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Die Zauberformel heißt Prävention

Beratungsstelle für Mietschuldner Die Zauberformel heißt Prävention

Selbst Betroffene mit 8000 Euro Mietschulden sind für die Sozialarbeiterin Michaela Michaelis vom Diakonischen Werk Oderland-Spree keine hoffnungslosen Fälle. Sie gibt ihnen in der Beratungsstelle für Wohnungslose und von Obdachlosigkeit bedrohte Personen Unterstützung. Dieses in Brandenburg fast einmalige Projekt finanziert komplett die Stadt Königs Wusterhausen.

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Anke Noack (l.) und Michaela Michaelis vom Diakonischen Werk Oderland-Spree.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Oderland-Spree für Wohnungslose und von Obdachlosigkeit betroffene Personen in Königs Wusterhausen feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Von Beginn an dabei ist Michaela Michaelis, die in dieser Zeit meist über Monate oder gar Jahre Menschen aus insgesamt 1500 Haushalten betreute. Allein im vorigen Jahr waren es 194 Erwachsene mit 89 Kindern.

„Wenn die Betroffenen Hilfe suchen, haben sie meist schon den schwersten Schritt getan“, sagt sie. Die Sozialarbeiterin weiß nur zu gut, dass dies die meisten Menschen viel Überwindung kostet. Viele finden daher den Weg in die Beratungsstelle erst, wenn sie schon die Räumungsklage erhalten haben. Einer ihrer Spitzenreiter hatte schon knapp 8000 Euro Mietschulden angehäuft. Beträge wie diese bilden aber die Ausnahme, weil die meisten Vermieter schon bei zwei offenen Mieten die fristlose Kündigung einleiten.

Ansprechpartner

Die Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Oderland-Spree nahm im Januar 2001 ihre Tätigkeit in Königs Wusterhausen auf.

Das Angebot richtet sich ausnahmslos an Bürger der Stadt , die bereits wohnungslos sind oder aber denen die Obdachlosigkeit droht.

Ansprechpartner ist die Sozialarbeiterin Michaela Michaelis. Die Sprechstunden finden jeweils dienstags in der Zeit von 13 Uhr bis 17.30 Uhr sowie donnerstags in der Zeit von 15 Uhr bis 17 Uhr in der Friedrich-Engels-Straße 25 in Königs Wusterhausen statt.

Auf Wunsch findet die Beratung auch anonym statt. Im Jahr 2015 waren 53 Prozent der Ratsuchenden männliche Singles.

Voranmeldung: Tel. 0 33 75/21 39 87.

Prävention heißt die Zauberformel, die sich die Stadt Königs Wusterhausen, die diese Beratungsstelle mit Personal- und Mietkosten komplett finanziert, jährlich 50 000 Euro kosten lässt. „Dieses städtische Engagement ist bemerkenswert und ziemlich einmalig in Brandenburg“, sagt die Fachbereichsleiterin des Diakonischen Werkes, Anke Noack.

Im Erstgespräch hört Michaela Michaelis ihren Klienten meist nur zu. Die Mehrheit der Betroffenen sind männliche Singles, die sich aus allen sozialen Schichten rekrutieren. Die Hauptursachen für die missliche Lage ihrer Klienten sind Arbeitslosigkeit sowie Trennungen. „Nicht selten kommen zu den ausstehenden Mieten noch Konsumkredite hinzu“, sagt die Beraterin, die sofort prüft, ob noch Wohngeld oder andere soziale Transfers wie Hartz IV oder Grundsicherung beantragt werden können.

Viele Vermieter kommen Betroffenen entgegen

Anschließend wird meist das gemeinsame Gespräch mit dem Vermieter gesucht. „Viele von ihnen zeigen sich sehr aufgeschlossen“, sagt die Sozialarbeiterin. Auch private Vermieter seien gewillt, den Betroffenen mit kleinen Raten entgegenzukommen, um Räumungen zu vermeiden. In 20 Fällen ist dies in der Stadt Königs Wusterhausen 2015 allerdings nicht gelungen. Hier wurden die Wohnungen der Mietschuldner tatsächlich geräumt.

Wer seine Schulden ernsthaft abbauen will, dem empfiehlt die Sozialarbeiterin ein Haushaltsbuch, in dem jede Ausgabe vermerkt wird. Auf diese Weise erhalten die Betroffenen einen genauen Überblick, wo ihr Geld bleibt. Ein besonderer „Verführer“ ist diesbezüglich der Internethandel, der die Konsumenten oft mit späteren Zahlungen lockt.

Nur wenige Senioren betroffen

Zu den Mietschuldnern gehören nur wenige Senioren. Diese Altersgruppe gerät nach Angaben der Diakonie meist nur in die Bredouille, wenn hohe Nachzahlungen bei den Betriebskosten fällig werden.

„Problematisch ist aber, dass es in Königs Wusterhausen immer schwieriger wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden“, sagt Michaelis. Für Familien nach einer Trennung zwei kleinere, bezahlbare Wohnungen zu finden, sei fast unmöglich. Die Situation spitzt sich noch zu, sobald eine negative Schufa-Auskunft vorliegt. Viele Vermieter entscheiden sich dann eher für andere Interessenten.

Von Franziska Mohr

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