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Dahme-Spreewald Die Platz-Frage
Lokales Dahme-Spreewald Die Platz-Frage
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11:05 22.10.2013
Das Luckenwalder Asylbewerberheim in der Anhaltstraße ist bis auf den letzten Platz besetzt. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Zu den Landkreisen, die von Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske angezählt wurden, weil sie nicht genügend Asylbewerber aufnehmen, gehört auch Teltow-Fläming. Dabei platzen die beiden Übergangswohnheime, die sich in Luckenwalde in der Anhaltstraße und in der Rudolf-Breitscheid-Straße befinden, schon jetzt aus allen Nähten.

Im Landkreis Teltow-Fläming leben derzeit 279 Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, erläuterte Michael Klinkmüller, Leiter des Sachgebietes Ausländer- und Personenstandswesen. „Der Landkreis hat im Jahr 2013 noch weitere 128 Personen aufzunehmen“, sagte Klinkmüller. Insgesamt sind es dann in diesem Jahr 271 Flüchtlinge, 143 davon wurden bereits aufgenommen.
„Wir haben eine Kapazität von 180 Plätzen und die sind zu 100 Prozent ausgelastet, bei uns ist praktisch jedes Bett belegt“, sagte gestern Melitta Speck, kommissarische Leiterin des ASB-Heimes in der Anhaltstraße. Dort wohnen zurzeit Asylbewerber aus 24 Nationalitäten, unter ihnen 27 Kinder.

Um weiteren Flüchtlingen Unterkünfte zu bieten, sollen frei werdende Plätze kurzfristig wiederbelegt werden. „Nur mit den vorhandenen Kapazitäten in den zwei Übergangswohnheimen kann die Aufgabe aber nicht erfüllt werden“, sagte Klinkmüller.
Deshalb werden derzeit zwei weitere ehemalige Übergangswohnheime saniert. Eines davon soll Anfang 2014 in Ludwigsfelde eröffnet werden, um die geforderten Plätze zu bieten. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2014 wird dann ein weiteres ehemaliges Übergangswohnheim in Jüterbog wieder eingerichtet, um auch 2014 die vom Land geforderte Quote erfüllen zu können, so Klinkmüller.

Hundertprozentig wird man die Vorgaben der Landesregierung in diesem Jahr wohl nicht erfüllen können. „Wir tun natürlich alles, was in unserer Macht steht, aber es muss durch Recht und Gesetz gedeckt sein. Die Heime, die jahrelang leer standen, müssen erst instand gesetzt werden“, sagte Kirsten Gurske, Erste Beigeordnete des Landkreises, gestern der MAZ. Laut Gurske werden vor allem Flüchtlinge aus Tschetschenien, Afghanistan und den afrikanischen Krisengebieten erwartet.

„Wir versuchen jetzt, in kleinen Portionen Zwischenlösungen zu finden, aber die große Lösung haben wir gegenwärtig nicht parat“, bekannte Gurske. Sie sei für jeden Impuls aus den Gemeinden dankbar und habe bereits vor Wochen alle Bürgermeister angeschrieben. Möglicherweise gebe es leer stehende Arbeiterheime. „Kleine Lösungen haben aber ihre Tücken. Denn es geht nicht nur um Unterkünfte, man muss auch für Sozialarbeit und Bildung sorgen, da machen sich Ballungsräume einfach besser“, sagte Gurske. Der Landkreis engagiere sich kontinuierlich für die Aufnahme von Flüchtlingen. „Schwierig wird es jetzt durch die Weisung des Landes, die uns nicht den erforderlichen Vorlauf lässt. Aber das macht die Landesregierung ja nicht aus Schikane, sondern weil die Situation brandenburgweit angespannt ist“, sagte Kirsten Gurske.

Im Landkreis Dahme-Spreewald sind in diesem Jahr bisher 158 Asylbewerber aufgenommen worden. „200 werden es am Ende des Jahres sein“, sagte Landrat Stephan Loge. „Damit werden wir unser Soll erfüllen“, zeigte er sich zuversichtlich. Er rechnet damit, dass dann auch Flüchtlinge aus Syrien im Landkreis untergebracht werden.

Gegenwärtig leben 222 Menschen im Asylbewerberheim in Waßmannsdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Schönefeld. Hier ist Platz für 250 Bewohner. „Das wäre aber die Obergrenze“, sagte Loge. Um die Kapazität kurzfristig zu erhöhen, werden bis Dezember zweckmäßig eingerichtete Container aufgestellt. Sie sollen bis Ende Dezember am Heim ihren Platz bekommen. Dort ist dann Platz für 80 Asylbewerber. Wenn die Container stehen, wird auch die dringend benötigte Sanierung des Heimes in Angriff genommen.

Von Elinor Wenke und Liane Stephan

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