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Dahme-Spreewald Die Wohnungssuche führt über Wartelisten
Lokales Dahme-Spreewald Die Wohnungssuche führt über Wartelisten
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18:22 03.02.2014
Kommunale Wohnungen in der Heinrich-Heine-Straße in Zeuthen. Quelle: Franziska Mohr
Zeuthen

Wohnen in Zeuthen setzen viele Dahmeländer fast automatisch mit einem attraktiven Eigenheim oder gar der Traumvilla am Zeuthener See gleich. Aber in der Gemeinde mit ihren über 10.000 Einwohnern leben selbstverständlich auch weniger Betuchte. Für sie hält die Kommune derzeit 327 Wohnungen bereit, die sie im Unterschied zu den Städten Wildau und Königs Wusterhausen auch selbst verwaltet. Insgesamt 537 Bürger – rund fünf Prozent der Einwohner – sind Mieter einer kommunalen Wohnung, die sich größtenteils in den einstigen Versicherungshäusern in der Schillerstraße sowie in den Plattenbauten in der Heinrich-Heine-Straße befinden. Dort wohnt auch Klaus-Peter Günther. „Ich lebe total gern im grünen, wasserreichen Zeuthen. Meine Wohnung ist auch nicht allzu teuer und bei eventuellen Reparaturen schickt die Gemeinde ruckzuck einen Handwerker vorbei. Das klappt“, sagt der 71-Jährige.

Amtsleiter Wolfgang Schuder dürfte dieses Lob freuen. Für die große Nachfrage nach diesen Wohnungen spricht auch, dass es bereits Wartelisten gibt. Augenblicklich ist nicht eine Wohnung frei. „Der soziale Aspekt gab stets den Ausschlag, dass die Gemeinde die Wohnungsverwaltung in eigener Regie behielt“, sagt Schuder. Das eröffnet ihr die Chance, Prioritäten bei der Vergabe zu setzen. An oberster Stelle stehen alleinstehende Mütter oder Väter, Angehörige der freiwilligen Feuerwehr und Rentner. „Wir wollen verhindern, dass Bürger wegziehen, nur weil sie in Zeuthen keinen bezahlbaren Wohnraum finden“, sagt Schuder. Auch der Normalverdiener wie die Kindergärtnerin, der Koch oder der Kraftfahrer müssten ein Zuhause finden.

Mehr als die Hälfte der Mieter in den kommunalen Wohnungen sind 46 Jahre und älter. Für die Gemeinde rückt Schuder zufolge daher künftig stärker das barrierefreie oder zumindest barrierearme Wohnen in den Fokus. Hier gilt es, ähnlich wie bereits in Wildau und Königs Wusterhausen, künftig mögliche neue Förderprogramme anzuzapfen. Das betrifft vor allem in den Plattenbauten den Anbau von Fahrstühlen. Allerdings muss dies Schuder zufolge behutsam und mit dem Blick auf eine bezahlbare Miete geschehen.

Gegenwärtig beträgt die durchschnittliche Netto-Kaltmiete der kommunalen Wohnungen lediglich 4,64 Euro. Und dennoch erzielt die Gemeinde Zeuthen damit allein in diesem Jahr einen im Haushalt ausgewiesenen Überschuss von 300.000 Euro. „Unser Ziel ist, dass dieses Geld in voller Höhe wieder für die Instandsetzung und Modernisierung der kommunalen Immobilien eingesetzt wird“, sagt Schuder. Dabei räumt der Amtsleiter ein, dass dies leider nicht immer geschah. In manchen Jahren seien mit einem Teil des Geldes auch Haushaltslücken in anderen Bereichen gestopft worden.

In diesem Jahr aber ist die Sanierungsliste lang. So wird in den Häusern in der Heinrich-Heine-Straße 32 bis 37 und 47 bis 49 die Strangsanierung in Angriff genommen. Auch die Antennenanlage wird modernisiert. In der Lindenallee 25/26 muss dringend das Fundament trocken gelegt werden, während in der Rheinstraße 20 bis 22 das Treppenhaus einschließlich des Fußbodens einer Verjüngungskur unterzogen wird.

Die kommunalen Wohnungen repräsentieren insgesamt einen Wert von 12,5 Millionen Euro einschließlich Grund und Boden. Dafür muss die Kommune jährliche Abschreibungen von 256.000 Euro bilden. Hinzukommt, dass einige Wohnungen noch mit sogenannten Altschulden aus der DDR behaftet waren. Sie beliefen sich anfangs auf insgesamt 2,8 Millionen Euro. Dafür muss die Kommune jetzt jährlich 80.000 Euro an Tilgung und Zinsen entrichten. Auf dem privaten Wohnungsmarkt sind Maklern zufolge in Zeuthen bei Neuvermietungen zehn sowie in Wasserlage sogar 14 Euro Kaltmiete keine Seltenheit.

Von Franziska Mohr

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