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Die schwierige Suche nach dem Ausgleich

Schönefeld Die schwierige Suche nach dem Ausgleich

Am 19. September 1991 tagte zum ersten Mal die Fluglärmkommission in Schönefeld. Zum 25. Jubiläum fällt die Bilanz der Teilnehmer durchaus unterschiedlich aus. Unterdessen hält Flughafenchef Karsten Mühlenfeld an seinem Ziel, den BER 2017 zu eröffnen weiterhin fest.

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Treffen zum Jahrestag: Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider, Gerhard Steintjes, der Vorsitzende der Fluglärmkommission, Infrastrukturministerin Kathrin Schneider und Karsten Mühlenfeld, der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft (v.l.).

Quelle: Christian Zielke

Schönefeld. Karsten Mühlenfeld weiß, dass man am Tag nach der Wahl in Berlin nicht allzu weit vorpreschen sollte. So lange die neue Regierung in der Hauptstadt nicht steht, hält sich der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft mit Ankündigungen zurück. Bei der nächsten Aufsichtsratssitzung im Oktober wolle man den Termin für die Eröffnung des BER „diskutieren“. Er selbst hält es nach wie vor für möglich, dass 2017 die ersten Flieger vom neuen Hauptstadtflughafen starten. „Ich halte an diesem Ziel fest“, sagte er am Montag auf der Sitzung der Fluglärmkommission in Schönefeld.

Auf die Frage zur Offenhaltung des Flughafens in Berlin-Tegel, wie es die Berliner FDP gefordert hatte, sagte Mühlenfeld. „Für den zivilen Luftverkehr ist das nicht erforderlich. Den wollen wir an einem Standort konzentrieren“. Für die Frage, ob Tegel als Regierungsflughafen weiterleben könnte, erklärte sich der BER-Chef für „nicht zuständig.“

Eröffnung steht nichts mehr im Weg

Dass der BER-Eröffnung aus baurechtlicher Sicht wohl nichts mehr im Wege steht, deutete Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) mit einem kurzen Nicken auf die Journalistenfrage an, ob ihr Ministerium als übergeordnete Behörde dem fünften Nachschlag zur Baugenehmigung zustimmen werde. Diese liegt derzeit noch beim Landkreis Dahme-Spreewald.

Die Sitzung der Fluglärmkommission am Montag war eine ganz besondere. Auf den Tag genau vor 25 Jahren tagte das Gremium zum ersten Mal. „Leider ist es uns seitdem nicht gelungen, emissionsfreie Flugzeuge zu entwickeln“, sagte Karsten Mühlenfeld. Zwar seien die Flieger leiser und sauberer als vor 25 Jahren, dennoch ist wegen der Zunahme des Verkehrs die Belastung der Bevölkerung nicht weniger geworden.

„Wir nehmen die Fluglärmkommission ernst“, sagte Mühlenfeld. Sie sei wichtig für den Ausgleich der Interessen zwischen Fluggästen und den Gemeinden im Umland. Dies habe sich bei der Diskussion um die Flugrouten 2010 gezeigt, als aus vielen Gemeinden Protest kam. „Die Fluglärmkommission hat geholfen, die Routen zu optimieren und die Belastung der einzelnen hoffentlich erträglich zu gestalten.“

Die Krux mit dem Lärm

Gerhard Steintjes, der die Kommission seit 2013 leitet, bringt die Krux seiner Arbeit auf einen Punkt: „Wenn wir den Lärm verteilen, gibt es einen, der profitiert, und einen, der belastet wird. Das ist immer wieder frustrierend“. Seine Vorgängerin und heutige Ministerin Kathrin Schneider – sie leitete das Gremium von 2010 bis 2013 – erinnert sich gern an diese Zeit zurück. „Die Mitglieder haben in den vergangenen Jahren konstruktiv mit den zuständigen Behörden und dem Flughafen zusammengearbeitet und wichtige Hinweise gegeben. Dabei war es nicht immer einfach, Kompromisse zu finden. Der Schutz der Bevölkerung ist und bleibt ein Dauerthema am BER. Daher ist die Arbeit der Kommission auch in Zukunft unabdingbar“, sagte sie in ihrer Ansprache.

Monika Meier hat einen gänzlich anderen Blick auf die vergangenen 25 Jahre. Als die Fluglärmkommission zum ersten Mal tagte, war sie die Vorsitzende. 95 Sitzungen später ist vom Optimismus der Anfangszeit nichts mehr übrig. „Ich hatte damals die Illusion, dass wir die Bevölkerung wirklich vor dem Lärm schützen können“, sagt die Waltersdorferin. Stattdessen seien die Anwohner immer wieder vertröstet und mit falschen Versprechungen ruhig gestellt worden. Als Vorsitzende und Moderatorin sei es ihr schwer gefallen, mit der eigenen Meinung hinterm Berg zu halten. Einen Wunsch hat sie dennoch: „Ich hoffe, dass die 1,1 Milliarden Euro von der EU dem Schutz der Anwohner zugute kommen.“

Von Christian Zielke

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