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Digitales Handwerk noch in den Kinderschuhen

Handwerk in Dahme-Spreewald Digitales Handwerk noch in den Kinderschuhen

Der neuen digitalen Technik stehen die meisten Handwerker in der Region aufgeschlossen gegenüber. Noch aber steckt ihr Einsatz in den Kinderschuhen. Um dies zu verändern, bietet die Handwerkskammer Cottbus jetzt auch sehr kleinen Betrieben eine vielfältige Unterstützungen an.

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Heiko Vesper leitet die Außenstelle der Handwerkskammer Cottbus in Königs Wusterhausen
 

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen.  Für die meisten Dahmeländer ist es seit Jahren Alltag, dass der Schornsteinfeger oder der Installateur bei der jährlichen Wartung der Heizung seinen Laptop auspackt und die notwendigen Messungen vornimmt. Binnen Sekunden bekommt der Hausherr auf diese Weise Auskunft über den noch vorhandenen „Fitnesszustand“ seiner Heizung. Längst zum Alltag gehört auch, dass Elektriker, Installateure oder Fliesenleger bei Problemen oder Schwachstellen direkt auf der Baustelle per Handy mit ihrer Zentrale konferieren oder sich fachkundigen Rat bei Kollegen einholen, die möglicherweise 50 oder 100 Kilometer entfernt arbeiten.

Handwerk im LDS

3024 Handwerksbetriebe sind im Landkreis Dahme-Spreewald registriert, wovon sich 2088 im ehemaligen Kreis Königs Wusterhausen befinden.

Am häufigsten sind folgende fünf Gewerke vertreten: Handwerksbetriebe, die genormte Fertigteile wie Fenster- oder Türen einbauen, Fliesen-Platten- und Mosaikleger, Gebäudereiniger, Elektrotechniker sowie Installateure und Heizungsbauer.

187 Handwerksbetriebe haben sich im vorigen Jahr bei der Handwerkskammer Cottbus neu angemeldet. In diesem Jahr sind es bis zum Ende des ersten Quartals bereits 31.

Etwa 60 Prozent aller Handwerksbetriebe in der Region beschäftigen weniger als zehn Mitarbeiter.

Es ist allerdings noch selten, dass der Chef mit seinem Mitarbeiter direkt auf der Baustelle skypt. Das will der Beauftragte für Innovation und Technologie der Handwerkskammer (HWK) Cottbus, Heiko Vesper, ändern. „Die Aufgeschlossenheit in den meisten Handwerksbetrieben der Region ist vorhanden. Noch aber ist es vielfach ein weiter Weg, bis die kleinen Handwerksunternehmen in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts angekommen sind“, sagt der Wirtschaftsingenieur, der zugleich die Außenstelle Königs Wusterhausen der HWK Cottbus leitet.

Er verweist darauf, dass deutschlandweit erst 52 Prozent aller Handwerksbetriebe im Internet vertreten sind. Rund um Königs Wusterhausen sind es schon knapp 85 Prozent. Etwa 65 Prozent aller Handwerksbetriebe im Altkreis Königs Wusterhausen können auf eine eigene Internetseite verweisen. Allerdings, schränkt Vesper ein, würden die Seiten häufig nur mangelhaft gepflegt, sodass ihre Aktualität zu wünschen übrig lasse. Nur wenige Unternehmen nutzen bisher auch die Chance neuer Vertriebswege, indem sie ihre Homepage direkt mit einem Shop verbinden. Auch Videokonferenzen mit Kunden sind derzeit die absolute Ausnahme. Noch unzureichend wird genutzt, dass fehlende Teile direkt auf der Baustelle gleich per Tablet bestellt werden.

3D-Drucker bieten Handwerkern Möglichkeiten

Um all diese Schätze zu heben, werden jetzt bundesweit vier geförderte Kompetenzzentren „Digitales Handwerk“ aufgebaut. Eines davon befindet sich in Dresden, in dessen Mittelpunkt die „Angebotserweiterung in IT-gestützten Geschäftsmodellen“ steht. Dort wird beispielsweise demonstriert, dass es einer Sattlerei gemeinsam mit Partnern gelang, einen Scanner zu entwickeln, mit dem die Kunden weltweit die Pferderücken scannen, sodass eine passgenaue Herstellung in der Sattlerei erfolgen kann. Täglich werden dort auch Fachvorträge zur „Digitalisierung des Handwerks“ angeboten.

„Für Handwerksbetriebe mit ihren Einzelprodukten oder Kleinstserien eröffnen auch die Fabrikationslabore der 3D-Drucker eine völlig neue Welt“, gerät Vesper fast ins Schwärmen. Diesbezüglich würden die Handwerksmeister direkt vor der Haustür das 3D-Drucklabor der Technischen Hochschule Wildau noch viel zu wenig nutzen. Die Handwerkskammer bietet allen Unternehmen auch einen eintägigen kostenfreien Check an, um Ansätze für neue Innovationen im jeweiligen Betrieb aufzuspüren. Komplettiert wird dies durch zahlreiche Beratungsmodule, deren Schwerpunkte unter anderem der Materialfluss, die Projektplanung oder die Auswahl der Fördermittel bilden. Als eines der größten Hindernisse bewertet Vesper derzeit allerdings die „teilweise erbärmliche digitale Infrastruktur mit so manchem schwarzen Loch sowie viel zu langsamen Leitungen.“

Info: Termine und Information unter vesper@hwk-cottbus.de oder Tel. Tel. 0 33 75/25 25 63.

Von Franziska Mohr

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