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Die Wut der Kita-Erzieher wächst

Warnstreik in Königs Wusterhausen Die Wut der Kita-Erzieher wächst

AWO-Beschäftigte aus drei Kitas und einem Hort streikten am Donnerstag in Königs Wusterhausen für bessere Bezahlung und zeigten sich dabei äußerst kampfeslustig. Gibt es keine Einigung, drohen mehrtägige Streiks.

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Awo-Beschäftigte zogen Donnerstagmorgen mit ihren Bannern durchs Neubaugebiet. Auch einige Eltern von Kita-Kindern schlossen sich den Demonstranten an.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. „Das war die Trockenübung“, sagte eine Kita-Erzieherin, die sich Donnerstagmorgen am Warnstreik in Königs Wusterhausen beteiligte. Die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt verstehen kein Spaß mehr, wenn es um ihre Forderung nach besserer Bezahlung geht. „Wir sind auch bereit, bis zu einer Woche die Kita dicht zu machen“, schimpfte ein anderer Teilnehmer, der wie alle anderen sehr entschlossen wirkte.

Ralf Franke von Verdi spricht zu den Streikteilnehmern

Ralf Franke von Verdi spricht zu den Streikteilnehmern. Neben ihm steht Christine Bannat mit einer Gewerkschaftsfahne.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Die Kitas Spielspaß, Groß & Klein und Am Kirchplatz sowie der Hort waren gestern geschlossen, ebenso wie sieben acht weitere Kindereinrichtungen der Awo in Südbrandenburg. Der Arbeitskampf zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Wohlfahrtsverband hat mit dem Warnstreik eine neue Stufe erreicht. Die Gewerkschaft fordert, dass die Gehälter aller Beschäftigten auf 91 Prozent des Tarifs angehoben werden, der im öffentlichen Dienst für vergleichbare Tätigkeiten gilt. Awo-Beschäftigte in der Kinderbetreuung liegen derzeit laut Verdi auf einem Niveau zwischen 71 und 92 Prozent. „Wir wissen, dass wir gute Arbeit leisten, und wollen deshalb so bezahlt werden wie die Kollegen in den kommunalen Kitas“, sagte eine Erzieherin. Und eine Kollegin von ihr meinte: „Wir haben dieselbe Qualifizierung, da sollte man bei der Bezahlung keine Unterschiede machen.“ Bis zu 1000 Euro monatlich kann eine Awo-Beschäftigte weniger verdienen, rechneten Streikteilnehmer vor.

Verdi-Funktionär Ralf Franke spricht von „ungewöhnlich schwierigen“ Verhandlungen. „Wir liegen inhaltlich total auseinander“, sagte er. Dabei sei man sich im Grundsatz einig. „Es geht um die komplette Neuregelung des Entgelts, klar, dass es da länger dauert. Aber es ist völlig unverständlich, wie die Awo agiert.“ Die vom Arbeitskampf betroffenen Eltern bittet er um Verständnis. „Wir wissen, was wir ihnen antun, aber wir machen das nicht leichtfertig.“ Erzieherinnen berichteten gestern von großer Zustimmung in der Elternschaft. Es habe nur vereinzelte Beschwerden gegeben.

Awo-Regionalverband hat kein Verständnis für den Streik

Frankes Kollegin Christine Bannat, Heilpädagogin in der Kita Spielspaß, sitzt mit in der Verhandlungskommission. Sie bestätigt, dass die Wut wächst.

Beim Awo-Regionalverband Brandenburg-Süd hat man kein Verständnis für die Verdi-Aktion. Geschäftsführer Jens Lehmann sprach von einem „politischen Streik“, den die Gewerkschaft öffentlichkeitswirksam zur Mitgliedergewinnung nutze. Lehmann verwies auf mehrere Angebote in den bisherigen fünf Verhandlungsrunden zu Gehaltserhöhungen, die ausgeschlagen worden seien. „Wir haben den Eindruck, dass unser Angebot bei den Beschäftigten gut ankam“, sagte Lehmann vor dem Streik. Er hofft auf eine Einigung in der nächsten Verhandlungsrunde am 3. März. „Wir haben kein Interesse an geschlossenen Kitas.“

Von Frank Pawlowski

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