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Dahme-Spreewald Die Terminalmanagerin
Lokales Dahme-Spreewald Die Terminalmanagerin
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16:28 11.03.2018
Stets das Handy am Ohr: In ihrem Büro ist die Terminalmanagerin des BER, Regina Mader, nur selten anzutreffen. Quelle: Josefine Sack
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Schönefeld

„Verdacht auf USBV in Terminal D gegenüber der SIKO.“ Wenn Regina Mader diese Durchsage über Funk hört, weiß sie, was zu tun ist. Ein herrenloser Gegenstand steht im Terminal herum und könnte eine sogenannte „unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung“, kurz USBV, enthalten, das Gepäckstück also jederzeit in die Luft gehen. Regina Mader streift die Einsatzjacke über, mit dem Handy am Ohr eilt sie in die Abflughalle. Auf dem Weg informiert sie die Kollegen der Sicherheitsleitstelle und der Bundespolizei.

Solche Störfälle sind für die 59-Jährige aus Mittenwalde Routine. „Das passiert jeden Tag mehrmals.“ Meist ist es blinder Alarm. Der Einsatz am Mittwochvormittag ist nach wenigen Minuten beendet. Der blau-gelbe Koffer in Terminal D ist leer. Offensichtlich wollte sein Besitzer ihn loswerden. Kein Fall für den Sprengstoffhund, sondern fürs Fundbüro. „Das war auch schon anders“, erinnert sich Regina Mader. „Da mussten wir einen ganzen Terminal evakuieren.“ Wie sich später herausstellte, war auch das eine Vorsichtsmaßnahme.

Die Mitarbeiter des Terminalmanagements passen auf, dass die Schlangen vor den Sicherheitskontrollen nicht zu lang werden – und zwar rund um die Uhr. Quelle: Josefine Sack

Seit 1975 am Schönefelder Airport

Den Flughafen Schönefeld kennt sie wie ihre Westentasche. Seit 1975 arbeitet die gebürtige Schönefelderin am Airport, damals noch Sitz der DDR-Fluggesellschaft Interflug. Als Terminalmanagerin ist Regina Mader mit ihrem Team für den reibungslosen Betrieb zuständig. Und zwar rund um die Uhr. „Überall, wo es Störungen gibt, werden wir aktiv“, bringt Regina Mader ihre Tätigkeit auf den Punkt.

Insgesamt überwachen 45 Mitarbeiter den Trubel in den Schönefelder Terminals. Sie passen auf, dass die Schlangen vor den Sicherheitskontrollen nicht zu lang werden, bringen desorientierte Passagiere zum Gate, geben Auskunft zu Flugverspätungen und -ausfällen und verarzten im Notfall auch Fluggäste, die sich verletzt haben.

Kuriose Fragen an der Flughafeninfo

Bei Fragen können sich die Passagiere an die Flughafeninfo wenden. Die Mitarbeiter des BER haben lustige Anfragen zusammengetragen – hier ein Auszug:

„Ich habe Übergewicht, wo kann ich das bezahlen?“

„Wo geht’s denn hier nach Las Palomas?“

„Ich fliege mit dem Fahrrad, wo muss ich hin?“

„Ich möchte gern nach Tikiniki.“ (Gemeint war wahrscheinlich die griechische Hafenstadt Thessaloniki.)

Hochsaison am Wochenende

Mehr als 35 000 Passagiere drängeln sich täglich durch den Sicherheitscheck, kommen zu knapp oder laufen zum falschen Abfluggate. Am Wochenende und an den Feiertagen ist besonders viel los. „Da kommen die Leute dann auf einen Schlag“, weiß Mader aus Erfahrung. Damit sich vor der Sicherheitskontrolle keine Riesentraube bildet und es alle rechtzeitig zum Flieger schaffen, achten Mader und ihre Mitarbeiter darauf, dass alle Leitbänder richtig stehen, die Fluchtwege und Ausgänge frei sind. „Die Leute müssen geführt werden, sonst gibt es ein riesiges Chaos.“

Seit kurzer Zeit steht den Helfern in den BER-Terminals B und C ein neues Passagier-Leitsystem zur Seite. Die Fluggäste checken mit dem Scancode auf ihrer Bordkarte selbstständig ein und gelangen so in die Sicherheitskontrolle. Schon vor dem Haupteingang erfahren die Reisenden auf einer Anzeigetafel, in welchen Terminals es besonders voll ist und auf wie viel Wartezeit sie sich einstellen müssen.

Neues Leitsystem im Einsatz

Zuvor haben die Mitarbeiter des Terminalmanagements die Passagierströme gesteuert und auf andere Hallen umgeleitet, wenn es vor dem Sicherheitscheck zu eng wurde. „Jetzt sehen die Leute schon wenn sie ankommen, wo es voll ist und können gleich auf ein anderes Terminal ausweichen“, erklärt Mader den Sinn des neuen Leitsystems. Spätestens zu Ostern, wenn am BER wieder Hochsaison herrscht, wird sich zeigen, ob dadurch wirklich lange Schlangen vermieden werden können.

Angespannte und gereizte Reisende wird es dennoch auch künftig geben. Regina Mader scheint der Trubel auch an betriebsamen Tagen nichts anzuhaben. Trotz des Schichtbeginns um 5 Uhr am Morgen – für desorientierte Passagiere hat die Terminalmanagerin stets ein Lächeln und ein paar nette Worte parat. „Man muss mit allen umgehen können“, sagt sie. Dass um sie herum viele Menschen in Urlaubsstimmung sind, während sie im hektischen Flughafenbetrieb den Überblick behalten muss, stört sie nicht: „Jeder Tag hier ist anders, es wird nie langweilig.“

Von Josefine Sack

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