscher Architekten seit 2007 alle drei Jahre vergeben, im Juli steht die nächste Verleihung der Förster’schen Nike an. Die hat auf der Fühmann-Stele übrigens eine Art kleine Schwester; eine Frauenfigur mit schwellenden Formen ist auf der Rückseite als Relief ausgearbeitet.

Von Karen Grunow

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