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Die Wahl spaltet die Stadt

Königs Wusterhausen Die Wahl spaltet die Stadt

In Königs Wusterhausener Parteien herrscht nach dem Wahl-Desaster vom Sonntag weiter Ratlosigkeit. Der parteilose Swen Ennullat vereinte fast so viele Stimmen wie die vier Parteibewerber zusammen, ist jetzt Favorit in der Stichwahl mit SPD-Mann Georg Hanke. Beim ausgeschiedenen CDU-Kandidaten sitzt der Frust besonders tief.

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Im SPD-Wahlzelt auf der Festwiese in Königs Wusterhausen verfolgen Besucher die Entwicklungen des Wahlabends. In Feierlaune war hier am Sonntag niemand.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Politisch ist Königs Wusterhausen nach der Bürgermeisterwahl am Sonntag eine gespaltene Stadt. Der parteilose Swen Ennullat (Freie Wähler KW) vereinte mit 42,3 Prozent fast so viele Stimmen auf sich wie die Kandidaten von SPD, Linken und Grünen, CDU sowie FDP zusammen. Für Ennullat ist das die Bestätigung dafür, dass die Königs Wusterhausener „die Nase voll haben von den Parteien“, wie er noch am Wahlabend sagte.

Endgültig wird sich erst am 8. Oktober zeigen, ob das tatsächlich so ist. Dann findet zwischen Swen Ennullat und dem Zweitplatzierten vom Sonntag, Georg Hanke (SPD), die Stichwahl um den Chefposten im Rathaus statt.

Gewann die erste Runde klar mit 43 Prozent

Gewann die erste Runde klar mit 43 Prozent: Swen Ennullat (Freie Wähler KW)

Quelle: Privat

Enttäuschende 22,7 Prozent erreichte Hanke im ersten Wahlgang, Es ist das mit Abstand schlechteste Ergebnis seiner Partei bei einer Bürgermeisterwahl in Königs Wusterhausen seit 1993. Nach dem historischen Debakel droht für die SPD der Machtverlust in der Stadt, die sie seit 1990 mit einer Ausnahme ununterbrochen regierte. Am Montag hatte Hanke den Schock noch nicht verdaut. „Ich bin immer noch erschüttert, kann das noch nicht so richtig fassen“, sagte er.

Es war eine Niederlage auf der ganzen Linie, wie der Blick auf die Ergebnisse in den 34 Stimmbezirken zeigt. Überall hatte Ennullat die Nase vorn, sogar

SPD-Mann Georg Hanke kassierte eine historische Niederlage, geht als Außenseiter in die Stichwahl

SPD-Mann Georg Hanke kassierte eine historische Niederlage, geht als Außenseiter in die Stichwahl

Quelle: Privat

bei der Briefwahl ließ er alle anderen hinter sich. Hier verzeichnete er mit 34,4 Prozent sein „schlechtestes“ Ergebnis, das immer noch knapp zwölf Prozent besser war als Hankes. Am größten war der Vorsprung im Wahllokal Kita „Zwergenstadt“ in Niederlehme,. wo Ennullat 60 Prozent holte und Hanke nur auf 16 Prozent kam. Doch der unterlegene SPD-Kandidat glaubt dennoch an seine Chance bei der Stichwahl: „Es wird schwer werden, aber ich lasse nichts unversucht, das Ruder noch herumzureißen.“

Schützenhilfe wird er von der CDU bekommen, dessen Bürgermeisterkandidat Jörn Perlick schon am Montag eine Wahlempfehlung für Hanke aussprach. Perlick glaubt, dass die Basis das mittragen wird. „Die Spitzen der Parteigremien sind sich in dieser Frage einig“, sagte er. Mit 15,6 Prozent landete Perlick, der Vizebürgermeister ist, am Sonntag abgeschlagen auf dem dritten Platz. Er ist geschockt von Ennullats Triumphzug und attackierte seinen Widersacher scharf. „Ich bin völlig überrascht, dass ein Blender wie er so viele Stimmen bekommt. Man rennt gerne solchen Populisten nach“, sagte ein merklich angefressener Perlick.

Schlechter Verlierer

Schlechter Verlierer: Jörn Perlick (CDU) nennt Wahlsieger Ennullat einen Blender.

Quelle: Rolf Arnold

Alarmstimmung herrscht bei Linken und Grünen, deren Bürgermeisterkandidatin Gudrun Eichler mit 11,4 Prozent auf dem vierten Platz landete vor Anke Gerth (FDP, 4,8%) und Birgit Uhlworm (Frauenliste, 3,1 Prozent). Eichler rief am Montag dazu auf, nach der Stichwahl einen Runden Tisch einzuberufen, „um mit allen Beteiligten, inklusive Swen Ennullat, die Probleme der Stadt anzugehen.“ Weitere Einzelheiten nannte sie nicht. Der Kreisvorsitzende der Linken, Michael Wippold, und Grünen-Kreischef Andreas Rieger ließen am Montag offen, ob sie eine Wahlempfehlung für den SPD-Kandidaten abgeben werden.

Georg Hanke sagte, er sei offen für einen Runden Tisch. „Wir als SPD sind aber auch bisher immer gesprächsbereit gewesen. Es ist für mich selbstverständlich, mit allen politischen Akteuren zu reden.“ Einige Positionen seien jedoch „unverhandelbar“ mit der SPD. Swen Ennullat äußerte sich skeptisch. „Ich habe angeboten, darüber zu reden, kann mir aber nicht vorstellen, wie ein Runder Tisch neben der SVV und den Ortsbeiräten funktionieren soll.“

Die Wahlbeteiligung in Königs Wusterhausen lag mit 72,6 Prozent höher als bei der Bürgermeisterwahl 2009, wo sie 67,5 Prozent betrug.

Von Frank Pawlowski

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