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Diskussion über neue Gasförderpläne

Engie in Märkisch Buchholz Diskussion über neue Gasförderpläne

Obwohl es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Auseinandersetzungen wegen der Gasförderpläne des Unternehmens Engie kam, verlief eine Einwohnerversammlung am Mittwoch ruhig. Engie-Vertreter stellten die aktuellen Pläne vor, die zwei neue Bohrungen vorsehen.

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Gunnar Assmann (M.) im Gespräch mit Einwohnern.

Quelle: Karen Grunow

Märkisch Buchholz. Es blieb erstaunlich ruhig am Mittwochabend in der Märkisch Buchholzer Mehrzweckhalle, in die das Unternehmen Engie die Einwohner eingeladen hatte, um über die neuen Gasförder- und Aufbereitungspläne zu berichten. In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern gekommen.

„Der Abend hat mich bestärkt“, erklärte Ralf Irmscher, Sprecher der sich gegen die Gas-Pläne Engies wendenden Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“ und Bürgermeister von Münchehofe, nach der Veranstaltung. Wie er empfanden so einige Besucher, dass die Fragen der Leute nicht hinreichend beantwortet und zum Teil sogar neue Sorgen geschürt wurden. „Es ist nicht zu negieren, dass da Risiken entstehen, die nicht kontrollierbar sind“, sagte ein Einwohner. Und ein unmittelbarer Anlieger des von Engie für Neubohrungen favorisierten Standortes sagte: „Diese zukünftige Nachbarschaft löst massive Ängste aus.“

Zwei neue Bohrungen sollen in Märkisch Buchholz entstehen

Am Standort der 1986 angelegten Gassonde Märkisch Buchholz 1 sollen zwei neue Bohrungen entstehen. Die alte Sonde soll ebenfalls wie die alte, südlicher gelegene Bohrung MB 3 verschlossen werden. Die Sonde MB 2 bei Münchehofe dagegen bleibt bestehen; hier könnte, erklären die Engie-Experten, bei der Gasförderung eventuell anfallendes Lagerstättenwasser verpresst werden. Erst im März informierte Engie-Projektleiter Gunnar Assmann erstmals öffentlich über die neuen Pläne, mit denen einhergeht, dass unmittelbar am Standort MB 1 und damit mitten im Landschaftsschutzgebiet eine Aufbereitungsanlage errichtet werden soll. Diese war zunächst für das Gewerbegebiet am Rand der Stadt Märkisch Buchholz vorgesehen. Die Stadtverordneten hatten unter anderem durchgesetzt, dass Engie einen Architekturwettbewerb für die Einhausung der Aufbereitungsanlage durchführen soll. Mit dem Wegzug aus dem Stadtgebiet Richtung MB 1 entfielen solche Auflagen. Gunnar Assmann beteuerte jedoch am Mittwoch erneut öffentlich, dass das Unternehmen dennoch daran festhalten wird.

Engie-Bohrspezialist Joachim Sluet erläuterte, wie die alten Bohrungen verschlossen werden. Demnach werden sie mehrfach zum umgebenden Gestein abgedichtet und mit Zement verfüllt; der Engie-Geophysiker Paul Krajewski erläuterte, inwieweit durch den Gasabbau entstehende Druckänderungen in der Lagerstätte es zu Absenkungen oder Erschütterungen kommen kann. „2019, 2020 wollen wir beginnen“, erläuterte Assmann den Zeitplan. Das Genehmigungsverfahren für die neuen Vorhaben wird parallel zum Rückbauverfahren für die alten Sonden vorbereitet.

BI und Bürgermeisterin gehen aufeinander zu

Zum Schluss meldete sich noch Ingeburg Bielefeld, die Mutter der Märkisch Buchholzer Bürgermeisterin Bianca Urban, welche wie die meisten der Stadtverordneten die Engie-Pläne nicht ablehnt, sondern kritisch begleiten will. Bielefeld kommentierte die, wie sie sagt, Grabenkämpfe der vergangenen Monate und forderte die Bürgerinitiative, ihre Tochter und die Stadtverordneten auf, endlich aufeinander zuzugehen, um wieder zu einem sachlicheren Diskurs zu finden. BI-Sprecher Irmscher griff diese Initiative als erster auf und reichte Bianca Urban die Hand.

Von Karen Grunow

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