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Dahme-Spreewald Dieser gute Tropfen kommt aus Bestensee
Lokales Dahme-Spreewald Dieser gute Tropfen kommt aus Bestensee
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00:17 11.05.2017
Sieht nicht nur schön aus, sondern schmeckt auch. Quelle: Gerlinde Irmscher.
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Bestensee

Es vergeht kaum ein Tag, an dem von Herbert Krenz nicht zu hören ist: „Ich geh’ mal auf den Berg“. Gemeint ist der Mühlen-Weinberg in Bestensee. Dort stehen auf einer Fläche von einem dreiviertel Hektar 3200 Weinstöcke. „Es gibt immer etwas zu tun, die Pflegearbeiten verteilen sich auf das ganze Jahr“, erklärt Krenz.

Angefangen mit den Bestenseer Winzern hat es im Jahr 2010. Irgendwie war die öde Fläche neben dem Generationenwald, der 2006 eröffnet wurde, nicht gerade ansehnlich. Mit der Gründung des Bestenseer Weinbauvereins war der Startschuss für die Umgestaltung des Südhanges am 34 Meter hohen Mühlenberg gegeben. 24 Mitglieder zählte der Verein und gemeinsam ging man die Sache an. Das war auch die Zeit, da Diplom-Agraringenieur Herbert Krenz gerade aus dem Berufsleben ausgeschieden war, Freiraum hatte und sich seither seiner neuen Leidenschaft, dem Weinbau, widmet. Als Vorsitzender übernahm er nicht nur die organisatorischen Dinge, sondern eignete sich das Wissen über den Weinbau an. „Es dauert schon eine Zeit, bis man weiß, was zu tun ist“, verrät der Hobbywinzer. Und er hat einen Winzerfreund an der Mosel, den er fragen kann.

Herbert Krenz bei der „Erziehung“ der Weinstöcke. Die Ruten müssen gebogen und angebunden werden. Quelle: Gerlinde Irmscher

Strikte Regelungen

Ganz wichtig auf einem Weinberg ist die Bewässerung. Also wurde eine Wasserleitung gelegt und eine Tröpfchenbewässerung installiert. Um den Kauf von Setzlingen finanzieren zu können, wurden Reb-Patenschaften abgeschlossen. Für den Paten gab es als Anerkennung eine Urkunde und in den ersten drei Jahren je zwei Flaschen Bestenseer Wein.

Der Weinbau unterliegt strikten Regelungen. „Man kann in Deutschland nicht einfach irgendwelche Weinstöcke setzen, sie müssen amerikanische Wurzeln haben“, weiß Krenz. Das sind speziell gezüchtete Unterlagen, die resistent gegen die Reblaus sind. In Bestensee wachsen nur „Piwis“ – pilzwiderstandsfähige Züchtungen. Sie kommen aus der Rebschule Freytag in Rheinland-Pfalz. Drei weiße Sorten - Cabernet Blanc, Solaris, Johanniter - und zwei rote – Cabernet Cortis und Pinotin – haben die Hobbywinzer angebaut.

2011 war alles vorbereitet und die ersten Reben wurden gepflanzt. Zwei Jahre später konnten die Weinbauern ihren ersten Bestenseer Wein, einen halbtrockenen Rotling, zum Verkosten anbieten. Die Mühe hatte sich gelohnt, es war ein gutes Tröpfchen.

Kaum zu glauben, dass an diesen Setzlingen einmal süße Trauben wachsen. Quelle: Gerlinde Irmscher

„Wir haben viele Freunde, die helfen, wenn Not am Mann ist, aber auch Feinde“, berichtet Krenz. Damit sind die Stare und Wespen gemeint. Um Abhilfe zu schaffen, wurde ein Hochsitz für Greifvögel gebaut, die die Stare vertreiben.

„Erziehung“ für die Weinstöcke

Nach dem Rebschnitt im Februar müssen jetzt die Pflanzen „erzogen“ werden. Vor dem Austrieb werden sie gebogen und in Form gebracht. „Unsere Arbeit auf dem Weinberg ist ein Beitrag für den Ort, dass er schöner wird und eine Attraktion mehr hat“, so Krenz. Zudem diene sie natürlich auch dazu, das Interesse am Bestenseer Wein aufrechtzuhalten. Immer zum Ostermarkt gibt es die erste Verkostung der Vorjahreslese. Inzwischen ist der Mühlen-Weinberg zu einem Kleinod des Ortes geworden. Einfach einen Spaziergang über den Weinberg machen oder in der Abendsonne den Blick über Bestensee genießen, das lockt die Besucher an. Nicht nur zur Brandenburger Landpartie (10. und 11. Juni) gibt es Führungen über den Berg.

Ganz wie in den traditionellen Weinanbaugebieten gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Straußwirtschaft. Bis zum 21. Mai gastiert die „Weinkostbar on Tour“ auf dem Bestenseer Weinberg. Winzerweine, Maibowle, Secco, Flammkuchen und vieles mehr – nicht zu vergessen Bestenseer Wein – laden zum Genießen ein. Und sollte der Wettergott nicht mitspielen, gibt es überdachte Sitzplätze. Öffnungszeit: Donnerstag und Freitag von 16 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag von 12 bis 22 Uhr.

Von Gerlinde Irmscher

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