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Dahme-Spreewald „Die Welt dreht sich weiter“
Lokales Dahme-Spreewald „Die Welt dreht sich weiter“
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14:10 28.05.2015
Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg fordert die Öffnung der Ehe. Quelle: dpa
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Königs Wusterhausen

Sollen Schwule und Lesben heiraten dürfen? In Deutschland sagt man bislang eher Jein, die echte Homo-Ehe scheiterte auf Bundesebene an der CDU. Aber seit sich am Wochenende selbst das katholische Irland zur Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren bekannt hat, steigt der Druck auf die Bundesregierung, nachzuziehen. Die Bundestagsabgeordneten aus der Dahmeland-Fläming-Region hätten damit kein Problem.

Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich schon 2012 lautstark für eine Gleichstellung eingesetzt, Andrea Wicklein (SPD) sieht die eingetragene Lebenspartnerschaft nur als „Zwischenschritt auf dem Weg zur vollständigen Gleichstellung“ und fordert eine zügige Beratung im Bundestag über die Öffnung der Ehe. Es sei „nicht mehr zeitgemäß, hier Unterschiede zu machen“.

Und auch CDU-Frau Jana Schimke spricht sich für die Homo-Ehe aus – auch wenn sie es mit Verweis auf die parteiinternen Diskussionen noch etwas zurückhaltend formuliert: „Die Welt dreht sich weiter, und man muss als Partei so etwas auch erkennen. Man muss reagieren und politische Antworten finden“, sagt sie. Beim Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare, das in ihrer Partei noch heftig umstritten ist, wird sie deutlich: „Es gibt heute schon gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen Kinder leben. Deshalb verwehre ich mich gegen Denkweisen, die biologische Gründe anführen um gegen das Adoptionsrecht zu argumentieren.“

Innerhalb der CDU gibt es durchaus auch andere Meinungen. Während Björn Lakenmacher, Kreisvorsitzender in Dahme-Spreewald, eher auf Unklarheiten in Detailfragen hinweist, lehnt Danny Eichelbaum, CDU-Kreischef in Teltow-Fläming, die Homo-Ehe rundweg ab (siehe Interview). Die Schwulen und Lesben begrüßen deshalb besonders Aussagen wie die von Jana Schimke.

Jörg Steinert, Chef des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg nutzt die aktuelle Debatte gleich für einen Appell, die Institution Ehe endgültig für Schwulen und Lesben zu öffnen und nicht nur das bestehende Gesetz weiter an die Ehe anzugleichen, wie es Innenminister Heiko Maas (CDU) derzeit plant. „Dieses politische Klein-Klein ist uns zu wenig“, sagt er. Entsprechend lobt Steinert auch die evangelische Landeskirche Brandenburg. Dort hatte vor wenigen Wochen die Synode beschlossen, die Segnung für homosexuelle Paare und den Traugottesdienst gleichzusetzen. Ein Beschluss, den auch Katharina Furian, Superintendentin des Kirchenkreises Zossen-Fläming unterstützt. „Ich teile diese Haltung“, sagt sie. Auch wenn Segnungen von homosexuellen Paaren nicht häufig vorkommen. Zwei oder drei hätten sich in den vergangenen zehn Jahren in der Zossener Kirche segnen lassen, sagt Katharina Furian. Aber das liege nicht an der Kirche oder an den Pfarrern. „Ich kenne niemanden, der das ablehnt.“

Tatsächlich sind Schwule und Lesben in der Dahmeland-Fläming-Region mit dem Eintragen ihrer Partnerschaften relativ zurückhaltend. Beim Zensus im Jahr 2011, also zehn Jahre nach Einführung, wurden in Dahme-Spreewald 108 Menschen gezählt, die in eingetragenen Lebenspartnerschaften lebten, in Teltow-Fläming waren es 109. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung bewegte sich demnach im Promillebereich, nur einer von 1500 Einwohnern lebte damals in einer eingetragenen Partnerschaft – in Berlin waren es zum gleichen Zeitpunkt immerhin fast vier Mal so viele.

Die Quote dürfte seither auch kaum nach oben geschnellt sein. Selbst in den großen Städten und Gemeinden kommen nur vereinzelt homosexuelle Paare in die Standesämter. In Königs Wusterhausen waren es 2012 und 2014 jeweils drei, im Jahr 2013 insgesamt fünf homosexuelle Paare, die sich das Ja-Wort gaben. In Blankenfelde-Mahlow ließ sich im vorigen Jahr ein Paar die Lebensgemeinschaft eintragen, in diesem Jahr waren es schon drei.

Von Oliver Fischer

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