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Die antibakterielle Wirkung des Marienkäfers

Jugend Forscht Die antibakterielle Wirkung des Marienkäfers

Beim Regionalwettbewerb von Jugend Forscht in Wildau präsentieren Schüler aus dem gesamten Brandenburger Osten ihre Projekte. Manche beschäftigten sich mit Künstlicher Intelligenz, manche mit dem Wachstum von Pflanzen. Unter den Siegern befinden sich auch Schülerinnen und Schüler aus Königs Wusterhausen und Zeuthen.

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Annegrit Hübner, Swantje Pieplow und Felix Pochert (v.l.n.r.) haben Marienkäfer erforscht.

Quelle: Philip Ziche

Wildau. Grüne Punkte strömen in das Labyrinth und suchen sich selbstständig ihren Weg durch die verwinkelten Gänge, bereits begangene Wege färben sich rot. Die Punkte sind auf der Suche nach dem Ausgang und suchen das Labyrinth nach dem schnellsten Weg ab. „Das Problem ist, dass sie nur auf kurze Distanz miteinander kommunizieren können, also suchen einige noch, während manche den Ausgang schon gefunden haben“, sagt Jakob Wendt. Er und sein Mitschüler Phillip Brefka haben sich mit Künstlicher Intelligenz und Schwarmintelligenz beschäftigt und beide miteinander verglichen. Ihre Ergebnisse zeigten sie am Dienstag beim Regionalwettbewerb Brandenburg Ost von „Jugend forscht“ in der Technischen Hochschule Wildau.

Insgesamt beteiligten sich 69 Schüler mit 44 Projekten am Regionalwettbewerb, darunter auch vier Schülergruppen aus dem Landkreis Dahme-Spreewald. Swantje Pieplow, Annegrit Hübner und Felix Pochert vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Königs Wusterhausen beschäftigen sich seit zwei Jahren mit „Harmonia axyridis“, dem Asiatischen Marienkäfer. In ihren Versuchen wollten sie herausfinden, ob der Käfer eine antibakterielle Wirkung hat. Dazu haben sie Bakterienkulturen gezüchtet und den Marienkäfer darauf gesetzt. Nach einiger Zeit, in der die Kulturen Wärme ausgesetzt wurden, zeichnete sich um den Punkt, an dem der Käfer saß, ein Rückgang der Bakterien ab; Proben mit hiesigen Marienkäfern blieben dagegen reaktionslos. Zudem prüften die drei Jungforscher, ob die Sekrete des Käfers auch fungizid, also pilztötend sind. „Man könnte ein Mittel zum Beispiel in Fliesenkleber mischen, um dem Schimmelbefall vorzubeugen“, erklärt Felix Pochert. Ihre Mühen haben sich ausgezahlt – das Team aus Königs Wusterhausen gehört zu den 21 Siegern, die am Landeswettbewerb teilnehmen werden.

Ebenfalls in der nächsten Runde sind Jana Albrecht, Angelique Pötzsch und Fabian Borda aus Zeuthen mit ihrem Laktosesensor, der den Laktosegehalt in Lebensmitteln messen kann. Auch Frieda Zschaler aus Neuenhagen kann sich über einen Sieg freuen. Sie hat die Lautbildung von Vorschulkindern untersucht und überprüft, ob es bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund Unterschiede gibt. Dafür testete Zschaler 25 Kinder. Das Ergebnis: Zwischen den zehn Kindern mit Migrationshintergrund und den 15 anderen gab es kaum Unterschiede in der Lautentwicklung.

Neben der Auswirkung von farbigem Licht auf das Wachstum von Pflanzen und die Beobachtung von Exoplaneten war die aus Krabbenschalen hergestellte Kunststofffolie ein weiteres außergewöhnliches Projekt. Die Zwölftklässlerin Nora Haacke aus Frankfurt (Oder) stellte aus den Schalen Chitosan her, welches in Verbindung mit Essigsäure und Glycerin zu einer dehnbaren Folie wird. Diese mögliche Alternative zu herkömmlicher Frischhaltefolie ist nicht nur biologisch abbaubar, man muss auch keinen besonderen Aufwand für die Schalen betreiben. „Ich wollte ein Produkt, das ohnehin als Abfall da ist“, sagt Haacke.

Nadine Auras, Pressesprecherin bei Wettbewerbs-Ausrichter EWE, lobt die Wettbewerbsprojekte der Schüler: „Es gibt viele tolle Forschungsprojekte mit aktuellem Bezug. Ich finde es gut, dass viele Schüler sich in ihrer Freizeit mit naturwissenschaftlichen Themen beschäftigen.“

In der Zwischenzeit haben auch alle grünen Punkte von Jakob Wendt und Phillip Brefka den Ausweg aus dem Labyrinth gefunden. Auch diese beiden Schüler dürfen zum Landeswettbewerb.

Von Philip Ziche

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