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Die Wanderarbeiter sind weitergezogen

Wildes Camp auf dem A10-Rasthof bei Schönefeld Die Wanderarbeiter sind weitergezogen

In den vergangen Jahren hatte es immer wieder Ärger um eine Gruppe von Bulgaren und Rumänen gegeben, die auf dem Rasthof Waldeck an der A10 bei Schönefeld kampierten. Mit der Ankunft irischer Wanderarbeiter eskalierte die Situation, die Behörden griffen durch. Nun wurde der Platz geräumt.

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Der Unternehmer Tom Voss ist froh, dass auf dem Rastplatz wieder Ruhe herrscht.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Schönefeld. Auf dem Rastplatz Waldeck an der A 10 bei Schönefeld ist es ruhig an diesem Freitagnachmittag – überraschend ruhig. Denn bis vor wenigen Tagen kampierten auf dem weitläufigen Gelände hinter der Esso-Tankstelle noch mehrere rumänische und bulgarische Familien mit Wohnwagen und Zelten. Nun haben die Dauergäste ihren Rückzugsort freiwillig geräumt. Die zuständige Autobahnmeisterei Rangsdorf hat den Rastplatz umgehend in Teilen gesperrt und will dafür sorgen, dass sich Zustände wie in den vergangenen Jahren dort in Zukunft nicht mehr einstellen.

Zwischenzeitlich sollen auf dem Rastplatz rund 150 Personen gelebt haben. Die rumänischen und bulgarischen Familien schlugen dort schon seit Jahren in den Sommermonaten ihr Lager auf. Zuletzt gesellte sich zu den Stammgästen noch eine Gruppe irischer Wanderarbeiter mit etwa 20 Wohnwagen.

Behörden-Vertreter bei einer Besichtigung des wilden Camps vor einigen Wochen

Behörden-Vertreter bei einer Besichtigung des wilden Camps vor einigen Wochen.

Quelle: Aireye

Ende Mai eskalierte die Lage, als Klaus Marohn, der Leiter der zuständigen Rangsdorfer Autobahnmeisterei, von den irischen Neuankömmlingen angegangen wurde (MAZ berichtete). Als Marohn auf dem Rastplatz nach dem Rechten sehen wollte, wurde er in seinem Wagen durchgeschüttelt. Eine Anzeige gab es nicht, aber der Vorfall schlug so hohe Wellen, dass sich die zuständigen Behörden zum Eingreifen gezwungen sahen.

Bisher hatten Rumänen und Bulgaren stets mit Duldung des Verkehrsministeriums, dem Eigentümer des Rastplatzes, in Waldeck ihre Zelte aufgeschlagen. In Absprache mit Polizei und Ordnungsamt wurde die Duldung nach dem Vorfall im Mai aufgehoben. Den Dauer-Campern wurde mitgeteilt, dass der Rastplatz polizeilich geräumt werde, falls sie nicht freiwillig abzögen. „Die Aufforderung hat offenbar gewirkt und ich bin überzeugt, dass die Leute in Zukunft nicht mehr kommen“, sagt Udo Haase (parteilos), der Bürgermeister von Schönefeld.

Das sollen auch bauliche Veränderungen gewährleisten, die in diesen Tagen schon angelaufen sind. So hat die Autobahnmeisterei Rangsdorf die Zufahrt zu den Pkw-Parkplätzen im hinteren Bereich des Rastplatzes mit Bauzäunen und Absperrungen verschlossen. Die Ausfahrt in Richtung Autobahn ist inzwischen mit einem Metall-Tor abgeriegelt. Eine Leitplanke zwischen beiden Absperrungen soll noch gebaut werden. Sie soll verhindern, dass Autos einfach über das Grün zwischen Lkw- und Pkw-Bereich wieder zu den Parkplätzen gelangen. Nach MAZ-Informationen soll der Bereich für Personenkraftwagen dauerhaft geschlossen bleiben. „Zunächst nehmen wir jetzt den Bewuchs weg und stellen beschädigte Flächen wie herausgerissene Gehwegplatten wieder her“, sagt Klaus Marohn von der Autobahnmeisterei. „Wir nehmen das nach und nach in Angriff, die Arbeiten werden sich sicher eine Weile hinziehen.“ Über die Kosten kann Marohn keine Angaben machen.

Mitarbeiter der Straßenmeisterei räumen auf

Mitarbeiter der Straßenmeisterei räumen auf.

Quelle: Aireye

Bei allen Beteiligten herrscht Erleichterung darüber, dass in Waldeck wieder Ruhe eingekehrt ist. Besonders froh ist Tom Voss: „Mit der Ankunft der Iren ist es doch deutlich rauer zugegangen“, erzählt der Event-Planer, der unmittelbar am Rastplatz Büros und Lagerhallen unterhält. „Die sind aber auch als Erste verschwunden, nachdem sie gemerkt haben, dass die Behörden jetzt ernst machen.“ Ob die Absperrungen und die Leitplanke ausreichen, falls die Dauer-Camper wiederkommen? „Das wird man sehen, aber mit der Aufhebung der Duldung gibt es ja jetzt wenigstens eine Handhabe.“ Der Unternehmer hatte schon vergangenes Jahr daran gedacht, sich neue Geschäftsräume zu suchen.

Wo genau sich die Gruppen aus Irland, Bulgarien und Rumänien derzeit aufhalten, ist nicht bekannt. Der Schönefelder Bürgermeister Udo Haase jedenfalls ist zuversichtlich, dass es ruhig bleibt in Waldeck: „Ich denke, wir haben ganz klar gemacht, dass man in Deutschland nicht auf öffentlichen Rastplätzen kampieren kann.“

Von Martin Küper

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