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Die Thesen der Bürgermeister

MAZ-Umfrage zum Reformationstag Die Thesen der Bürgermeister

Es muss sich etwas ändern! So oder so ähnlich wird es sich Martin Luther gedacht haben, als er vor 496 Jahren seine 95 Thesen an die Pforte der Wittenberger Schlosskirche nagelte und sich damit gegen den praktizierten Handel mit Ablassbriefen positionierte – der Rest ist bekannt. Aber wie ist es heute? Welche Thesen würden unsere Verwaltungschefs verkünden? Die MAZ hat in der Region Dahmeland-Fläming nachgefragt.

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Siegbert Nimtz , Bürgermeister von Heidesee, hat Verbesserungsvorschläge.

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Klaus Rocher

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Klaus Rocher (FDP), Bürgermeister von Rangsdorf, hält Kirchentüren nicht mehr für das geeignete Mittel, um Thesen zu verkünden: „Das macht man heute besser über Facebook.“ Er wünscht sich mehr gesunden Menschenverstand und weniger Obrigkeitshörigkeit. „Man sollte den Kommunen und den Bürgern dort mehr zutrauen. So ließen sich Entscheidungen schneller treffen und man hätte die Leute mit im Boot“.

Carl Ahlgrimm

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Großbeerens Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos) würde seine Thesen am liebsten gleich in Potsdam proklamieren – drei sind es an der Zahl: 1.„Die ausufernden Kosten des BER zwingen das Land Brandenburg als einen der drei Gesellschafter des Flughafens, seine Pflichtaufgaben insbesondere gegenüber den Kommunen und ihren Einwohnern zu vernachlässigen.“ 2. „Die in nationales Recht umgesetzte EU-Umgebungslärmrichtlinie ist ein Feigenblatt und interessiert die für die Reduzierung an den Hauptverkehrsadern zuständigen Verantwortlichen einen Dreck.“ 3. „Die Verkehrsplaner überschätzen ihre Einflussmöglichkeiten auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer vollkommen, wenn sie glauben, ,Schleichwege’ ignorieren zu können“, sagt Ahlgrimm und verweist als Beleg dafür auf das Beispiel Osdorfer Straße zwischen Berlin und Brandenburg.

Klaus-Dieter Quasdorf

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„Der Ansatz der Landesregierung zu einer neuerlichen Gemeindegebietsreform ist reformbedürftig“, formuliert Bestensees Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos) seine These. Sich auf Gemeinden mit einer Mindestzahl von 10000 Einwohnern zu fokussieren, das könne nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Deshalb schlägt er vor, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die schneller ist als die Landesregierung und selbst nach möglichen Partnern für einen freiwilligen Zusammenschluss sucht.

Monika Nestler

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Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler (Linke) würde am liebsten die These an die Rathaustür schlagen, dass endlich „Schluss ist mit Beschlüssen fern ab aller Realitäten“. Derzeit erlebt sie, wie die Gewässerunterhaltungsgrenzen für den Wasser- und Bodenverband festgelegt werden. Bisher seien diese gleich der Gemarkungsgrenze der Gemeinde gewesen, was jetzt geändert werden soll. „Man sollte sich besser mit den Praktikern verständigen und das Gesetz entsprechend formulieren“, sagt Monika Nestler.

Arne Raue

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Auch Arne Raue (parteilos), der Chef im Jüterboger Rathaus, hat zum Reformationstag eine These beizusteuern: „Stadtverordnete können ihre Meinung nur ihrem Gewissen und dem Bürger verpflichtet vertreten, wenn sie nicht von Parteien abhängig sind.“

Bernd Speer

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„Ich möchte, dass Eichwalde zu einem Ort wird, in dem sich seine Bewohner wohlfühlen, in dem zufriedene Familien frei von Konkurrenzdenken und Neid harmonisch zusammenleben“, wünscht sich Bernd Speer (parteilos). Eine konkrete Forderungsliste würde er an keine Tür schlagen: „Wenn wir eine neue Kita brauchen, machen wir nicht viel Gewese, sondern bauen uns eine.“

Ums Schulsystem geht es Siegbert Nimtz (parteilos, großes Foto), Oberhaupt der Gemeinde Heidesee: „Ich möchte die Sekundarstufe für die Schule in Friedersdorf zurückhaben. Wir mussten ja damals die Klassenstufen 7 bis 10 einstampfen, weil wir nicht die vom Land vorgeschriebenen Klassenstärken erreicht haben.“ Er wünscht sich, dass Brandenburg wieder Landschulen mit kleinen Klassen einführt. „Dann hätten größere Kinder endlich wieder kürzere Wege zur nächstgelegenen Oberschule oder zum nächsten Gymnasium.“

Wilfried Rauhut

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„Wenn ich heute Thesen zur Verwaltung formulieren sollte, würde Bürgerfreundlichkeit ganz oben stehen“, sagt Wilfried Rauhut (parteilos), Rathauschef von Niedergörsdorf. „ Bürokratie soll dem Verwaltungshandeln nicht entgegenstehen. Wir wollen loslegen, arbeiten, Ideen umsetzen. Den jungen Menschen müssen Wurzeln mitgegeben werden und auch Flügel, damit sie ausschwärmen und in die Heimat zurückkehren können, um hier ihre Familie zu gründen. Nur wenn sie zurückkehren, bleibt die Gemeinde lebendig. Dafür lohnt jede Anstrengung.“

Udo Haase

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Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) hat drei klare Forderungen: „Das Wichtigste ist für unsere auf den Flughafen orientierte Gemeinde, dass der Airport endlich an den Start geht. Zumindest einen Termin sollte die Öffentlichkeit dafür endlich erfahren.“ Ebenfalls von hoher Dringlichkeit sei die Fertigstellung des Schönefelder Radwege-Systems. Dann wären mit rund 30 Kilometern Wegstrecke alle Ortsteile und der Flughafen miteinander verbunden. Seine Forderung Nummer drei umzusetzen, steht kaum in der Macht der Kommune. „Wir brauchen Fachkräfte wie zum Beispiel Krippen-Erzieherinnen.“

Frank Broshog

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Die Energiewende in der Gemeinde Am Mellensee bewegt Frank Broshog (parteilos): „Lasst uns den kommunalen Windpark in Sperenberg bauen. Das ist unser großes Ziel.“ Allerdings gebe es auch problematische Seiten der Energiewende, etwa die vielen Biogasanlagen, die mit Mais „gefüttert“ würden. Broshog fragt sich deshalb: „Energie aus Nahrungsmitteln – ist das wirklich gut?“

Thomas Berger

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Um Energie geht es auch Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU). Er wünscht sich, dass das gemeinsame Energie- und Klimaschutzkonzept mit Jüterbog und Luckenwalde noch schneller vorangeht. „Es wird noch viel zu oft gefragt, was das kostet. In Sachen Klimaschutz können wir aber nicht nur auf betriebswirtschaftliche Belange gucken.“ Seine zweite These betrifft das politische Geschäft im Allgemeinen: „Wer die Menschen im Herzen berühren will, muss auch Politik von Herzen machen.“

David Kaluza

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Wenn David Kaluza (parteilos) etwas reformieren könnte, dann die Aufgabenverteilung zwischen Land, Landkreis und Kommune, so der Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming. Seine These würde er allerdings nicht in Lutherscher Manier veröffentlichen: „Da wir in der Gemeinde kein Rathaus besitzen, brauche ich ja auch nichts anzuschlagen.“

MAZ

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