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Die Sache mit dem vierten Finger

Weihnachtskonzert mit Hauptstadttenören Die Sache mit dem vierten Finger

Mitten in den Proben für das Weihnachtskonzert mit den Berliner Hauptstadttenören sind die Kinder der Grundschule Schulzendorf. Am 15. Dezember werden sie mit den bekannten Sängern in der Mehrzweckhalle auftreten. Pianist Ronald Herold übt mit den Schülern intensiv. Erst ganz am Ende der Proben kommen die Tenöre dazu.

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Ronald Herold, Pianist der Hauptstadttenöre, probt derzeit mit dem Orchester der Schulzendorfer Grundschule.

Quelle: Andrea Müller

Schulzendorf. Die Kinder der Grundschule Schulzendorf stecken zurzeit mitten in den Proben für das Konzert mit den Hauptstadttenören am 15. Dezember in der Mehrzweckhalle. Ronald Herold, Pianist der Tenöre, übt in diesen Tagen intensiv mit dem Orchester, das aus 120 kleinen Musikern bestehen wird.

Nick, Lukas, Riccardo und Emely – sie sind Schüler der 5. und 6. Klassen – sehen den Auftritt mit den bekannten Künstlern gelassen. Denn wie die anderen Schüler üben sie für den Auftritt nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause. „Wir müssen die Stücke ja nicht aus dem Kopf spielen, sondern haben Noten“, sagt Nick. Er gehört schon zu den kleinen Profis. Gemeinsam mit Riccardo war er schon bei einem Konzert der Norddeutschen Philharmonie dabei. Die Streicher werden voraussichtlich fünf Stücke beim Konzert begleiten dürfen. Die vier spielen Violine beziehungsweise Viola. „Die ist etwas größer im Vergleich zur Violine“, erklärt Emely. Nick und Riccardo ergänzen, dass diese auch tiefere Töne spielt. Zum Beweis zupfen die beiden die Seiten beider Instrumente.

In den Musikklassen der Schulzendorfer Grundschule lernen die Kinder ein Instrument zu spielen. Nick und Riccardo haben mit Klanghölzern und Xylofon angefangen. Jetzt dürfen sie mit den Streichinstrumenten lernen. Geschickt greifen ihre kleinen Finger der linken Hand die Seiten, während der Bogen von der rechten Hand geführt wird. Nein, das Konzert macht ihnen keine Sorgen, wenn da nicht das Stück wäre, in dem auch der vierte Finger zum Einsatz kommt. „Den brauchen wir sonst nicht“, erklärt Riccardo. Nur darum bereite dessen Einsatz ein wenig Bauchschmerzen.

Ronald Herold fiebert wie die Kinder dem Konzert entgegen. Er wird am Klavier Tenöre wie Kinder zusammenführen. Ihm zur Seite stehen die Musiklehrer, darunter Susanne Falk-Grünes und Johannes Severin von der Musikschule Dahme-Spreewald. Herold gibt den kleinen Musikern Tipps, etwa, wann sie richtig einsetzen müssen. „Eigentlich habe ich nur einmal vor Jahren gemeinsam mit größeren Kindern zusammen am Potsdamer Platz gespielt“, sagt er. Das Konzert jetzt mit Grundschülern sei ein absolutes Novum für ihn. Gespannt ist er darauf, wie Tenöre und Orchester zusammen klingen werden. „120 Musiker und die Tenöre, das wird sich sicher toll anhören“, meint er. Bei den Hauptstadttenören ist Ronald Herold der musikalische Leiter. Tenor Torsten Hennig arrangiere die Musik. Für die Begleitung der Kinder hat das Udo Koloska übernommen, ein Lehrer, der mit der Grundschule Schulzendorf diesbezüglich zusammenarbeitet.

Die drei Tenöre werden erst ganz am Schluss der Proben dazu kommen. So sieht es der gegenwärtige Plan vor. Wenn alles gut läuft, kann es auch sein, dass Tenöre und Schüler erstmals beim Konzert zusammen musizieren.

„Es kam schon vor, dass die Kinder in solchem Moment selbst so fasziniert waren, dass sie vergessen haben zu spielen“, erinnert sich Susanne Falk-Grünes. „Macht nichts“, sagt Ronald Herold und lacht. Es seien nun einmal Kinder.

Von Andrea Müller

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