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Die Tropen im Hinterhof

Zeuthen Die Tropen im Hinterhof

Landschaftsarchitekt Jonas Reif aus Zeuthen hat für die Internationale Gartenausstellung in Berlin drei Gärten konzipiert. Unter dem Titel „Citytrop“ gestaltet er unter anderem einen subtropischen Dachgarten mit Sukkulenten.

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Tropischer Hinterhof: Eine Idylle, die an den Regenwald erinnert.

Quelle: Heidrun Voigt

Zeuthen. Blätter, Blätter, Blätter. Bis in die engsten Ecken reicht das Grün und verwandelt den kleinen Hinterhof in eine lauschige Oase. Das flächige Hellgrün der Schirmmagnolien und die schmalen Blätter der gelbhalmigen Bambusse geben den Ton an. Hanfpalmen, Farne, Gräser sowie Lotusblumen in einem Wasserbecken verbreiten Urwaldstimmung. So exotisch kann ein lichtarmer, umbauter Raum aussehen. Geplant hat ihn der Landschaftsarchitekt Jonas Reif. „Tropischer Hinterhof“ ist eine von drei Ideen, die der Zeuthener auf der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) in Berlin vorstellt. Ein subtropischer Dachgarten mit Sukkulenten sowie ein Townhouse-Garten mit Kopfbäumen und Spalierobst gehören ebenfalls zum Projekt „Citytrop“. „Citytrop“ ist auch der Titel eines im Frühjahr erschienenen Buches von Jonas Reif.

Zusammen mit der Berliner Firma Roland Riedel Garten- und Landschaftsbau hat sich Reif an einem Wettbewerb zu Hausgärten anlässlich der IGA beteiligt – und gewonnen. Insgesamt wurden zehn 150 Quadratmeter große Flächen zur Gestaltung vergeben. Eine ist der dreiteilige „Citytrop“-Garten. „Grüne Räume mit ihrer Erholungsfunktion sind in der Stadt sehr wichtig. Mit ungewöhnlichen Bepflanzungen möchte ich innovative Ideen dafür entwickeln“, meint der Experte mit Blick auf seine drei Gärten. Er betont, dass diese Pflanzen auch den Winter überstehen können.

Jonas Reif in seinem Garten in Zeuthen

Jonas Reif in seinem Garten in Zeuthen.

Quelle: Heidrun Voigt

Gesamtkosten in Höhe von 160 000 Euro

„Im Frühjahr 2016 sollten unsere IGA-Gärten eigentlich komplett bepflanzt sein, aber einiges hat sich bis zum Herbst verzögert. Alles hat den Winter gut überstanden. Die Schalen mit den Sukkulenten haben wir allerdings erst im Frühjahr aufgestellt“, so der Planer. Er verrät, dass die meiste Arbeit nicht der Aufbau und die Planung ausgemacht habe, sondern das Finden von Sponsoren. „Von der IGA gab es 17 000 Euro für Aufbau, Pflege und Abbau, aber eigentlich kostet alles zusammen 160 000 Euro. Die Baumschule Lorberg allein hat uns schon Pflanzen im Wert von 60 000 Euro zur Verfügung gestellt.“

Jonas Reif, der Chefredakteur der Zeitschrift „Gartenpraxis“ ist und zudem an seiner Promotion arbeitet, fährt alle zwei bis drei Wochen zur Gartenschau und kümmert sich um Pflegeschnitte und Nachpflanzungen seines Projekts. Mit der Grundpflege der zehn Hausgärten wurde von allen Beteiligten gemeinsam eine Firma beauftragt.

Gärten werden nach Ende der Gartenschau zurückgebaut

Was passiert mit den drei urbanen Gärten nach dem Ende der Gartenschau Mitte Oktober? „Unser Geländeteil gehört zur Erweiterung der Gärten der Welt. Wir wurden gefragt, ob wir das Projekt für drei Jahre stehen lassen. Ich habe das abgelehnt“, so der Landschaftsarchitekt. Er begründet dies damit, dass die Baulichkeiten nicht für so einen langen Zeitraum geeignet seien und der Garten nur in einem Top-Zustand präsentiert werden solle. Dass dies nach der IGA dauerhaft gelingt, daran zweifelt er. Die großen Gehölze gehen an die Sponsoren, sprich Baumschulen, zurück. Entsprechend auch die Gartenmöbel. „Die Mehrzahl der Pflanzen kommt dahin, wo sie mal war – auf den Kompost.“

Die IGA ist bis 15.Oktober geöffnet, täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, www.iga-berlin-2017.de/service

Von Heidrun Voigt

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