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Die mutige Paddel-Tour von sieben Teenagern

Königs Wusterhausen Die mutige Paddel-Tour von sieben Teenagern

Sie sind drei Wochen auf sich alleine gestellt, müssen Schlafplätze finden, Proviant kaufen. Dafür haben sie gerade mal 150 Euro zur Verfügung. Sieben Jugendliche wagen ein Experiment und paddeln ganz auf sich gestellt durch Brandenburg. Die MAZ hat sich vor Tour-Beginn mit den Jugendlichen getroffen.

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Stehen vor ihrer Herausforderung: Lail, Nixon, Karim, Johanna, Jan, Rosa und David (v..li.)

Quelle: Lisa Neumann

Königs Wusterhausen. Drei Wochen werden die vier Jungen und drei Mädchen auf dem Wasser unterwegs sein. In vier Kanus haben sie alles verstaut, was sie meinen zu brauchen – Zelte, Proviant für ein paar Tage, Wasserkarten. Geld steht den jungen Abenteurern kaum zur Verfügung, lediglich 150 Euro pro Person dürfen sie für die Reise ausgeben.

Hintergrund

Diese Herausforderungen haben sich Schüler in der Vergangenheit gewählt: wandern, ein Buch schreiben, in Albanien einen Spielplatz bauen und auf einem Reiterhof arbeiten.

Alles wird von den Schülern organisiert, sie werden in der Vorbereitung aber von Lehrern oder Eltern begleitet.

Drei Herausforderungen absolvieren die Schüler in ihrer Schulzeit. Sie finden außerhalb von Berlin statt.

Eine Begleitperson betreut die Jugendlichen auf ihrer Tour, sie hält sich jedoch weitestgehend aus der Herausforderung heraus.

Ziel ist: Vertrauen in die Fähig-und Fertigkeiten zu erlangen und Dinge gemeinsam lösen zu können.

Drei Wochen dauert das Projekt. Die Schüler verfügen über den gesamten Zeitraum nur über ein begrenztes Budget, dieses Mal 150 Euro.

Das ist ein Teil der „Herausforderung“, die die Schüler der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) meistern müssen. Die „Herausforderung“ ist ein Projekt für die Schüler der achten bis zehnten Klasse. Nach den Sommerferien stellen sie sich jedes Jahr drei Wochen einer selbsterdachten Aufgabe. „Letztes Jahr“, erzählt Nixon (15), „sind wir vom Erz- , ins Fichtelgebirge gewandert“.

Das Projekt soll bei den Schülern das Selbstvertrauen und das Verantwortungsgefühl steigern. Die Schule möchte den Kindern auf diese Weise ein anderes Lernen für das Leben ermöglichen. In diesem Jahr haben sich die sieben Schüler die „Märkischen Umfahrung“ – eine Route entlang Fürstenwalde, Beeskow, Heidesee und Königs Wusterhausen vorgenommen. Insgesamt legen sie etwa 240 Kilometer zurück.

Tausche Alltag gegen Abenteuer

Auf ihrer Tour wird sich die Gruppe mit Aufgaben konfrontiert sehen, die im normalen Alltag nicht vorkommen. Schon die Organisation war eine Herausforderung, erzählt David (15). „Wo schlafen und was essen wir. Was brauchen wir überhaupt und wer bringt was mit“, zählt er die wichtigsten Fragen auf. Die Boote haben sie sich von Freunden und Bekannten geliehen. Nur für ihre ersten beiden Nächte haben sich die Teenager Übernachtungsmöglichkeiten arrangiert. „Aber wenn wir nichts finden müssen wir wahrscheinlich wild-campen“, überlegt Nixon laut. Genauso wenig wissen sie, ob es dort eine Einkaufsmöglichkeit gibt. Hamsterkäufe gab es im Vorfeld jedoch nicht, der Platz im Kanu ist begrenzt. „Wir haben Nudeln gekauft, die sind günstig. Und Haferflocken zum Frühstück, das hält gut vor“, weiß David.

Am Mittwoch sind die jungen Kanuten zu ihrer Tour aufgebrochen. Jeden Tag wollen sie etwa vier bis fünf Stunden auf dem Wasser sein – eine echte Herausforderung für Freizeit-Skipper. „Lail hat letzte Woche das erste Mal in einem Kanu gesessenen“, erzählt David. Dem 14-jährigen ägyptischen Flüchtlingsmädchen macht ihre Unerfahrenheit nichts aus. Aufgeregt ist sie, freut sich aber auf die Tour. Nur um ihr Durchhaltevermögen ist sie ein wenig besorgt „die Arme tun beim Paddeln so schnell weh“, sagt sie. Motiviert zu bleiben, das ist wichtig, sagen David und Nixon. „Wenn wir am ersten Tag nicht so viel schaffen oder Gegenwind haben, kann man schnell die Lust verlieren“, überlegt David nachdenklich. „Zwischenzeitlich denkt man schon mal ans aufgeben“, erinnert sich Nixon an seine letzte Herausforderung, „aber das kommt nicht in Frage. Und am Ende ist es immer toll gewesen“, resümiert er.

Streitigkeiten unter den Schulkameraden kann es ab und an schon mal geben, das wissen alle. Aber es wird schon gut gehen, auch da sind sich alle einig. Das stärt den Teamgeist. Zur Zeit sind die Jugendlichen aber noch frohen Mutes. Die gelöste Stimmung könnte jedoch kippen, wenn das Boot das selbe tut. Was dann ist? Das wäre ganz schlecht, sagen sie und lachen. Der Vorfreude und dem Spaß kann in diesem Augenblick selbst eine Havarie nichts anhaben. Und Nixon ist gar ein wenig traurig, wenn er über das Projekt spricht. „Das ist nämlich meine letzte Herausforderung, mehr als drei geht leider nicht“.

Von Lisa Neumann

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